Man Ray – ein Amerikaner in Paris

Man Ray: “Le violon d’Ingres”, 1924, Photographic reproduction © Man Ray Trust / ADAGP, BI, Paris 2010. size: 24 x 33 cm

Man Ray: “Le violon d’Ingres”, 1924, Photographie Reproduction © Man Ray Trust / ADAGP, BI, Paris 2010. Format: 24 x 33 cm. Preis € 280,- Bestellen Sie hier!

Über dieses Werk

Man Ray’s berühmte Sepiafotografie von 1924 zeigt Missus Turban tragendender Kiki de Montparnasse war stark durch die träumerischen nackten Frauen des Malers Ingres beeinflusst.  Das Gemälde aus dem Jahre 1807 stammt von dem großen französischen Klassizisten Jean Auguste Dominique Ingres und trägt den Titel Akt von hinten gesehen. Man Ray malte die f- Noten auf den Fotoabzug und veränderte das Originalbild in ein suggestives Portrait. Auf zauberhafte Weise erschuf er aus dem sinnlichen Frauenkörper ein bespanntes Musikinstrument – die Violine. Dieses Detail erscheint einerseits störend, führt andererseits aber zu einer höheren Wertschätzung und Vergegenständlichung der weiblichen Figur. Bekanntlich war Ingres’ Hobby das Geigespielen, und im Französischen bedeutet der Ausdruck violon d’Ingres heute “Hobby”. Der Biograph von Man Ray, Arturo Schwarz erklärt dazu: “Eine Fotografie wurde so ein erregendes surrealistisches Bild ‘durch Koppelung zweier weit von einander entfernter Wirklichkeiten’, die den Torso der Frau in den Körper einer Geige verwandelten. Außerdem und das war möglicherweise das, was Man Ray am meisten am Herzen – lag wies er dadurch darauf hin, dass die Fotografie einfach für ihn sein violon d’Ingres sei: sein wahres Interesse lag woanders.” (Schwarz 1980, 299). Dieser Interpretation mit dem wahren Interesse und dem Hobby muss man nicht Glauben schenken. Man Ray verdiente sich bekanntlich in jener Zeit seinen Lebensunterhalt durch fotografische Auftragsarbeiten. Zugleich war aber die Fotografie für ihn ganz sicher eine Kunstform. Daher kann man hier auch tiefere Zusammenhänge zwischen Hobby und Kunst sehen. Noch immer wird Man Ray zu den originellsten Fotografen der Geschichte gezählt und sein Le Violon d’Ingres, wird uns, neben seinen anderen zahlreichen Meisterwerken, immer eine besonders stark verinnerlichte Inspiration sein.

