Gustav Klimt – erotische Zeichnungen und Aktstudien (Teil 2)

Gustav Klimt, Liegende Frau, masturbierend, 1917

Gustav Klimt: “Liegende Frau, masturbierend”, 1917, Bleistift auf Papier. Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Die Bedeutung Gustav Klimts in der Geschichte der Kunst wird in hohem Maße von seinem außergewöhnlichen zeichnerischen Werk mitbestimmt. Entsprechend der Themenkreise seiner Gemälde und Bildzyklen mit ihren vielfachen Erscheinungsformen des Weiblichen, dominiert auch in Klimts Zeichnungen das Bild der Frau. Während jedoch die Frauengestalten in den großen Figurenkompositionen als Ausdrucksträger menschlicher Lebenszusammenhänge wie Hoffnung, Liebe und Tod auftreten, erscheinen sie in den gezeichneten Darstellungen frei von allegorisch-symbolischen Bedeutungen und folgen allein dem Schönheitssinn des Künstlers.

Gustav Klimt: 'Liegender Halbakt, frontal', 1910, Buntstiftzeichnung auf Papier

Gustav Klimt: ‘Liegender Halbakt, frontal’, 1910, Buntstiftzeichnung auf  Papier. Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Wenn der Maler in seinem Atelier arbeitete, war er von weiblichen Modellen umgeben, die er in rascher Strichführung festhielt, sobald eine Stellung oder Bewegung ihm Anreiz gab. So läßt er auch in den hier gezeigten Blättern der zeichnenden Hand freien Lauf, inszeniert virtuos Drehung und Gegenbewegung, umspielt nahezu zärtlich die Kontur und bringt die Körperformen zum Schwingen. Auch wenn bei Gustav Klimt die Grenze zwischen vorbereitender Studie und autonomer Zeichnung fließend verläuft, werden insbesondere seine erotischen Zeichnungen weitgehend als eigener Werkkomplex angesehen. In ihrer Unmittelbarkeit und Spontaneität sprechen sie den Betrachter als Einzelkunstwerke an, die bis heute ihre sinnliche Wirkung nicht verfehlen.

Gustav Klimt Akt mit gespreizten Beinen

Gustav Klimt: “Akt mit gespriezten Beinen ” ca. 1906, Bleistift auf Papier. Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Gustav Klimt Halbakt mit geöffneten Beinen

Gustav Klimt: ‘Halbakt mit geöffneten Beinen’, 1916-17, Bleistiftzeichnung. Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Gustav Klimt NACH RECHTS LIEGENDER AKT MIT PELZ, 1910, Bleistift, blauer und roter Farbstift auf Papier, 370 x 560 mm

Gustav Klimt: ‘NACH RECHTS LIEGENDER AKT MIT PELZ’, 1910, Bleistift, blauer und roter Farbstift auf Papier, Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Gustav Klimt liegender Akt masturbierend

Gustav Klimt: ‘Liegender Akt, masturbierend” , ca. 1910, Bleistiftzeichnung. Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

 

 

Gustav Klimt Akt mit gesprieizten Beinen, schlafend

Gustav Klimt, “Liegende mit gespreizten Beinen, schlafend”, 1914/15, Bleistift auf Velinpapier. Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Gustav Klimt: 'Halbakt mit teilweise verdecktem Gesicht und Handskizze', 1916, Studie für das Gemälde »Die Braut«, Wien, Österreichische Galerie

Gustav Klimt: ‘Halbakt mit teilweise verdecktem Gesicht und Handskizze’, 1916, Studie für das Gemälde »Die Braut«, Wien, Österreichische Galerie. Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Gustav Klimt: ‘Sitzender weibleicher Halbakt’, 1917,  Bleistift auf Papier, Studie für das Gemälde »Die Braut«, Wien, Österreichische Galerie. Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Gustav Klimt, Liegende mit gespreizten Beinen

Gustav Klimt: ‘Liegende mit gespreizten Beinen’, 1914, Buntstiftzeichnung. Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

 

Gustav Klimt, weiblicher Akt nach vorn , mit dem linken Arm das Gesicht verdeckend, 1913, Aktstudie im Zusammenhang mit dem Gemälde »Jungfrau« Bleistift auf Papier

Gustav Klimt: ‘Weiblicher Akt nach vorn, mit dem linken Arm das Gesicht verdeckend’, 1913, Aktstudie im Zusammenhang mit dem Gemälde »Jungfrau«, Bleistift auf Papier. Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Gustav Klimt: 'Dicke sitzende Frau im Vordergrund, hinter ihr zwei Liegende'. Bleistift auf Papier.

