Kunstmarkt 2014

09 Dec. 19Georgia O’Keeffe, “Jimson Weed/White Flower No. 1”, 1932 (© 2014 The Georgia O’Keeffe Museum / Artists Rights Society (ARS), New York)

Paris / New York, 20. November 2014. Ein Gemälde der US-Künstlerin Georgia O’Keeffe hat am 20. November 2014 bei Sotheby’s New York alle Rekorde gebrochen: 44,4 Mio. US-Dollar (35,7 Mio. Euro) betrug der Hammerpreis für das Bild „Jimson Weed/White Flower No. 1”, aus dem Jahr 1932, der mit Abstand höchste, je für das Werk einer Künstlerin erzielte Preis – den bisherigen Rekord hielt das Werk „Untitled“ von Joan Mitchell, das vergangenen Mai bei Christie’s New York 11,9 Mio. US-Dollar realisiert hatte. Der neue Rekordpreis übertrifft den bisherigen O’Keeffe-Rekord von 6,2 Mio. US-Dollar, 2001 bei Christie’s New York aufgestellt, um mehr als das Siebenfache.

Um den Verkauf des Werks, wie auch zweier weiterer Bilder von O’Keefe aus dem Georgia O’Keeffe Museum in Santa Fe hatte es im Vorfeld einige Kontroversen gegeben. Das Museum hatte im September bekannt gegeben, einige Werke verkaufen zu wollen und war dafür – ähnlich wie jüngst in Deutschland das Land Nordrhein-Westfalen für den Verkauf zweier hochwertiger Werke von Andy Warhol – in die Kritik geraten. Bleibt zu hoffen, dass der unerwartete Rekord dem Museum einen weiteren Ausverkauf erspart.

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Christie’s New York bricht Umsatzrekord bei den Herbstauktionen 2014

43 Nov. 13_______________________________________

Andy Warhol: “Four Marlons”, 1966, Siebdrucktinte auf unbehandelter Leinwand, verkauft für: 69.605.000 US-Dollar (55,89 Mio. Euro)
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New York / Paris, 13. November 2014. Das Auktionshaus Christie’s hat am 12. November 2014 erneut alle Rekorde gebrochen und bei der Versteigerung von Nachkriegs- und Gegenwartskunst in New York mit 75 Losen unvorstellbare 852.887.000 US-Dollar (684.923.267 Euro) erzielt. Das Ergebnis übertraf die zuvor geschätzten 630,6-836 Mio. US-Dollar deutlich (die Schätzungen basieren auf den Hammerpreisen und schließen die Käuferprämien nicht ein). Neunundsechzig der 75 zugeschlagenen Lose realisierten über 1 Mio. US-Dollar, 23 mehr als 10 Mio. US-Dollar, elf mehr als 20 Mio. US-Dollar und drei sogar mehr als 50 Mio. US-Dollar. Nur fünf Lose blieben ohne Zuschlag. In elf Fällen wurden neue Künstlerrekorde aufgestellt.

Das Ergebnis übertraf deutlich das vom vergangenen November, als bei 63 zugeschlagenen Losen 691.583.000 US-Dollar umgesetzt wurden; für Aufsehen hatte damals ein Triptychon von Francis Bacon gesorgt, das für 142.405.000 US-Dollar verkauft wurde. „Es ist ein Markt für Meisterwerke“, meinte Brett Gorvy, Chef für Nachkriegs- und Gegenwartskunst bei Christie’s, nach dem Verkauf am Mittwoch, „die Sammler haben sich heute selbst übertroffen.“ Ähnlich wie der mit Schwierigkeiten kämpfende Erzrivale Sotheby’s hatte auch Christie’s für mehrere, genauer 27 Werke Garantien übernommen, beziehungsweise in acht Fällen Werke durch Garantien von Drittparteien abgesichert.

Der Auktionsmarathon erlebte mit Seth Prices „Vintage Bomber”, 2006, einen jugendlichen Auftakt – es war das erste Mal, dass eine Arbeit des Künstlers im Rahmen eines Abendverkaufs bei Christie’s angeboten wurde. Das goldene, vakuumgeformte Replikat einer Bomberjacke aus hochschlagfestem Polystyrol wurde für den Rekordpreis von 785.000 US-Dollar (630.405 Euro; Taxe: 50-70.000 US-Dollar) zugeschlagen. Mit Georg Baselitz‘ gigantischem Überkopf-Gemälde „Der Brückechor“ von 1983 kam die Veranstaltung dann schnell in Fahrt, das Gemälde, eine Art Beschwörung von Edvard Munchs „Der Schrei“, erzielte rekordbrechende 7.445.000 US-Dollar (5,97 Mio. Euro; Taxe: 5-7 Mio. US-Dollar) und war, nebenbei bemerkt, durch eine Garantie von dritter Seite abgesichert. Mit Robert Gobers „Three Urinals“, 1988, ging es auf hohem Niveau weiter. Vergleichbare Feuerwerke blieben für diese Arbeit, eine Wandinstallation aus Emaille, Gips, Drahtleisten und Holz, allerdings aus. Obwohl Gober mit einer hochgelobten Retrospektive am Museum of Modern Art ins Rampenlicht zurückgekehrt ist, schaffte es sein Werk nur knapp über den unteren Schätzwert von 3,5-4,5 Mio. US-Dollar und erzielte 3.525.000 US-Dollar (2,83 Mio. Euro). Es war im Mai 1996 zuletzt bei Christie’s New York für 145.500 US-Dollar verkauft worden. Das Top-Los von ´96, „Mailbox“, ein Meisterwerk von Willem de Kooning aus dem Jahr 1948, hatte damals 3,7 Mio. US-Dollar erzielt.

Dramatischer verlief da schon der Verkauf von Christopher Wools 274 auf 182 cm großem Word Painting „Untitled“ von 1990, das den fett buchstabierten Schriftzug „FOOL“ zeigt und für 14.165.000 US-Dollar (11,37 Mio. Euro; Taxe: 12-18 Mio. US-Dollar) an den Pariser Kunsthändler John Sayegh-Belchatowski ging. „Ein Meisterwerk“, raunte dieser beim Verlassen des dichtbepackten Auktionssaals, „mein Auftraggeber hatte mit einem viel höheren Preis gerechnet.“ Die Arbeit von Wool war zuletzt im Februar 2012 für 4.913.250 Pfund bei Christie’s in London verkauft worden. Eine äußerst lukrative Investition, bedenkt man die Wertsteigerung in nur 33 Monaten.

48 Nov. 13

Mit Andy Warhol zog Christie’s am Mittwoch gleich zwei Asse aus dem Ärmel. Schon im Vorfeld hatte sich ein beispielloser Hype um Warhols „Triple Elvis (Ferus Type)“ aus dem Jahr 1963 entwickelt. Das in Siebdrucktinte und silberner Farbe auf Leinwand ausgeführte Werk erwies sich mit einem Hammerpreis von 81.925.000 US-Dollar (65,79 Mio. Euro) als Top-Los des Abends (die Taxe war nicht veröffentlicht worden, soll aber um die 60 Mio. US-Dollar betragen haben). Es war das zweithöchste je auf einer Auktion für Warhol erzielte Ergebnis. Warhols „Four Marlons“, ebenfalls von 1963, das Brando als „Wilden” im gleichnamigen Film mitsamt Lederjacke und Motorrad zeigt, eroberte mit 69.605.000 US-Dollar Platz drei (55,89 Mio. Euro; auch hier soll die Taxe rund 60 Mio. US-Dollar betragen haben). Beide Arbeiten lockten zahlreiche Bieter an und gingen schließlich an Käufer am Telefon. Die Warhols waren von 1977 bis 2009 in einer zur Spielbank Aachen gehörenden deutschen Kasino-Kette zu sehen gewesen. Diese hatte die beiden Werke in den 1970ern bei dem legendären Zürcher Händler Thomas Ammann erstanden. „Triple Elvis“ kostetet 1977 rund 83.000 US-Dollar, „Four Marlons“ 1978 etwas mehr. Die letzten fünf Jahre über hätten die Bilder sich in Lagerung befunden, erklärte Gorvy, beide sollen in der nahen Zukunft öffentlich ausgestellt werden. Christie’s hatte beide Werke mit einer unbezifferten Garantie abgesichert, was dem Auktionshaus eine erkleckliche Summe eingebracht haben dürfte.

