DDR – Kunst – oder Kunst in der DDR?

Bernhard Heisig: "Faust und Mephisto als Selbstporträt"Bernhard Heisig:”Faust und Mephisto als Selbstporträt”, Offset-Lithografie, 1981 (Ausstellungs-Plakat Hannover). Auflage 50 Exemplare auf festem Papier, nummeriert und handsigniert. Ungerahmt. Format 80 x 87. Preis auf Anfrage – KLICKEN SIE HIER: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

 Nach dem Ende von Krieg und Nazi-Herrschaft knüpften die Künstler an die klassische Moderne, an die Strömungen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts an. In den Fünfzigerjahren wurde das in der sogenannten und verhängnisvollen Formalismusdebatte unterbunden. Und die DDR maßte es sich als Staat an, eine Kunsttheorie zu entwickeln und zu formulieren, den sogenannten Sozialistischen Realismus. Dieser Vorgabe folgten die Künstler letztlich nicht und zogen sich auf historische bis zu renaissancehaften Malweisen zurück. Wer sich aber entschied, in diesem Staat als Maler zu leben, der musste traditionalistisch und figurativ malen. Diejenigen, die das nicht taten, nahmen ihre Isolation und die innere Emigration in Kauf, wenn nicht gar die Ausbürgerung. Erst in den späten Achtzigerjahren, als in der Sowjetunion die Reformen schon begannen, und die DDR noch verharrte, brachen die Einengungen und Isolationen auf. Nicht nur junge Künstler suchten, sich zu befreien und in anderen und neuen Formen auszudrücken.

Bernhard Heisig: Bild "Liebespaar" (2010)

Bernhard Heisig:”Liebespaar”, 2010, Öl auf Leinwand, Unikat, signiert, im handgearbeiteten Rahmen. Format: 91 x 71 cm. Preis auf Anfrage – KLICKEN SIE HIER: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

________________________________________

Bernhard Heisig: Ölgemälde “Bedenk’ es wohl, wir werden’s nicht vergessen”, 2007, Unikat, Öl auf Leinwand, signiert. Im handgearbeiteten Rahmen, Format: 98 x 78 cm. VERKAUFT! Weitere Werke von Bernhard Heisig: Klicken Sie hier!

Im Verlauf des Jubeljahres 2009, dem 20. Jahrestags des Mauerfalls, musste man sich über eine besondere Mauer in Köpfen ärgern: Westdeutsche Kuratoren mauerten gegen die Kunst von “drüben”. Dass es eine Mauer auf dem Feld der Künste geben könnte, also dort, wo Sensibilität und Fantasie ihren utopischen Ort haben – ist widersinnig. Läuft es dem Erfolgsmodell Bundesrepublik zuwider, wenn Ost-Künstler nach dem Seitenwechsel nicht von ihrer skeptischen Weltsicht lassen können? In der DDR war sie ein unverzichtbarer Teil oppositioneller Selbstbehauptung. Und was ist los mit einem Publikum, das zwanzig Jahre nach Mauerfall nichts weiß vom künstlerischen Reichtum der ansonsten armen Brüder und Schwestern? Ist es enttäuschte Liebe, schlechtes Gewissen oder einfach nur Desinteresse?

______________________________________

Max Uhlig: “Studie J.B.”, Öl auf Leinwand 1989, signiert und datiert. Blattformat: 180 x 110 cm. Im handgearbeiteten Rahmen. VERKAUFT.

Die Ausstellung „Sechzig Jahre. Sechzig Werke“, die im Juni 2009 im Gropius-Bau stattfand, präsentierte – sieht man von den Spätgeborenen Neo Rauch, Carsten Nicolai und Eberhard Havekost ab – fast ausschließlich West- Kunst. Neben Wolfgang Mattheuer – Gründervater der Leipziger Schule – vertrat einzig der 1980 aus der DDR ausgebürgerte A. R. Penck den anderen Teil Deutschlands.