Gustav Klimt: ‘Dicke sitzende Frau im Vordergrund, hinter ihr zwei Liegende’. Bleistift auf Papier. Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Im Rahmen seiner Gemälde „Wasserschlangen I“ (1904–1907) und „Wasserschlangen II“ (1904–1907) wandte Klimt sich erstmals in seinem Werk dem Thema der lesbischen Liebe zu. Mit Darstellungen von ineinander verschlungenen, beziehungsweise über- und nebeneinander gleitenden Frauengestalten wurde das endlose Schweben oder Getriebenwerden in Gemälden wie „Bewegtes Wasser“ (1898), in „Sehnsucht nach Glück“ (Beethovenfries, 1902) oder „Irrlichter“ (1903) um eine Dimension erweitert. Zahlreiche Studien widmete Klimt dem Motiv von einander umarmenden Frauengestalten. Die hier präsentierte Arbeit gehört zur Gruppe der 1905–06 entstandenen, erotisch geprägten Studien, mit denen Klimt die zweite Fassung des Gemäldes „Wasserschlangen II“ vorbereitet hat. Obwohl sich die Frauen im statischen Zustand des Liegens befinden, erwecken sie auf Grund des fließenden Verlaufs ihrer Umrisslinien den Eindruck, an der Bildfläche entlang zu treiben. Zu diesem Eindruck trägt die wellenförmige Gestaltung der Textilien, auf denen die Modelle ruhen, sehr wesentlich bei. In der höchst ausgewogenen Flächenorganisation, an der das untere leere Feld einen vitalen Anteil hat, spielt die „Architektur“ der geometrischen, am oberen Bildrand positionierten Polsterformen auf raffinierte Weise mit. In der Rückenfigur bildet die kleine, dunkle Insel des Geschlechts – wie in vielen Beispielen dieser Gruppe – den sinnlichen Blickfang der Studie. Die metallische und gleichzeitig sinnliche Schärfe der Bleistiftlinien findet ihre kongeniale Entsprechung in den gleichzeitig entstandenen Hauptwerken des Goldenen Stils. ______________________________________

Das wohl Eigenartige an den von Klimt vorgestellten Typen von Frauen, dem dämonisierten Weib der Allegorie, der sinnlichen Erscheinung des Aktes, der körperlosen Ikone des Porträts, ist, daß sie nicht etwa nacheinander ausgebildet wurden und aufeinander folgende Phasen seines Werkes markieren, sondern daß sie – etwa von der Jahrhundertwende an nebeneinander hergehen und seine Arbeit bis zu seinem Tode begleiten. Scheinbar übergangslos konnte Klimt von einem Typus zum anderen wechseln, von der mythenschweren Allegorie zur sinnlichen Präsenz des Aktes. von der verführerischen Pose des Modells zur Körperlosigkeit des Porträts der emanzipierten Frau, und sich dabei ohne Schwierigkeiten in den verschiedensten Zeiten – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – bewegen. Zwar sind den Allegorien wie den Porträts zeichnerische Studien vorangegangen und ist in Bildern wie “Judith I” und “Judith II” die sinnliche Nähe des Modells unübersehbar präsent, doch nie sind die drei in Klimt angelegten Vorstellungen der Frau zur Deckung gekommen.