Lakonische Worte fand der Warhol-Mogul Jose Mugrabi, dessen Familie die weltweit größte Warhol-Sammlung besitzt, beim Verlassen der Auktion: „Elvis ist gut, sogar sehr gut und Marlon ist gut“, meinte er. „Beide sind berühmt, Elvis ist es noch etwas mehr. Ich finde sie beide großartig.“ Er selbst hatte ebenfalls einen der insgesamt elf angebotenen Warhols erstanden: „Diamond Dust Shoes” von 1980-81, für das er 2.045.000 US-Dollar (1,64 Mio. Euro; Taxe: 1,8-2,2 Mio. US-Dollar) bezahlte. Insgesamt wurden mit Werken von Warhol am Mittwoch 151,5 Mio. US-Dollar (121, 66 Mio. Euro) umgesetzt.

Auch Roy Lichtensteins „Reflections on the Prom”, im Jahr 1990 und damit viele Jahre nach der Blüte der Pop-Art gemalt und von flimmernden Benday-Punkten überzogen, erzielte ein stattliches Ergebnis und wurde für 21.445.000 US-Dollar (17,22 Mio. Euro) einer Bieterpartei am Telefon zugeschlagen (die Taxe war nicht veröffentlicht worden, soll aber um die 15 Mio. US-Dollar betragen haben). Das Werk war zuletzt im Mai 2008 für 8.777.000 US-Dollar bei Christie’s New York verkauft worden. Sechs weitere Lichtensteins sollten im Verlauf des Abends noch angeboten werden, darunter „Sunrise“, 1965, das für 16.405.000 US-Dollar (13,17 Mio. Euro; Taxe: 12-18 Mio. US-Dollar) ebenfalls an einen Telefonbieter ging, sowie das frühe und beeindruckend grafische „Hot Dog“ von 1964, Graphit und Tusche auf Japanpapier, das für 4.421.000 US-Dollar (3,55 Mio. Euro) dem New Yorker Kunsthändler Andrew Fabricant von der Richard Gray Gallery zugeschlagen wurde. „Was will man sonst schon mit seinem Geld machen, wenn man ein Mogul ist“, meinte Fabricant beim Verlassen der Auktion, „in eine CD wird man es nicht gerade stecken.“

47 Nov. 13_________________________________________________
Gerhard Richter: “Abstraktes Bild”, 1987, Öl auf Leinwand; verkauft für: 31.525.000 US-Dollar (25,31 Mio. Euro)
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Fabricant ersteigerte auch Gerhard Richters magisches „Abstraktes Bild (648-3)” aus dem Jahr 1987 für 31.525.000 US-Dollar (25,31 Mio. Euro; Taxe: 20-30 Mio. US-Dollar). Einen Reinfall erlebte Christie’s am Mittwoch dann doch: Das durch eine Garantie abgesicherte „Keds”, 1961, ebenfalls von Roy Lichtenstein, Graphit auf Leinwand, floppte bei 19 Mio. US-Dollar (Taxe in der Region von 20 Mio. US-Dollar) – da meinte man fast den Konkurrenten Sotheby’s jubeln zu hören.

Das herausragende Pop-Art-Werk des Abends war zweifellos Ed Ruschas markantes Text Painting „Smash” von 1963, eine großformatige Arbeit, die ihren Titel in präzise gearbeitetem Gelb auf dunkelblauem Grund ausbuchstabiert (insgesamt vier Mal und in variierenden Größen). Larry Gagosian, der den Künstler auf dem Primärmarkt vertritt, ersteigerte das Werk für den Rekordpreis von 30.405.000 US-Dollar (24,41 Mio. Euro; Taxe: 15-20 Mio. US-Dollar). Er setzte sich dabei gegen Christophe van de Weghe durch, auch Fabricant bemühte sich erfolglos. Das Werk war erstmals im Mai 1963 in der Ferus Gallery ausgestellt worden und gehörte einst Donald Marron, President of the Board des Museum of Modern Art. Ruschas früherer Rekord, der im November 2007 mit 6.985.000 US-Dollar für „Burning Gas Station“, 1965-66, bei Christie’s New York erzielt worden war, wurde am Mittwoch förmlich zermalmt.

Auffallend untervertreten war bei dem Verkauf der abstrakte Expressionismus, wenngleich Franz Klines großformatiges und überraschend farbgeladenes „King Oliver” von 1958 für 26.485.000 US-Dollar (21,26 Mio. Euro; Taxe: 25-35 Mio. US-Dollar) an einen Telefonbieter ging. Der Werktitel verweist auf Louis Armstrongs King Oliver’s Creole Jazz Band.

Von Willem de Kooning gab es diesmal keine Werke aus den 40ern oder 50ern, wohl aber spätere Arbeiten wie das große Ölgemälde „Untitled XXIV” von 1982, das für 17.525.000 US-Dollar (14,07 Mio. Euro; Taxe 9-12 Mio. US-Dollar) zugeschlagen wurde oder die etwas weniger spärliche Abstraktion „Untitled III” von 1978 in dichtem Blassblau und Grün, die für 14.725.000 US-Dollar (11,82 Mio. Euro; Taxe: 12-18 Mio. US-Dollar) an einen in San Francisco lebenden Privathändler ging. Überraschenderweise scheint de Kooning nun auch in die Riege der großen Bildhauer des 20. Jahrhunderts aufgestiegen zu sein, jedenfalls von der finanziellen Warte aus gesehen. Sein 151 cm hoher „Clamdigger“ von 1972, die Künstlerkopie einer Bronze-Edition von sieben, realisierte 20.285.000 US-Dollar (16,29 Mio. Euro; Taxe: 25-35 Mio. US-Dollar). Der letzte Rekord für eine bildhauerische Arbeit des Künstlers war 2009 für den aus dem Jahr 1975 stammenden „Large Torso“ aufgestellt worden. Damals wurden bei Sotheby’s New York 5.682.500 US-Dollar bezahlt. Bei der am Mittwoch versteigerten Arbeit handelte es sich um den ersten jemals bei einer Auktion verkauften „Clamdigger”. Die Figur hatte zuvor vor de Koonings Atelier in East Hampton Wache gestanden und wurde vom Lisa de Kooning Trust verkauft, den die 2012 verstorbene einzige Tochter des Künstlers noch vor ihrem Tod im Alter von 56 Jahren gegründet hatte.

Eine weitere bildhauerische Arbeit, Jeff Koons‘ riesiger „Balloon Monkey (Orange)” von 2006-2013, der die letzten vier Wochen den Gehsteig vor Christie’s geschmückt hatte, ging für 25.925.000 US-Dollar (20,81 Mio. Euro; Taxe: 20-30 Mio. US-Dollar) an eine Bieterpartei am Telefon und gilt nun als fünftteuerste bei einer Auktion verkaufte Arbeit des Künstlers. Eine frühere Schöpfung von Koons, „Pink Panther“ von 1988, aus Porzellan gefertigt und das beste Stück seiner „Banality“-Serie, wurde für 15.845.000 US-Dollar (12,72 Mio. Euro; Taxe: 8-12 Mio. Euro) zugeschlagen. Larry Gagosian war auch hier der Unterlegene. Die Arbeit war zuletzt im Mai 2011 für 16.882.500 US-Dollar bei Sotheby’s New York verkauft worden – offensichtlich war der Zeitpunkt, sie erneut auf den Markt zu bringen, verfrüht gewählt.

45 Nov. 13___________________________________________

Francis Bacon: “Seated Figure”, 1960, Öl auf Leinwand, verkauft für: 44.965.000 US-Dollar (36,1 Mio. Euro)
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Eindrucksvoll war die Auswahl an Werken britischer Künstler. Francis Bacons furchteinflößende „Seated Figure“ von 1960 – eine rotgewandete Gestalt in hohem Gestühl – wechselte für 44.965.000 US-Dollar (36,1 Mio. Euro; Taxe: 40-60 Mio. US-Dollar) den Besitzer. Die Arbeit wurde teilweise von Velazquez’ „Portrait von Papst Innozenz X” aus dem Jahr 1650 inspiriert und offenbart, abgesehen von den plumpen Händen, auch eine fast päpstliche Perfektion. Es war zuletzt im Dezember 1996 für 1.541.500 Pfund bei Christie’s London verkauft worden.