Dieser Tage erzählte einer der wichtigen Berliner Dirigenten, er habe bei der Vorbereitung des repräsentativen Konzertgeschehens zum 9. November 2009, 20 Jahre nach dem Mauerfall, vorgeschlagen, man müsse doch auch das Werk eines ostdeutschen Komponisten mit ins Programm. Doch sein Vorschlag wurde abgewiesen. Man kann sich des Eindrucks nicht verwehren, dass dort, wo Kuratoren und Funktionäre des Kunstbetriebs herrschen, das Ostdeutsche stetig ausgekalmmert wird

 

Bernhard Heisig : Ölgemälde "Mephistopheles: Ihr Mann ist tot und lässt Sie grüßen" (2008)

Bernhard Heisig: “Mephistopheles: Ihr Mann ist tot und lässt Sie grüßen”, 2008. Öl auf Leinwand, signiert. Im handgearbeiteten Rahmen, Format: 85 x 65 cm. Verkauft.

Bernhard Heisig : Ölgemälde "Graf Schenk von Stauffenberg" (2009) Öl auf Leinwand 2009, signiert. Im handgearbeiteten Rahmen mit Echtgoldauflage 93 x 73 cm.

Bernhard Heisig : Ölgemälde “Graf Schenk von Stauffenberg”, 2009, Unikat, Öl auf Leinwand 2009, signiert. Im handgearbeiteten Rahmen, Format: 93 x 73 cm. Verkauft.

Weitere Werke von Bernhard Heisig auf Anfrage: Klicken Sie hier!

Am 30. Juli 2009 wäre Werner Tübke, einer dieser großen „Leipziger“, 80 Jahre alt geworden. Aber was taten die Berliner Museen? Sie mauerten und weigerten sich, eine Retrospektive zu zeigen. Der scheidende Direktor der Nationalgalerie verwies auf seinen Nachfolger, der neue darauf, dass alles schon zu spät sei. Man möchte schon wissen, weshalb die geballte (offenbar immer noch: West-) Berliner Kuratorenmacht die ostdeutsche Kunst derart schnöde schneidet und sich vor der Welt lächerlich macht.

Bernhard Heisig : Ölgemälde "Abend im Havelland" (2008) Öl auf Leinwand 2008, signiert. Im handgearbeiteten Rahmen mit Echtgoldauflage 65 x 85 cm.Bernhard Heisig:Ölgemälde “Abend im Havelland”, 2008, Öl auf Leinwand, signiert. Im handgearbeiteten Rahmen. Format: 65 x 85 cm. Verkauft!

Gudrun Brüne: ""Darüber weg", (2003),  Öl auf Hartfaser 2003, signiert und datiert. Im handgearbeiteten Rahmen mit Echtgoldauflage 134 x 104 cm.

_________________________________________________________________________

Gudrun Brüne: “Darüber weg”, 2003,  Öl auf Hartfaser, signiert und datiert. Im handgearbeiteten Rahmen. Format: 134 x 104 cm. Preis auf Anfrage – KLICKEN SIE HIER: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Mehr Original Gemälde von Gudrun Brüne finden Sie hier – klicken Sie hier!

Die relative Erfolglosigkeit vieler DDR- Künstler nach der Wiedervereinigung auf dem Kunstmarkt begünstigte vorschnelle Urteile. Epigonal sei die Kunst aus dem Osten, ideologisch belastet und formal hoffnungslos von gestern. Eines kann man aus solchen Verdikten jedenfalls lernen: Kunst, die unter den Bedingungen einer Diktatur entsteht, begreift man nicht beim schnellen Hinschauen.

Das ist eigentlich das Beste an guter Ost-Kunst: Sie zwingt zur Langsamkeit. DDR-Bürger waren Meister im Zwischen-den-Zeilen-Lesen. Das ist einerseits eine schwere Hypothek für die Rezeption ihrer Kunst nach 1989 gewesen. Von allen Wunschprojektionen befreit, musste sie plötzlich für sich stehen, im direkten Vergleich mit oft plakativeren West-Kollegen. Doch auch das eine Erkenntnis der Berliner Ausstellung von 2003: Viele Werke überzeugen formal und intellektuell – beim zweiten Blick.