In den letzten Lebensjahren tritt die Bedeutung der Allegorie für Klimt allmählich zurück. Nicht zuletzt unter dem Einfluß einer jüngeren Generation von Künstlern – allen voran Kokoschka und Schiele – beginnt sich der Stilkünstler Gustav Klimt neuen Tendenzen zu öffnen, ohne freilich je ganz zum Expressionisten zu werden. Bezeichnenderweise sind es nicht die Frauenbildnisse, sondern die Landschaften, in denen er das größte Maß an Freiheit und Harmonie findet. Kaum ein Künstler der Jahrhundertwende hat sich so weit von uns entfernt wie Klimt – oder wir von ihm. Trotzdem umgibt die Frauenfiguren, die er gemalt hat, eine betörende Atmosphäre. Aber es ist Luft und Duft einer vergangenen, unwiederbringlich verlorenen Epoche. Da ist eine weihevolle Stimmung, die wir nicht mehr verstehen. Vielleicht ist es gerade die Fremdheit dieser Welt, die uns anzieht. Näher sind uns, trotz mancher verrenkter Posen, in denen sich schon die Exaltiertheit der Akte Schieles ankündigt, seine Aktzeichnungen. Unseren Respekt werden wir diesem seltsam zwiespältigen, im letzten noch immer rätselhaften Künstler nicht versagen können. Auch wenn die Kunst unseres Jahrhunderts andere Wege gegangen ist, als er sie sich erträumt haben mag.

Gustav Klimt, ZWEI LIEGENDE RÜCKENAKTE, 1905/06 Bleistift auf chamoisfarbenem Simili-Japanpapier, 349 x 551 mm Studie für das Gemälde ‚Wasserschlangen II’, 2. Zustand (1907)

Gustav Klimt: ‘Zwei liegende Rückenakte’, 1905/06, Bleistift auf chamoisfarbenem Simili-Japanpapier, Studie für das Gemälde ‚Wasserschlangen II’, 2. Zustand (1907). Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Gustav Klimt Zwei Liegende Akte nach rechts, Studie für das Gemälde ,Wasserschlangen II’, 2. Zustand 1907 Bleistift auf Papier

Gustav Klimt: ‘Zwei Liegende Akte nach rechts’, 1905/06, Bleistift auf Papier, Studie für das Gemälde ,Wasserschlangen II’, 2. Zustand 1907. Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Gustav Klimt Freundinnen nach rechts liegend, 1905/06, Studie für das Gemälde ,Wasserschlangen II’, 2. Zustand 1907 Blauer Farbstift auf Papier

Gustav Klimt: ‘Freundinnen nach rechts liegend’, 1905/06, Blauer Farbstift auf Papier, Studie für das Gemälde ,Wasserschlangen II’, 2. Zustand 1907. Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Gustav Klimt, Freundinnen in Umarmung, ,1905/06, Bleistift auf Papier, 345 x 550 mm, Nachlassstempel rechts unten Studie zu „Wasserschlangen II“ (2. Zustand, 1907)

Gustav Klimt: ‘Freundinnen in Umarmung’, 1905/06, Bleistift auf Papier, Studie zu „Wasserschlangen II“ (2. Zustand, 1907). Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Gustav Klimt, Zwei auf dem Bauch liegende weibliche Akte, 1906, Roter Farbstift, auf Papier, Figurenstudien zum Gemälde »Wasserschlangen«, Wien, Österreichische Galerie

Gustav Klimt: ‘Zwei auf dem Bauch liegende weibliche Akte’, 1906, Roter Farbstift auf Papier, Figurenstudien zum Gemälde »Wasserschlangen«, Wien, Österreichische Galerie. Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Gustav Klimt. Liebende, 1905-06, Buntstift auf Papier, Historisches Museum der Stadt Wien

Gustav Klimt: ‘Liebende’, 1905-06, Buntstift auf Papier, Historisches Museum der Stadt Wien. Als Kunstdruck in verschiedenen Formaten. Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

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Literatur:

Alice Strobl: Gustav Klimt. Die Zeichnungen 1904 –1912. Band 1 ,2 und 3, Verlag Galerie Welz. Salzburg 1982. – Gustav Klimt : L’or de la séduction de Eva Di Stefano et Catherine Bodin-Gody (17 septembre 2007)

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GUSTAV KLIMT – UND DAS SPANNUNGSVOLLE VERHÄLTNIS ZWISCHEN TRADITION UND MODERNE

GUSTAV KLIMT – EROTISCHE ZEICHNUNGEN – TEIL 1

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