46 Nov. 13Peter Doig: “Pine House (Rooms for Rent)”, 1994

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 Peter Doigs verschwenderisch gemaltes „Pine House (Rooms for Rent)” von 1994, ein grandios-großformatige Ansicht eines ausgebrannten Wohnheims, die zu den Höhepunkten der Doig-Retrospektive 2008 in der Tate Britain gehört hatte, wurde für den Rekordpreis von 18.085.000 US-Dollar (14,52 Mio. Euro; Taxe in der Region von 15 Mio. US-Dollar) verkauft. Das Bild war kurz nach seinem Entstehen bei Gavin Brown’s Enterprise in New York zu sehen gewesen, also lange bevor Doig zu internationaler Berühmtheit aufstieg.

Das Werk eines anderen britischen Superstars, Lucian Freuds „Julie and Martin“ von 2001, ein in Freudscher Akribie gemalter weiblicher Akt, der mit geschlossenen Augen den Kopf auf den Schoß des vollbekleideten Begleiters legt, wurde für 16.965.000 US-Dollar (13,62 Mio. Euro; Taxe: 15-20 Mio. US-Dollar) einem jungen asiatischen Bieter zugeschlagen. Es war 2002 in der Freud-Retrospektive an der Tate Britain zu sehen gewesen.

44 Nov. 13

Cy Twombly: “Untitled”, 1970, Haushaltsfarbe und Wachskreide auf Leinwand, verkauft für: 62 Mio. US-Dollar (49,78 Mio. Euro)
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Wenn ein Los dieses fantastischen Abends den hungrigen Markt abzubilden geeignet war, dann wohl Cy Twomblys hinreißendes Tafelbild „Untitled“ von 1970, Haushaltsfarbe und Wachskreide auf Leinwand. Schon alleine mit dem Ausrufpreis von 24 Mio. US-Dollar wurde ein Rekord gebrochen, schnell entwickelte sich ein irrwitziges Wettbieten, an dem auch David Zwirner, Andrew Fabricant und David Nahmat teilnahmen, bevor die Artillerie am Telefon zum Einsatz kam und das Werk schließlich für 62 Mio. US-Dollar (49,78 Mio. Euro; 69,6 Mio. US-Dollar/55,89 Mio. Euro, wenn man die Käuferprämie addiert) vom Markt nahm.

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Impressionismus und Moderne bei Christie’s New York am 5. November 2014

02 Nov. 07Édouard Manet: Le Printemps, 1881, Öl auf Leinwand

 

New York / Paris, 5.11.2014. Ein impressionistisches Gemälde von Edouard Manet war das Highlight einer ansonsten moderaten Auktion für Kunst des Impressionismus und der Moderne am 5. November 2014 bei Christie’s in New York, die ein Gesamtergebnis von 165.635.000 US-Dollar (133,4 Mio. Euro) erzielte. Dem unerwartet hohen Hammerpreis von 65.125.000 US-Dollar (52,47 Mio. Euro) für den Manet war es zu verdanken, dass das vor dem Verkauf geschätzte Ergebnis von 108-157 Mio. US-Dollar übertroffen wurde (die Schätzpreise basieren auf den Hammerpreisen und schließen deshalb Käuferprämien ein).

Insgesamt erwies sich der Abendverkauf als vergleichsweise überschaubar, zumal in Relation zu dem Rekordergebnis von 422,1 Mio. US-Dollar beim Erzrivalen Sotheby’s am Abend zuvor. Immerhin blieben nur vier von 29 ausgerufenen Losen ohne Zuschlag, zudem wurden zwei neue Künstlerrekorde aufgestellt und 31 der 35 zugeschlagenen Lose realisierten mehr als 1 Mio. US-Dollar, sechs davon sogar mehr als 5 Mio. US-Dollar. Das Ergebnis lag außerdem über dem vom vergangenen November, als 144,3 Mio. US-Dollar bei 35 zugeschlagenen Losen realisiert wurden.

Den Auftakt machte am Mittwoch Paul Klees kleines, aber dynamisches Ölgemälde „POR” aus dem Jahr 1931, für das sich mindestens vier Bieter fanden, zugeschlagen wurde es für 1.505.000 US-Dollar (1,21 Mio. Euro; Taxe: 400.000-600.000 US-Dollar). Kurz darauf erzielte Auguste Rodins lebensgroße Bronze „Damaide, grand modèle“, ca. 1895-90, aus dem Nachlass des Philanthropisten und Spirituosenmoguls Edgar M. Bronfman, 1.685.000 US-Dollar (1,35 Mio. Euro; Taxe 500.000-700.000 US-Dollar). Bronfman hatte es 1983 für 140.000 US-Dollar, damals noch eine astronomische Summe, bei Sotheby’s erstanden.

Zwei bescheiden dimensionierte, aber umso hochwertigere kubistische Arbeiten auf Papier von Pablo Picasso aus einer privaten Sammlung schnitten erstklassig ab. „Tête de femme“ aus dem Jahr 1909, braune Tusche auf Papier, das große Ähnlichkeit mit Picassos Gefährtin Fernande Olivier aufweist, erzielte 1.085.000 US-Dollar (874.171 Euro; Taxe 1-1,5 Mio. US-Dollar), während „Figure“ aus dem Jahr 1913, eine makellose und energetische Papiercollage für 4.309.000 US-Dollar (3,47 Mio. Euro; Taxe 1,5-2,5 Mio. US-Dollar) der privaten Kunstberaterin Jennifer Vorbach zugeschlagen wurde, die sich gegen den Londoner Privathändler Ivor Braka durchsetzte. Beide Arbeiten von Picasso stammten aus einer privaten Sammlung, aus der auch Gino Severinis seltenes, futuristisches „Etude pour Autoportrait au canotier“, 1912-13, eingeliefert worden war, das für satte 4.757.000 US-Dollar (3,83 Mio. Euro) Braka zugeschlagen wurde und einen neuen Künstlerrekord aufstellte. Diesmal war Jennifer Vorbach die Überbotene.

„Ich finde einfach, dass es eine der reichsten und meist entwickelten Arbeiten auf Papier ist, die Severini je gemacht hat“, sagte Braka, als er den Auktionssaal verließ. „Er war immer schon einer meiner Lieblingskünstler. Ich wünschte, ich könnte das Bild behalten. “

06 Nov. 07______________________________

Egon Schiele: „Stadt am blauen Fluss (Krumau)”, 1910

 

Eine weitere Arbeit aus der Moderne des frühen 20. Jahrhunderts, Egon Schieles frische und farbgeladene Landschaft „Stadt am blauen Fluss (Krumau)” aus dem Jahr 1910, Gouache, Aquarell, Metalllack und schwarze Conté-Kreide auf Papier, wurde für 2.965.000 US-Dollar einer anonymen Bieterpartei am Telefon zugeschlagen (2,38 Mio. Euro; Taxe 800.000-1 Mio. US-Dollar). Der New Yorker Sammler Donald Bryant musste sich, in der ersten Reihe sitzend, geschlagen geben.

Das Werk zeigt die mittelalterliche Altstadt der böhmischen Stadt Krumau, in der die Mutter des Künstlers zur Welt gekommen war. Es war wegen seiner Provenienz und unklaren Besitzverhältnissen während des Regimes der Nationalsozialisten Gegenstand einer langwierigen juristischen Auseinandersetzung gewesen.

Viele hochkarätige Namen sollten im Verlauf des Abends ausgerufen werden, nichtsdestotrotz blieb die Zahl der herausragenden Werke überschaubar. Ein früher und stimmungsvoller Vincent van Gogh, „In de Duinen“, 1883 in Den Haag gemalt, erzielte 1.805.000 US-Dollar (1,45 Mio. Euro; Taxe: 1-1,5 Mio. US-Dollar). Claude Monets aufgewühltes „Port-Coton: Le Lion”, 1886, das wogende Wellen gegen spitze Felsen brechend zeigt, realisierte 5.765.000 US-Dollar (4,64 Mio. Euro; Taxe 5-7 Mio. US-Dollar).