 

Wolfgang Mattheuer: "Hinter die 7×7 Berge", 1993_______________________________________________________

Wolfgang Mattheuer: “Hinter die 7×7 Berge”, 1993. Hier nicht angeboten.

Wolfgang Mattheuer: "Mensch, ich sehe die ganze Welt", 1976Wolfgang Mattheuer: “Mensch, ich sehe die ganze Welt”, 1976, Öl auf Hartfaser; 170 x 130 cm (Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), Copyright © VG Bild-Kunst Bonn, 2009).

Werner Tübke: "Hirte aus Militello", 1974_____________________________________________________

Werner Tübke: “Hirte aus Militello”, 1974. Hier nicht angeboten.

Werner Tübke: “Karneval”, Aquarell 1988 auf Original-Lithografie von 1983, signiert. Werkverzeichnis LA 2/83. Im hand- gearbeiteten Rahmen mit Echtgoldauflage und entspiegeltem Glas 58 x 68,5 cm. Anfragen an die Galerie!

Hans Mayer-Foreyt: "Im Museum", 1961, Öl auf Leinwand

Hans Mayer-Foreyt: “Im Museum”, 1961, Öl auf Leinwand, 110 x 140,6 cm (Museum der bildenden Künste Leipzig, © VG Bild-Kunst Bonn, 2009).

Eberhard Löbel: "Leipzig (Neubauten in der Karl-Tauchnitz-Straße)", 1979

Eberhard Löbel: “Leipzig (Neubauten in der Karl-Tauchnitz-Straße)”, 1979, (Stadtgeschichliches Museuum© VG Bild-Kunst Bonn, 2009).

Doris Ziegler: "Musizierender Engel in Plagwitz", 1977Doris Ziegler: “Musizierender Engel in Plagwitz”, 1977  (Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder), Copyright © VG Bild-Kunst Bonn, 2009).

Harry Blume: "Gruppenporträt Leipziger Künstler I", 1961Harry Blume: “Gruppenporträt Leipziger Künstler I”, 1961, Öl auf Hartfaser; 90 x 125,5 cm (Museum der bildenden Künste Leipzig, © Nachlass des Künstlers).

Kritik am Umgang mit DDR-Kunst wird lauter.  Der Direktor des Museums Hamburger Bahnhof Berlin, Eugen Blume, hat die Auseinandersetzung mit Kunst aus der DDR kritisiert. In den Programmen der Museen komme DDR-Kunst praktisch gar nicht vor, sagte Blume am Dienstag im RBB-Kulturradio. Als beachtenswert bezeichnete er, was die Ausstellung “Kunst in der DDR” 2003 in der Neuen Nationalgalerie gezeigt habe. Blume empfahl, DDR-Kunst aus den Depots zu holen und sich damit zu beschäftigen. dpa, 5/2009.

Willi Sitte:"Akt mit Plattenspieler", 1963 Willi Sitte:”Akt mit Plattenspieler”, 1963. Hier nicht angeboten.

Willi Sitte: "Hollensturz in Vietnam", 1966/67Wlli Sitte: “Hollensturz in Vietnam”, 1966/67, Ausschnitt. Hier nicht angeboten.

 

arno rinkArno Rink: “Unterm Tuch”, Öl auf Leinwand, 1994, 120 x 140 cm

A. R. Penck: “Ohne Titel” (1993), Original-Farbserigrafie 1993, Auflage 50 Exemplare römisch nummeriert + E.A-Exemplare auf Bütten, handsigniert. Ungerahmt. Motivgröße 48,5 x 68,5 cm. Blattformat: 60 x 80 cm. Preis auf Anfrage – KLICKEN SIE HIER: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Lesen Sie hier die Fortsetzung zum Thema: ‘Kunst in der DDR – Schöpfung, Sündenfall, Brudermord’ – klicken Sie hier!

Weitere Werke von A. R. Penck finden Sie hier! Klicken Sie hier!

Weitere Werke von Bernhard Heisig: Klicken Sie hier!

Klicken Sie hier in die Ausstellung mit Werken von Werner Tübke! Klicken Sie hier!