Le violin d' Ingres

Über den Künstler

Man Ray (1890-1976) ist unbestritten einer der originellsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Geboren als Emmanuel Rudzitsky, 1890 in Philadelphia (USA). Nach seinem Abitur studierte er Freihandzeichnen und Industriedesign. Im Jahr 1912 begann Man Ray seine berufliche Laufbahn als Illustrator in der Werbung. Während der Vorbereitung auf seine erste Gemäldeausstellung im Jahre 1915, war Man Ray mit den professionellen Reproduktionen seiner Werke nicht zufrieden. Er startete deshalb selbst als Fotograf, um seine eigenen Standards von Qualität zu erfüllen und wurde schnell ein Meister seines Fachs. Seine revolutionären Aktstudien, Modefotos und Porträts schlugen ein neues Kapitel in der Geschichte der Fotografie auf. Der Amerikaner begann seine künstlerische Karriere in New York. 1921 zog er nach Paris, wo er von den Dadaisten und Surrealisten begeistert aufgenommen wurde. Man Ray experimentierte mit neuen Fototechniken: mehrfache Belichtung, »Rayografie« und Solarisierung. Diese Spezialität von Man Ray sind Fotogramme mit surrealistischer Wirkung, und die Solarisationen, die seine Motive mit einem unheimlichen Saum und einem silbrigen Schimmern umgaben. Seine erotischen, verspielten Kompositionen zeigen ungewöhnliche Körper und Objekte. Es sind markante Bilder, die unsere Wahrnehmung der Welt veränderten. Nach dem 1. Weltkrieg wimmelte es in Paris vor Amerikanern. Sie waren auf der Flucht vor der Prohibition und suchten die Freiheit in Kunst und Leben. Auch Man Ray verbrachte die 20er und 30er Jahre in der Künstlermetropole an der Seine. Er selbst begriff sich vor allem als Maler, arbeitete auch im Bereich Film, Skulptur und Collage, die meisten Innovationen gelangen ihm jedoch im Medium Fotografie. Seit 1921 vor Ort, ließ er sich vor allem von Marcel Duchamps Readymades inspirieren. Bald machte er sich in den Avantgardezirkeln einen Namen als Portraitist: Unter anderen nahm er Picasso, James Joyce, Cocteau, Miró und Gertrude Stein auf, aber auch viele Reiche und Schöne der Stadt. Er hat sie alle gekannt – und fotografiert: seine Freunde, die Dadaisten und Surrealisten, die Künstler von Montparnasse und ihre Modelle, die Amerikaner der »Lost Generation«, die sich um Gertrude Stein scharten, die internationale Avantgarde auf der Durchreise oder im Exil, die Pariser Prominenz aus der Welt der Mode, des Theaters, des Kinos. Sein Portraitstudio wurde schnell zum Treffpunkt von Künstlern und Literaten, Schauspielern und Tänzern, den schillernden Figuren der Demi-monde und der Haute-Volée. Tausende müssen es in dem halben Jahrhundert gewesen sein, das Man Ray mit einer elfjährigen Zwangsunterbrechung (Hollywood 1940-1951) in seiner Wahlheimat Paris verbrachte und mitgestaltete. Exakt 12.304 Negative aus den Studiobeständen Man Rays, davon knapp zwei Drittel Portraits, gelangten Mitte der 90er Jahre in den Besitz des Centre Pompidou, Paris.

Weitere Werke von Man Ray

Man Ray- Le Violon d'Ingres (variant), 1924

Man Ray: ‘Le Violon d’Ingres (variant)’, 1924, Photographie Reproduction, Kiki de Montparnasse in a variante of “Violons d’Ingres”. © Man Ray Trust / ADAGP, BI, Paris 2010, Format 18 x 24 cm, Price € 280,- Order Here!

 

Man Ray: ‘ Larmes de verre / Glass Tears’, 1934, Photographie Reproduction © Man Ray Trust / ADAGP, BI, Paris 2010. Format: 24 x 33 cm. Preis € 280,- Bestellen Sie hier!

Man Ray: "Noire et Blanche", 1926, Photographic reproduction © Man Ray Trust / ADAGP, BI, Paris 2010. size 24 x 33 cm

Man Ray: “Noire et Blanche”, 1926, Photographie Reproduction © Man Ray Trust / ADAGP, BI, Paris 2010. Format: 24 x 33 cm. Preis € 280.-Bestellen Sie hier!

Man Ray Kiki de Montparnasse, 1924 Theme: Women - photogram (image from a movie) triple portrait woman close-up on face extract from Fernand Leger's "Ballet Mecanique" superimposition

Man Ray: ‘Kiki de Montparnasse’, 1924, Photographie Reproduction © Man Ray Trust / ADAGP, BI, Paris 2010, Format: 18 x 24 cm, triple portrait woman close-up on face, extract from Fernand Leger’s “Ballet Mecanique” superimposition, picture from a movie. Price € 280,- Order Here!

Man Ray: 'Yesterday Today Tomorrow', 1924, Photographic reproduction © Man Ray Trust / ADAGP, BI, Paris 2010, size 18 x 24 cm

Man Ray: ‘Yesterday Today Tomorrow’, 1924, Photographie Reproduction © Man Ray Trust / ADAGP, BI, Paris 2010, Format: 18 x 24 cm. Price € 280,- Order Here!

 

Man Ray Untitled, 1966 1 color lithograph 25 1/2" x 22" (64.77 x 55.88 cm) Edition of 125

Man Ray: ‘Untitled’, 1966, Lithographie, handsigniert unten rechts, nummeriert links unten lim. Auflage 125 Exemplare, Blattgrösse: 64.77 x 55.88 cm /  25 1/2″ x 22″ ins. Preis € 5.200,- Bestellen Sie hier!

Man Ray: ‘Salle de Bain’, 1931, Photogravure, handsigniert ‘Man Ray’ oben links, Format: 26 x 20 cm / 10.038 in x 8 in. Zustand ausgezeichnet. Preis € 4.500,- Bestellen Sie hier!
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