Unbestrittener Blockbuster des Abends war das lebendige Titellos, Manets „Le Printemps” aus dem Jahr 1881, das eine hinreißende Pariser Schönheit im Dreiviertel-Profil, mit langen Handschuhen, Blümchenkleid und blumengeschmücktem Hut unter einem Sonnenschirm zeigt. Das Bild löste einen heftigen Bieterwettstreit aus und ging für rekordbrechende 65.125.000 US-Dollar (52,47 Mio. Euro; Taxe 25-35 Mio. US-Dollar) an den New Yorker Händler und Spezialisten für Alte Meister, Otto Naumann. Ersteigert wurde es von Ambros Naumann, Ottos Sohn und Aissistent, der an der Seite seines Vater bot. Die beiden stiegen erst relativ spät und nach einem zermürbenden Wettkampf zwischen diversen Telefonbietern in die Versteigerung ein. „Leider darf ich Ihnen nicht viel verraten“, schrieb Otto Naumann nach dem Verkauf in einer E-Mail auf die Frage nach dem Käufer, für den sein Sohn und er das Werk erstanden hatten. „Die Institution wird den Kauf meines Wissens nach morgen bekannt geben.“ Mehr war ihm nicht zu entlocken, es gilt dennoch als wahrscheinlich, dass das Getty Museum hinter dem Kauf steht.

Erstklassige Werke von Manet werden nur selten auktioniert. Dieses Exemplar, das von 1993 bis vergangenen Mai als Dauerleihgabe in der National Gallery of Art in Washington hing, ist zweifelsohne ein solches. Das Gemälde, das als Teil einer ursprünglich geplanten, dann aber verworfenen Serie zu den Vier Jahreszeiten entstand, zeigt die Pariser Schauspielerin Jeanne Demarsy in einem mutig modernen, modischen und selbstbewussten Licht mit dem Sonnenschirm fast wie einem Gewehr auf der Schulter. Es war nach seiner Entstehung sofort ein großer Erfolg und wurde zusammen mit Manets Meisterwerk „Un Bar aux Folies-Bergère“, 1881-82, im Salon 1882 ausgestellt.

Am Mittwoch brach es mit Macht den bisherigen Rekordpreis für einen Manet, der im Juni 2010 bei Sotheby’s London aufgestellt worden war, als der Hedgefonds-Mogul Steve Cohen für 22.441.250 Pfund „Portrait de Manet par lui-meme, en buste (Manet a la palette)“ verkaufte. Wie selten bedeutende Werke von Manet auf den Markt kommen, zeigt sich auch daran, dass trotz seines Renommeés und kunsthistorischen Status bislang nur acht seiner Werke Preise über 10 Mio. US-Dollar erzielt haben. „Le Printemps” schafft es damit mühelos auf Platz eins der teuersten Werke des Impressionismus, noch vor einem weniger starken Van Gogh, der bei Sotheby’s 61,7 Mio. US-Dollar realisiert hat. „Der Manet ist ein guter Indikator für die anhaltende Nachfrage nach dem impressionistischen Markt“, sagte auch Brooke Lampley, Chef der Abteilung für Impressionismus und Moderne.

03 Nov. 07___________________________________

Joan Miró: “Peinture”, 1953, Öl auf Leinwand
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Unter den weiteren Highlights des Abends war eine frühe und beinahe surrealistische Landschaft von Joan Miró, „Tuilerie a Mont-roig“, aus dem Jahr 1918, eine weitwinklige Ansicht des elterlichen Bauernhofs, die der Künstler im Alter von 25 Jahren malte und die 8.677.000 US-Dollar (6,99 Mio. Euro; Taxe 5.8 Mio. US-Dollar) erzielte. Der Kunsthändler David Nahmad wurde hier von einer Bieterpartei am Telefon übertrumpft.

Bei den Surrealisten erzielte eine frühe Arbeit mit eher dunkler Farbpalette von René Magritte, „L’ombre celeste“ aus dem Jahr 1927, das eine fantastische Ziegelwand mit blauem Himmel in der Mitte zeigt, 2.741.000 US-Dollar (2,2 Mio. Euro; Taxe 2-3 Mio. US-Dollar). Das Gemälde war durch eine Garantie abgesichert. Ein weiterer Magritte, ebenfalls durch eine Garantie abgesichert, „Mesdemoiselles d l’Isle Adam” aus dem Jahr 1942, eine elaborierte Komposition künstlerischer Requisiten, ging für 4.981.000 US-Dollar (4 Mio. Euro; Taxe: 5-7 Mio. US-Dollar) an eine Bieterpartei am Telefon.

Angesichts der prallen Geldbeutel des aktuellen Kunstmarkts wüsste man gerne, wie eine bedeutende Arbeit von Magritte bei einer Auktion performen würde. Die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, ist jedoch gering und so muss der Markt sich eben bescheiden.

01 Nov. 07____________________________

Henri Matisse: “Nu assis, fond bleu”, 1936, Öl auf Leinwand
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Von Henri Matisse wurde bei Christie’s am Mittwoch „Nu Assis, fond bleu“, eine sexy Komposition aus dem Jahr 1936, angeboten. Sie zeigt das Lieblingsmodell des Künstlers, Lydia Delectorskaya in einem Sessel mit einem goldenen Armreif zum blonden Haar. Das Bild realisierte 5.429.000 US-Dollar (4,37 Mio. Euro; Taxe: 4-6 Mio. US-Dollar).

Das einzige Werk von Alberto Giacometti an diesem Abend, „Stèle III” aus dem Jahr 1962, ein Bronzeabguss nach dem Abbild von Diego Giacometti, dem Bruder des Künstlers, übertraf sich mit 9.909.000 US-Dollar (7.98 Mio. Euro; Taxe 4,5-6,5 Mio. US-Dollar) selbst. Sein Erfolg verdankte sich zweifellos auch dem am Dienstag bei Sotheby’s erzielten Superpreis von 100,9 Mio. US-Dollar für Giacomettis „Chariot”.

05 Nov. 07Fernand Leger: „Les Constructeurs avec arbre “, 1949

Insgesamt gab es für Christie’s am Mittwoch wenig Grund zur Klage, trotz des finanziellen Rückschlags mit Fernand Legers „Les Constructeurs avec arbre “, 1949, das bei 15,5 Mio. US-Dollar (12,48 Mio. Euro; Taxe: 16-22 Mio. US-Dollar) ohne Zuschlag blieb – das Bild war durch eine Garantie seitens des Auktionshauses abgesichert.

 

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Erfolgreichste Auktion in der Geschichte von Sotheby’s

Kunst für 422 Millionen US Dollar bei der Herbstauktion 2014 in New York versteigert

giaccometti

Alberto Giacometti: “Le Chariot”, 1951-52, bemalte Bronze aus einem Guss auf Holzsockel; 144,7 cm.
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New York / Paris, 5.11.2014. Elektrisiert von gleich zwei hochkarätigen Meisterwerken hat der Abendverkauf von Kunst des Impressionismus und der Moderne Sotheby’s in New York  am 4. November 2014 einen neuen Allzeit-Rekord beschert: 422.110.000 US-Dollar (338 Mio. Euro) wurden umgesetzt. Dessen ungeachtet blieben 15 der 73 ausgerufenen Lose ohne Zuschlag. Der höhere Schätzwert von 315,3 – 423,1 Mio. US-Dollar (ohne Käuferprämien) wurde fast erreicht. 45 der 58 zugeschlagenen Lose erzielten über 1 Mio. US-Dollar, fünf davon wiederum mehr als 20 Mio. US-Dollar. Der Abend übertrumpfte das Vorjahresergebnis von 290,2 Mio. US-Dollar bei 52 zugeschlagenen Losen mühelos.

Den energetischen Auftakt machte am Dienstagabend Barbara Hepworths kraftvolle Bronze „Makutu” aus dem Jahr 1970, die für schwindelerregende 1.565.000 US-Dollar (1,25 Mio. Euro; Taxe 600.000-800.000 US-Dollar) der Londoner Beaumont Nathan Fine Art Ltd zugeschlagen wurde. Ein starker Start für die plastischen Arbeiten, die an diesem Abend zur Versteigerung kamen. „Hepworth ist eine britische Künstlerin, die sich immer mehr als internationale Größe etabliert“, kommentierte Beaumont –Nathan-Direktor Hugo Nathan den Kauf. „Das schlägt sich auch in den Preisen nieder.“

Hungrig ging es weiter: Los 3, Pablo Picassos feierlicher, großformatiger Nachkriegs-Akt „Femme allongée”, Juni 1946, realisierte 5.989.000 US-Dollar (4,79 Mio. Euro; Taxe: 2-3 Mio. US-Dollar), überboten wurden hier u.a. der New Yorker Kunsthändler Christophe van de Weghe und Alberto Mugrabi. Die Arbeit war aus dem Nachlass des Schweizer Händlers und Sammlers Jan Krugier eingereicht worden, der sie direkt von Marina Picasso, des Künstlers Erbin, die er nach dessen Tod beraten hatte, bezogen hatte.

