Thomas Ruff – Verunsicherung und Verheissung

omas Ruff: "jpeg nt02", 2006. C-Print,  242.6 x 184.8 cm. © Copyright by the artist

Thomas Ruff: “jpeg nt02”, 2006. C-Print,  242.6 x 184.8 cm. © Copyright by the artist

Thomas Ruff gehört zu den wichtigsten Fotografen der Gegenwart, der schon sehr früh mit seiner Praxis konzeptueller Fotografie in Serien begann. Dabei ist er stets ein scharfer und konzentrierter Beobachter, der seine Motive mit einem hyperpräzisen, chirurgischen Blick wiedergibt. So vermitteln dann seine Fotografien eine direkte, neutrale Sicht auf das Dargestellte. Mit seinen Arbeiten widmet sich Ruff nicht mehr den traditionellen Kunstaufträgen Schönheit und Wahrheit. In Ruffs Konzentration auf Wahrnehmung spiegelt sich vielmehr eine (kunst-) historische Entzauberung wieder. Sie macht Thomas Ruff zum illusionslosen Zeitgenossen unserer heutigen Situation. Zugleich stellt sie Ruff an das jüngste Ende einer Linie von Künstlern wie Marcel Duchamp, Andy Warhol oder Gerhard Richter, in deren Werk Indifferenz produktive Unvoreingenommenheit bedeutet. Wir zeigen hier seine Werkserien aus den 80er Jahren bis heute, die seine Entwicklung vom realen zum abstrakten Bild nachvollziehbar machen. Zwischen den stofflichen und den virtuellen Bildern, den technisch hergestellten und den gemalten, entdeckt man im Werk von Thomas Ruff rasch die sinnliche Intelligenz, mit der da aus neugieriger Weltbegegnung überwältigender Schaustoff gewonnen wird.

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