Marc Chagall – Biographie

Marc Chagall (1887 – 1985)

Marc Chagall

Marc Chagall wird am 7. Juli 1887 als ältestes von neun Kindern einer jüdischen Familie in Witebsk/Weißrussland geboren. Sein Geburtsname ist allerdings Marek Segal und er wächst auf als Sohn einer Hausfrau und eines Fabrikarbeiters.

Direkt nach der Schule lernt er im Atelier des Malers Jehuda Pen, wobei er diesen bereits nach einem Jahr wieder verlässt, um dann auf eine Kunsthochschule in Sankt Petersburg zu gehen. Bei einem Besuch in seiner Heimatstadt lernt er dann seine spätere Frau Bella Rosenfeld, die Tochter eines Juweliers, kennen. Kurz darauf verlässt er Russland und geht nach Paris, wo Chagall sehr von den Farben in van Goghs Bildern angetan ist. Er studiert einige Jahre in Paris Kunst und beschäftigt sich auch in seiner Freizeit mit der Malerei. So entstehen in dieser Zeit Kunstwerke wie “Die Geburt” und “Ich und das Dorf”. Nach seinem Aufenthalt in Frankreich geht er wieder zurück nach Witebsk, wo er Bella Rosenfeld heiratet. Nur ein Jahr später wird dann seine Tochter Ida geboren.

In den folgenden Jahren gibt es mehrere Ausstellungen seiner Bilder in ganz Russland und auch in Moskau.

1917 wird Marc Chagall zum Kommissar der bildenden Künste in Witebsk. Er gründet dort mehrere moderne Kunstschulen. Nach einem Umzug nach Moskau beginnt er, Wandbilder und Dekorationen für das dort ansässige “Jüdische Theater” zu entwerfen. Später arbeitet er in Moskau auch noch als Zeichenlehrer.

Es sind die Jahre bis 1922, in denen er seinen einzigartigen Beitrag zur Kunst der klassischen Moderne leistet. Chagall eint in seinem Werk die formalästhetischen Errungenschaften der Pariser Avantgarden mit der wilden zärtlich-poetischen Erzählfreudigkeit seiner russischen Heimat. Es ist der frühe Chagall, der auf die Künstler und das Publikum seine durchgreifendste Wirkung hatte: die Geschichten aus dem Schtetl, die magisch-entrückte Welt des alten Rußland, eingefangen in einer ausdrucksstarken Malerei. Ein besonderer Höhepunkt sind die einmaligen, äußerst fragilen monumentalen Wandgemälde für das Jüdische Theater in Moskau aus dem Jahr 1920 – eine vielschichtige Komposition auf mehreren Leinwänden, die im Zusammenschluß von Motiven aus der jüdischen und russischen Volkskunst und der Synagogenmalerei ein faszinierendes Spektrum der Jiddischen Welt ausbreitet. In der Verbindung der reichen Erzählkunst mit Chagalls charakteristischem unorthodoxen Bildaufbau, seiner kühnen Farbgebung und der ihm eigenen poetischen Sensibilität gehört dieses Werk zu den Ikonen der Malerei der klassischen Moderne.

1922 verlässt Chagall Russland endgültig und reist nach Deutschland, nach Berlin. Auch seine Familie folgt ihm, allerdings geht die Reise nur ein Jahr später weiter nach Paris. Er malt weitere berühmte Kunstwerke wie z.B. “Das bäuerliche Leben”. Ein anderer großer Auftrag sind Illustrationen, die er für eine Bibel erstellt.

Seine Autobiographie “Mein Leben” erscheint im Jahr 1931 und wird von seiner Frau Bella übersetzt.
Inzwischen unternimmt Marc Chagall immer mehr Reisen durch ganz Europa, wo er sich vor allem Werke von Rembrandt und El Greco ansieht und diese Künstler zu seinen Vorbildern macht.

Wieder zurück in Frankreich wird er französischer Staatsbürger und als solcher stellt er mehrere seiner Bilder auf der Ausstellung “Entartete Kunst” aus. Danach werden 95 davon beschlagnahmt.

Er malt jedoch weiter und möchte mit Bildern über den ans Kreuz genagelten Jesus an das Leiden des jüdischen Volkes erinnern. So entsteht auch das wohl bekannteste Bild von Marc Chagall: “Die weiße Kreuzigung”. Kurz bevor der Zweite Weltkrieg beginnt, erhält er den “Carnegie-Preis” für Malerei.

1941 reist er auf eine Einladung des Museums of Modern Art nach New York und lebt mit seiner Familie auch die folgenden Kriegsjahre in Amerika, was ihm wahrscheinlich das Leben rettet. Als dann seine Frau Bella an einer Virusinfektion stirbt, ist er Monate lang unfähig zur Arbeit und beginnt erst langsam wieder mit der Malerei. Es folgen weitere große Aufträge wie z.B. die Ausstattung des Strawinski-Baletts “Der Feuervogel”.

Später, als Marc Chagall wieder nach Frankreich zurückgekehrt ist, heiratet er zum zweiten Mal.

Marc Chagall: Deckengemälde Opera national de Paris
Marc Chagall: Deckengemälde Opera national de Paris

Erst im Jahr 1958 beginnt er sich mit dem Thema Glasmalerei zu beschäftigen, indem er Entwürfe für die Kathedrale in Metz erstellt. Zwei Jahre später entwirft er dann die Glasfenster für die Synagoge der Hadassa-Klinik in Jerusalem. Er macht jetzt die Glasmalerei zum Hauptfeld seines künstlerischen Schaffens und malt Fenster für Kirchen in ganz Europa so wie auch für die Stephans-Kirche in Mainz.

Dennoch beschäftigt er sich nebenbei weiter mit der Malerei und mit Mosaiken. 1977 erhält Chagall den nächsten Preis, das große Kreuz der Ehrenlegion von Frankreich. Bis zu seinem Tod am 28.3.1985 widmete er sich weiterhin ganz der Kunst.

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