Auch der Surrealismus zeigte sich von seiner starken Seite. Los 4, René Magrittes ungewöhnliches (nämlich phallisch bestechendes) Stillleben „La Folle du Logis” aus dem Jahr 1948, erzielte 701.000 US-Dollar (561.419 Euro; Taxe: 400.000-600.000 US-Dollar); ein kurzes kubistisches Intermezzo gab es mit Los 5, Juan Gris’ ansehnlicher Tischkomposition „Compotier et fruits sur un gueridon” aus dem Jahr 1917, die für 1.686.000 US-Dollar (1,35 Mio. Euro; Taxe: 700.000-1 Mio. US-Dollar) zugeschlagen wurde. Der Schweizer Kunsthändler Robert Landau wurde hier von US-Bieter David Rogath übertrumpft.

amedeo_modigliani_tete_2014Amadeo Modigliani:  „Tête”, 1911/12, Stein, Höhe: 73 cm

Das erste Mega-Los des Abends kam bereits an achter Stelle, eine exquisite und seltene Steinplastik von Amedeo Modigliani, „Tête” von 1911-12, eines der fraglos schönsten Lose der Saison, das für 70.725.000 US-Dollar (56,64 Mio. Euro) an einen anonymen Telefonbieter ging und einen neuen Rekord für den Künstler aufstellte (die Taxe blieb im Vorfeld unveröffentlicht, soll aber im Bereich von 45 Mio. US-Dollar rangiert haben). Die Plastik wurde als eine von acht Arbeiten an diesem Abend durch eine Garantie von Sotheby’s abgesichert, mit Spannung erwartet wurde also lediglich, welchen Hammerpreis sie schließlich erzielen würde. Die Gebote begannen bei 38 Mio. US-Dollar, der Hammer fiel bei 63 Mio. (ohne Käuferprämie). Im Juni 2010 war eine ähnliche Arbeit, die etwas kleinere Plastik „Tête” (63,5 cm), bereits für damals rekordbrechende 43,1 Mio. Euro zugschlagen worden, die Taxe hatte damals gerade einmal 4-6 Mio. Euro betragen. Die am Dienstag versteigerte Version, die ca. 73 cm hoch ist, gilt als die beste privat Besessene der insgesamt 27 Kalksteinplastiken, die Modigliani in seinem Freiluftatelier am Montparnasse anfertigte.

Der Künstler pflegte die Werkgruppe, die er nach dem Vorbild eines dekorativen Frieses gefertigt hatte, mit Kerzen auszuleuchten und in einer Art ritualistischem Theater zu inszenieren. Die schlanken, verlängerten Gesichtszüge sollen von der russischen Dichterin Anna Akhmatova inspiriert worden und der ägyptischen Antike entlehnt sein. Die Steine für die Plastiken suchte der Bildhauer sich auf diversen Pariser Baustellen zusammen und transportierte sie mit einer Schubkarre zurück ins Atelier, das er sich damals mit Brancusi teilte. Der britische Künstler Augustus John hatte die am Dienstag versteigerte Plastik 1912 direkt vom Künstler erworben. Bis 1955 war sie im Besitz seiner Familie verblieben, bevor sie auf den Sekundärmarkt kam. Eine weitere Steinbüste, die John damals kaufte, befindet sich heute im Besitz des Solomon R. Guggenheim Museum. Es ist eine der besten zwei, drei Plastiken”, erklärte der Modigliani-Experte Kenneth Wayne, der die Auktion verfolgte, am Dienstag. „Modigliani verkaufte sie damals für 200 Francs. Sie hat also ein wenig an Wert dazugewonnen.“

Dasselbe galt an diesem großen und fast beispiellosen Abend der plastischen Highlights für Alberto Giacomettis sensationelle Arbeit „Le Chariot”, bemalte Bronze aus einem Guss von 1951-52, die für 100.965.000 US-Dollar zugeschlagen wurde (80,86 Mio. Euro; die Taxe war im Vorfeld nicht veröffentlicht worden, soll aber um die 100 Mio. US-Dollar betragen haben).

Die 144 cm große Plastik gilt als die einzige Bemalte im Privatbesitz. Sie zeigt eine schlanke Frauenfigur auf einem Streitwagen, dessen Räder auf zwei geschnitzten Holzblöcken ruhen. Das Werk hatte sich seit 1973 in Privatbesitz befunden, nachdem ein anonymer Sammler es erstanden und für Jahrzehnte vor der Öffentlichkeit verborgen hatte. Die große Frage am Dienstag war, welche Preislagen der begehrte Streitwagen, der von der griechischen Antike inspiriert ist, erreichen würde und ob er den bisherigen Künstlerrekord für Giacometti, der im Februar 2010 mit „L’homme qui marche”, 1960, bei Sotheby’s London aufgestellt worden war, schlagen würde. Die Milliardärin Lily Safra hatte die Arbeit für 65.001.248 Mio. Pfund ersteigert, damals der höchste Preis, der je bei einer Kunstauktion erzielt wurde. Ein heftiger Wettstreit blieb indes aus: Geboten wurde lediglich einmal, anonym am Telefon, mit 90 Mio. US-Dollar.

Thomas Seydoux von Connery Pissarro Seydoux war fassungslos: „Nur ein Bieter – auf der ganzen Welt? Das ist doch verrückt. Diese [Plastik] ist so viel besser als Der Laufende!“ Die Plastik war durch eine Garantie in unbekannter Höhe abgesichert, weshalb sich nicht abschätzen lässt, ob Sotheby‘s mit diesem Einsatz Gewinne oder Verluste gemacht hat. Eine weitere der nur sechs und damit höchst raren Plastiken, diese unbemalt, war 1984 für 1,3 Mio. US-Dollar bei Sotheby’s zugeschlagen worden. Die gestrige Plastik gilt als siebtteuerste je bei einer Auktion verkaufte Arbeit, nach einem Triptychon von Francis Bacon, Edvard Munchs „Schrei“, zwei Picassos, Giacomettis „L’homme qui marche“ und Andy Warhols „Silver Car Crash“ – ein wahrlich exklusiver Herrenclub.

„Der Markt hat seine Wertschätzung für plastische Arbeiten wiedergefunden“, meinte Simon Shaws, Chef für Impressionismus und Moderne bei Sotheby’s nach dem Verkauf. „Preislich nimmt die Bildhauerei es inzwischen mit anderen Top-Kunstwerken auf.”

Als Gegengewicht zur Moderne war der Impressionismus an diesem Abend außergewöhnlich stark vertreten: Drei erstklassige Werke von Claude Monet aus einer privaten US-Sammlung erzielten zusammen 61,9 Mio. US-Dollar (49,57 Mio. Euro). „Sous les peupliers” aus dem Jahr 1887 (Los 28), ursprünglich aus der Sammlung des revolutionären Chicagoer Kunstliebhaberpaars Bertha und Potter Palmer, die von der Künstlern Mary Cassatt beraten wurden, wurde für 20.325.000 US-Dollar (16,27 Mio. Euro; Taxe 12-18 Mio. US-Dollar) zugeschlagen. Eine üppige Gartenansicht, „Alice Hoschede au jardin“ aus dem Jahr 1881, die die junge Geliebte des Künstlers in einem verschwenderischen Garten zeigt, realisierte 33.765.000 US-Dollar (27,04 Mio. Euro; Taxe 25-35 Mio. US-Dollar).

Für den oft von Durstrecken heimgesuchten Markt für Monet war es überhaupt ein sehr befriedigender Abend. Das sonnendurchflutete „Eglise de Vernon, soleil“, aus dem Jahr 1894 (Los 30), das eine hübsche Stadt mit gotischer Kirche an der glitzernden Seine zeigt, realisierte 7.781.000 US-Dollar (6,23 Mio. Euro; Taxe 7-9 Mio. US-Dollar). Alle drei Werke wurden an anonyme Bieterparteien am Telefon zugeschlagen.

van gogh

Vincent van Gogh: “Vase aux marguerites et coquelicots”, Öl auf Leinwand, 16.-17. Juni 1890, 66 x 51 cm
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Dass ein ausgewachsener Vincent van Gogh, selbst, wenn er kein Meisterwerk ist, bei einer Auktion ein Ereignis ist, bewies Los 17, das liebliche, höchst dekorative „Nature morte, Vase aux marguerites et coquelicots” vom Juni 1890, das der Künstler nur zwei Wochen vor seinem Suizid in den nahegelegen Feldern von Auvers malte. Das 66 auf 51 cm große Ölgemälde ging für astronomische 61.765.000 US-Dollar (49,46 Mio. Euro; Taxe: 30-40 Mio. US-Dollar) an Jen Hua von Sotheby’s Beijing. Die New Yorker Privathändlerin Nancy Rosen, die ebenfalls über ihr Handy Gebote annahm, musste sich hier geschlagen geben.

Bemerkenswerterweise war das Gemälde, als es zuletzt im November 1999, zu Beginn der großen Kunstmarktkrise, bei Christie’s New York eingereicht worden war, zurückgekauft worden, damals bei einem Schätzpreis von 12-16 Mio. US-Dollar. Sotheby’s hatte neben dieser noch eine ganze Reihe weiterer Arbeiten, die zuletzt bei Auktionen unverkauft geblieben waren, im Angebot – ein sicheres Anzeichen für das erstarkende Vertrauen der Verkäufer in den Markt.

Dies war etwa der Fall bei Joan Miros lebendig pulsierendem „Oiseau, insect, constellation” aus dem Jahr 1974, das 2.285.000 Mio. US-Dollar realisierte (1,83 Mio. Euro; Taxe: 2-3 Mio. US-Dollar). Im Juni 2011 war es bei Christie’s London noch ohne Zuschlag geblieben, damals bei einem Schätzpreis von 2-3 Mio. Pfund. Ein weiterer Phoenix aus der Asche (Los 54), Edouard Manets eindrucksvolles Kostümbild „Polichinelle” aus dem Jahr 1873, erwachte bei 3.525.000 US-Dollar (2,82 Mio. Euro; Taxe: 1-1,5 Mio. US-Dollar) wieder zum Leben, es war zuletzt im Mai 2005 bei Christie’s New York bei einem Schätzpreis von 2-3 Mio. US-Dollar unverkauft geblieben.

picasso

Pablo Picasso: “Bouffon et jeune acrobate”, 1905, Gouache und Kohle auf Papier; 58,2 x 47,5 cm. Taxe: $2.5/3.5 Mio.; Verkaufspreis:$5.989.000
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Mit fünfzehn Werken aus verschiedenen Phasen bot der Dienstagabend auch eine gute Gelegenheit, den aktuellen Markt für Pablo Picasso abzuschätzen. Die ungehobelte „Baigneuse au ballon“ (Los 38) eine Tuschezeichnung auf Papier aus dem Jahr 1929 und den Beständen der Sao and Pierre Schlumberger Collection entstammend, realisierte 1.205.000 US-Dollar (965.065 Euro; Taxe: 1-1,5 Mio. US-Dollar)

„Tête d’homme à la pipe”, ein polterndes Alterswerk aus dem Jahr 1969 aus seiner Musketier-Serie, wurde für 4.421.000 US-Dollar (3,54 Mio. Euro; Taxe: 4-6 Mio. US-Dollar) zugeschlagen. „Homme assis“, ebenfalls von 1969, ging für 11.365.000 US-Dollar (9,1 Mio. Euro; Taxe: 8-12 Mio. US-Dollar) an den New Yorker Kunsthändler Jose Mugrabi. 14 der 15 eingereichten Picassos wurden zugeschlagen – eine in jeder Hinsicht starke Performance.

 

 

 

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Oktober 2014 Auktion in London

01 Oct. 20 Top-Los des Abends am 16. October 2014 bei Christie’s London, war Peter Doigs tropisches „The Heart of Old San Juan“ aus dem Jahr 1999, das 5,7 Mio. Euro realisierte. (Courtesy of Christie’s Images Ltd. 2014)

Paris / London 16. October 2014. Nicht jeder Kunstsammler ist auch Besitzer eines Lofts mit überdurchschnittlicher Raumhöhe. Das könnte einer der Gründe gewesen sein, warum am 13. Oktober 2014 bei Christie’s in London die Anzahl der Bieter bei manchen der 44 Kunstwerke – von Thaddaeus Ropac als die “Kronjuwelen” der Sammlung Essl bezeichnet – überschaubar blieb. Nicht bei Maria Lassnig, deren Zwei Maler, drei Leinwände Ropac bei brutto 182.500 Pfund (231.410 Euro, inkl. Aufgeld) vor dem Scheitern rettete. Ein Stützungskauf, gilt es zu vermuten, der allerdings unter in Österreich geläufigen Werten erfolgte.

Auch nicht bei Andreas Gurskys Hong Kong, Grand Hyatt Park, ein Fotoprint von 1994, der auf Wunsch des Künstlers vor der Auktion zurückgezogen werden musste: Der “bad condition” wegen, erklärte Jussi Pylkkänen (Christie’s-Präsident und Chairman Europa, EMRI) und verweist auf einige Kratzer. Gursky wird nun einen neuen Abzug produzieren, der im Februar zur Auktion kommen soll. Ob dafür Produktionskosten anfallen und wer diese übernehmen wird, war nicht in Erfahrung zu bringen.

Nach der Versteigerung der Sammlung Essl am 13. Oktober hat das britische Auktionshaus Christie’s dann am  16. Oktober parallel zur Frieze Week 2014 mit der Hauptauktion für Nachkriegs- und Gegenwartskunst nachgelegt. Top-Los des Abends war Peter Doigs tropisches „The Heart of Old San Juan“ aus dem Jahr 1999, das einen smaragdgrünen Basketballplatz am Meer zeigt. Das beschauliche Bild, das Doig, der für seine schneereichen Darstellungen Kanadas bekannt wurde, von einer weniger bekannten Seite zeigt, erregte großes Interesse unter den Bietern und wurde schließlich für 4,56 Mio. Pfund (5,72 Mio. Euro) zugeschlagen. Der Schätzwert hatte 4-6 Mio. Pfund betragen.

Mit der sorgsam ausgewählten Versteigerung versuchte Christie’s augenscheinlich, der aktuellen Stimmung gerecht zu werden. Im Fokus standen auffallend viele junge Künstler und deutsche Meister, die in London gerade mit mehreren großen Ausstellungen bedacht werden: Anselm Kiefer in der Royal Academy of Art, Sigmar Polke in der Tate Modern und seit dieser Woche Gerhard Richter bei Marian Goodman. Richter, dessen Bild „Netz” bei der Essl-Versteigerung unverkauft blieb, war am Donnerstag in der King Street wieder heiß begehrt und erzielte das zweithöchste Ergebnis: sein „Waldstück (Chile)“, 1969, wurde für 4,45 Mio. Pfund (5,58 Mio. Euro, Taxe: 3-5 Mio. Pfund) zugeschlagen, „Fiktion (Garten)“,1975, erzielte 2,21 Mio. Pfund (2,7 Mio. Euro; Taxe: 1,5-2 Mio. Pfund), während ein „Abstraktes Bild“ aus dem Jahr 1990 für 1,87 Mio. Pfund (2,34 Mio. Euro; Taxe: 1,2-1,8 Mio. Pfund) und eine weitere abstrakte Arbeit aus dem Jahr 1981 für 1,2 Mio. Pfund (1,5 Mio. Euro; Taxe: 1-1,6 Mio. Pfund) verkauft. Nur eines der insgesamt sechs eingereichten Richter-Bilder, eine abstrakte Arbeit aus dem Jahr 1995, blieb bei einem Schätzwert von 1,5-2 Mio. Pfund unverkauft.

02 Oct. 20

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Georg Baselitz: “Ein zerissener Hund aufwärts”, 1968

 

Zwei Werke von Georg Baselitz wurden ebenfalls zugeschlagen:  „Ein zerrissener Hund, aufwärts“, 1968, realisierte 1,02 Mio. Pfund (1,28 Mio. Euro) bei einer Taxe von 600.000-800.000 Pfund. Das später entstandene Werk „Orangenesser”, 1982, erzielte 1,08 Mio. Pfund (1,35 Mio. Euro) bei einer Taxe von 600.000-800.000 Pfund. Eine unbetitelte  Arbeit von Sigmar Polke aus dem Jahr 1998, eine grob gerasterte Darstellung einer sitzenden Frau in halterlosen Strümpfen, wurde für 1,05 Mio. Pfund (1,31 Mio. Euro) zugeschlagen, die Taxe hatte bei 600.000-800.000 Pfund gelegen.  Anselm Kiefers „Laßt tausend Blumen blühen!“ aus dem Jahr 1999 realisierte schließlich 1,2 Mio. Pfund (1,5 Mio. Euro) bei einer Taxe von 700.000 – 1 Mio. Pfund. Ebenfalls ungebrochen die Nachfrage nach Jean-Michel Basquiat. Sein „Love Dub for A”, Schätzwert 4-6 Mio. Pfund, wurde für 4,34 Mio. Pfund (5,44 Mio. Euro) zugeschlagen. Die comicartige Arbeit aus dem Jahr 1987 zeigt eine werbetafelgroße Hommage an Basquiats Freund und Mentor Andy Warhol, der im Februar des Entstehungsjahres unerwartet gestorben war.  Der Markt für den US-Künstler, der 1988 selbst im Alter von 27 Jahren verstarb und 800 Gemälde hinterließ, bleibt stark. Seine 1983 entstandene Arbeit „Infantry“ erzielte 2,43 Mio. Pfund (3,05 Mio. Euro).

03 Oct. 20 _________________________________________

Sigmar Polke: “Indianer mit Adler“, 1975

Tracey Emin war ebenfalls in London vertreten. Ihre Arbeit „Mad Tracey From Margate Everbody’s Been There” wurde für 722.500 Pfund (907.259 Euro) zugeschlagen. Die Taxe für die applizierte Decke mit persönlichen Motiven hatte bei 700.000-1 Mio. Pfund gelegen. Das Werk war 1997 entstanden, dem Jahr, in dem Emin als Teil der berühmten YBA-Ausstellung in der Royal Academy of Art schlagartig bekannt wurde. „Conversation Piece I”, ein im Todesjahr des spanischen Künstlers Juan Muñoz entstandenes, vierteiliges Bronzeensemble, 2001, wurde für 2,32 Mio. Pfund (2,91 Mio. Euro, Taxe: 1,5-2 Mio. Pfund) zugeschlagen und ging Christie’s zufolge an einen privaten europäischen Abnehmer.  Eine charakteristische Meeresdarstellung des japanischen Fotografen Hiroshi Sugimoto, „Aegean Sea, Pilion“, 1990, realisierte außerdem 242.500 Pfund (304.512 Euro; Taxe: 200.000-300.000 Pfund).

Insgesamt wurden bei der Auktion von Nachkriegs- und Gegenwartskunst am Donnerstag 40,34 Mio. Pfund (50,65 Mio. Euro; inklusive Käuferprämien ) umgesetzt, von den 46 ausgerufenen Losen wurden 41 zugeschlagen.  Bei der anschließend abgehaltenen Auktion italienischer Kunst wurden weitere 27,58 Mio. Pfund (34,63 Mio. Euro) umgesetzt, das Highlight war hier eine Metallsäule von Alighiero Boetti (1940-1994), die mit 2,43 Mio. Pfund (3,05 Mio. Euro) einen neuen Künstlerrekord realisierte.

Insgesamt setzte Christie’s am Donnerstagbend demnach 67,9 Mio. Pfund (85,2 Mio. Euro) um, rechnet man das Ergebnis der Essl-Versteigerung am Montag dazu, beläuft sich das Ergebnis der Woche auf 114,7 Mio. Pfund (144 Mio. Euro) – eine neues Allzeithoch für Oktober-Auktionen. Darauf deutete auch die hohe Teilnehmerzahl hin, er habe „noch nie einen so vollgepackten Auktionssaal gesehen“, erklärte Francis Outred, International Director und Chef für Nachkriegs- und Gegenwartskunst bei Christie’s Europa nach den Veranstaltungen.

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Monet-seerosen

London / Paris, 23. Juni 2014. Claude Monet’s Gemälde NYMPHÉAS von 1906 ist in London für umgerechnet 39,7 Millionen Euro versteigert worden. Bei einer Versteigerung des Auktionshauses Sotheby’s erzielte das Bild damit den bisher zweithöchsten Preis für ein Monet-Gemälde überhaupt. Es stammt aus dem Besitz des Pariser Kunsthändlers Paul Durand-Ruel und ging an einen anonymen Bieter.

Von 1904 bis 1908 entstand die erste Seerosenserie, aus der 1909 48 Bilder in einer Ausstellung “Les Nymphéas, Paysage d’Eau”, vom 6. Mai – 5. Juni 1909 in der Galerie Paul Durand-Ruel, Paris, zu sehen waren. Das Wesentliche des Motivs war laut Monet der Wasserspiegel, “dessen Anblick sich ständig durch die Reflexe von Fragmenten des Himmels verändert, wodurch es mit Leben und Bewegung erfüllt wird.” Der Oberfläche des Wassers wird man als Betrachter jedoch nur über die darauf schwebenden Seerosen gewahr. Das Gemälde malte Monet am frühen Morgen, gerade als sich die ersten Sonnenstrahlen im Wasser zu spiegeln begannen. Eines der damals gezeigten Werke erwarb Monets Galerist Durand-Ruel, Paris. Insgesamt malte Monet in den letzten drei Jahrzehnten seines Lebens rund 250 Seerosen-Bilder.

Im Mai 2000 hatte Ralph C. Wilson eines der Monet Nymphéas-Gemälde für netto 19 Millionen Dollar bei Christie’s (New York) ersteigert. Im März dieses Jahres verstarb der Buffalo-Bills-Eigner und Mitbegründer der American Football League 95-jährig, seine Erben lassen nun neben dieser Trophäe noch drei weitere Monet-Werke bei Sotheby’s versilbern. Im aktuellen Ranking der zehn höchsten weltweit verzeichneten Auktionszuschläge des Künstlers – darunter übrigens nicht weniger als sechs Seerosenbilder – hält das jetzt verteigerte Gemälde Platz 2. Den vorläufigen Höchstwert hatte ein anonymer Käufer im Juni 2008 bei Christie’s für “Le bassin aux nymphéas”, ein Querformat von 1919, mit 36,5 Millionen Pfund (45,68 Mio. EUR) bewilligt. Gerüchteweise soll es sich seither im Besitz von Roman Abramowitsch befinden.

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Rekordkunst bei Christie’s New York – Frühjahr 2014

Francis Bacon's Three Studies of Lucian Freud.

Francis Bacon’s Three Studies of Lucian Freud.

Paris / New York, 13. und 14. Mai 2014. Mit einem fröhlichen Knall ist am Montagabend bei Christie’s New York die Auktionssaison für Gegenwartskunst eröffnet worden. Der Abend unter dem Titel „If I Live I’ll See You Tuesday“ erzielte einen Umsatz von 134.630.000 US-Dollar (98.255.729 Euro), von insgesamt 35 Losen wurden alle bis auf eines zugeschlagen. Das Gesamtergebnis übertraf die Erwartungen von ca. 92-124 Mio. US-Dollar (ohne Käuferprämien) mit Leichtigkeit. Zwanzig der 34 zugeschlagenen Werke erzielten Preise von über 1 Mio. US-Dollar (729.820 Euro), acht mehr als 5 Mio. US-Dollar (2,64 Mio. Euro) und vier mehr als 10 Mio. US-Dollar (7,29 Mio. Euro). Eindrucksvoller noch ist die Menge der Künstlerrekorde, die an diesem Abend aufgestellt wurde: 14 an der Zahl, für eine ganze Spannbreite an Künstlern, von Neulingen wie dem Maler Alex Israel bis hin zu etablierten Größen wie dem verstorbenen Martin Kippenberger.

Da es sich bei dem Auktionsabend um eine „kuratierte“ Einzelveranstaltung handelte, gibt es keinen unmittelbaren Vergleich, herangezogen werden könnte vielleicht die von dem Kurator Philippe Segalot organisierte „Carte Blanche“-Auktion bei Phillips de Pury im Jahr 2010, bei der 52 Lose zugeschlagen und 137 Mio. US-Dollar umgesetzt wurden. Ziel des einmaligen Auktionsabends war es nach Angaben von Loic Gouzer, der die Veranstaltung für Christie’s organisiert hatte, Künstlern, die größtenteils in den 1980ern und 1990ern bekannt wurden, oft jedoch zugunsten der abstrakten Expressionisten, London School und Pop Art ins Hintertreffen geraten, Raum zu geben. „Ein riskantes Unterfangen“, wie Gouzer Anfang des Jahres, als der Abend Gestalt anzunehmen begann, einräumte. „Diese Abendauktionen sind inzwischen so groß, dass ein Klassiker aus den 1980er fast keinen Platz mehr darin findet.“ Abgesichert war das „riskante Unterfangen” mit 14 Verkaufsgarantien, das entspricht 39 Prozent der angebotenen Lose. Eine Garantie wurde direkt durch Christie’s abgesichert, elf anonym. Der Abend, dessen Titel einem Joke Painting von Richard Prince, das ebenfalls eingereicht worden war, entlehnt war, war im Vorfeld kräftig beworben worden. Unter anderem zeigte ein fetziges Musikvideo den Profi-Skateboarder Chris Martin zu coolen Beats zwischen der millionenschweren Kunst manövrieren, ein Anblick, der den Versicherern den einen oder anderen Herzskasper beschert haben dürfte.

Cady Nolands gewagtes Wandrelief „Percussion and Cartridge Revolvers” aus dem Jahr 1984, inklusive Polizeiausrüstung und einer illustrierten Anleitung zum Gebrauch von Pistolen und Revolvern, eröffnete den Abend. Der Kunsthändler Larry Gagosian ersteigerte das Werk für 509.000 US-Dollar (371.478 Euro, Taxe 80-120.000 US-Dollar). Von da an ging es preislich steil bergauf, eine grafische Arbeit von Christopher Wool aus dem Jahr 1990, Alkyd und Graphit auf Papier, ohne Titel und mit dem dick buchstabierten Text „CATS INBAG BAGS IN RIVER“ versehen, erzielte 1.445.000 US-Dollar (1,05 Mio. Euro, Taxe 1-1.5 Mio. US-Dollar) und ging an einen privaten Bieter aus der zweiten Reihe, der sich gegen den New Yorker Händler Stellan Holm durchsetzte. Die rund 90 auf 60 cm große Arbeit war zuletzt im Mai 2009 für 386.500 US-Dollar bei Christie’s verkauft worden.

Richard Princes von einer Garantie anonym abgesichertes „Nurse of Greenmeadow” aus dem Jahr 2002, die Appropriation eines schrillen Groschen-Liebesroman-Umschlags und mit knapp 200 auf 150 cm eines der großen Exemplare aus seiner legendären Serie, erzielte einen Rekordpreis von 8.565.000 US-Dollar (6,25 Mio. Euro, Taxe 7-9 Mio. US-Dollar) und ging an einen anonymen Telefonbieter. Das Gemälde übertraf knapp Princes „Overseas Nurse“ aus demselben Jahr, das im Juli 2008 bei Sotheby’s London mit 4.241.250 Pfund einen neuen Rekord aufgestellt hatte, bevor Princes Markwert jäh zu sinken begann. Dass die Trendwende nun erreicht ist, legte nicht nur ein Ausspruch des Marktprotagonisten und Kunsthändlers Alberto Mugrabi nahe, der Prince kürzlich als „den wichtigsten lebenden Künstler“ der USA bezeichnete, sondern auch die gute Verkaufsquote am Montagabend: sämtliche fünf eingereichten Arbeiten wurden zugeschlagen, wenngleich vier durch eine Garantie abgesichert waren.

03 May. 15

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David Hammons: “Untitled”, 1978

Eine weitere durch eine Garantie abgesicherte Einreichung, David Hammons‘ formstrenges und doch dynamisches Wandrelief „Untitled” aus dem Jahr 1978 aus speerförmigen Phonographenplattensplittern, bunten Schnüren und Haaren, schaffte 3.525.000 US-Dollar (2,57 Mio. Euro, Taxe 2-3 Mio. US-Dollar) und ging an einen Telefonbieter, der von Christie’s stellvertretender Asienchefin Xin Li bedient wurde. Xins Telefon spielte an diesem Abend insgesamt eine wichtige Rolle, ein weiterer Beleg für die wachsende und aggressive Nachfrage aus dem asiatischen Raum, wenn es um impressionistische, moderne und Gegenwartskunst geht. Auch für jüngere Arbeiten von weniger bekannten Künstlern erwies sich der Abend als erfolgreich. Unter den aufstrebenden Marktstars war u.a. Joe Bradleys wüste „Blonde“ aus dem Jahr 2011, Öl, Acryl, Ölkreide, Grafit, Papier und Filmstreifen, die den Schätzpreis hinter sich ließ und mit 965.000 US-Dollar (704.276 Euro, Taxe 500.000-700.000 US-Dollar) einen neuen Rekord aufstellte, sehr erfolgreich.

Ein ebenfalls stattliches Ergebnis bei weniger großem Bekanntheitsgrad erzielte zudem Michael Riedels grafisch stilisierte Abstraktion „Untitled“, Siebdrucktinte auf Leinwand, das mit 305.000 US-Dollar (222.595 Euro, Taxe 80.000-120.000 US-Dollar) einen weiteren Rekord erzielte. David Zwirner war hier einer der Überbotenen. Die Choreografie aus Nachwuchs und hochpreisig gehandelten Veteranen erlebte mit Los 13, „Untitled“, einem Pseudo-Selbstportrait von Martin Kippenberger. aus dem Jahr 1988, ihre Fortsetzung. Das auf einer berühmten Fotografie von Pablo Picasso in Unterwäsche und mit seinem afghanischen Windhund an der Seite basierende Werk wurde bei alle Rekorde brechenden 18.645.000 US-Dollar zugeschlagen (13,6 Mio. Euro, Taxe 9-12 Mio. US-Dollar) und ging an einen Bieter an Xins Telefon, der sich zuvor einen erbitterten Wettstreit mit einem anderen Telefonbieter geliefert hatte. Und hochkarätig ging es weiter mit Jean-Michel Basquiats frühem und imposant-wildem „Made in Japan I” aus dem Jahr 1982, Acryl und Ölkreide auf auf Leinwand aufgezogenem Papier, das für verhältnismäßig moderate 8.005.000 US-Dollar (5,84 Mio. Euro, Taxe 7-9 Mio. US-Dollar) an einen Telefonbieter ging. Der Basquiat war zuletzt im Oktober 2002 für 468.500 Pfund bei Sotheby’s London versteigert worden.

Martin Kippenberger:"Dinosaurierei", 1996

Martin Kippenberger,“Untitled”, 1988, das für 18,6 Mio. US-Dollar zugeschlagen wurde

Unverdrossen kreiselte das Millionenkarussel bei Jeff Koonsheute ikonischer und noch immer spektakulären Skulptur „Two Ball Total Equilibrium Tank (Speaking of Dr. J. Silver Series) in einem elaborierten und gefüllten Aquarium aus dem Jahr 1985 (Edition von zwei) weiter, das für 6.885.000 US-Dollar (5,02 Mio. Euro, Taxe 4-6 Mio. US-Dollar) an einen Telefonbieter zugeschlagen wurde. Der in New York und London aktive Händler David Zwirner war der Überbotene. Ein weiterer Koons, „Aqualung“, eine Bronzereplik des Künstlerexemplars aus dem Jahr 1985 aus einer Edition von drei und von Christie’s-Eigner François Pinault konsigniert, realisierte 11.589.000 US-Dollar (8,45 Mio. Euro, Taxe 9-12 Mio. US-Dollar) und ging an den international tätigen Händler David Nahmad. Gagosian war auch hier der Überbotene. Ein weiterer Richard Prince, das Joke Painting “If I Die“ aus dem Jahr 1990 und Namenspate für den gesamten Abend, ging für 4.650.000 US-Dollar (3,39 Mio. Euro, Taxe 3,5-4,5 Mio.US-Dollar) an einen anderen Telefonbieter, ebenfalls durch eine Garantie abgesichert.

Das Joke Painting eines aktuellen Marktlieblings, Dan Colen, „Boo Fuck’n Hoo” aus dem Jahr 2006, das eine gelöschte Kerze zeigt, deren aufsteigender Rauch den Bildtitel als Schriftzug zeigt, erzielte mit 3.077.000 US-Dollar (2,24 Mio. Euro, Taxe 2-3 Mio. US-Dollar) einen neuen Rekord. Ein kurzes Andy-Warhol-Distaster-Painting-Intermezzo gab es mit dem zitronengelben „Little Electric Chair” aus dem Jahr 1965, rund 60 auf 70 cm, das 10.469.000 US-Dollar (7,64 Mio. Euro, Taxe 7,5-9,5 Mio. US-Dollar) erzielte. Der Zuschlag ging einmal mehr an einen Bieter an Xins Telefon.Unter den wenigen britischen bzw. schottischen Einreichungen dieses überwiegend US-amerikanisch dominierten Abends ragte Peter Doigs strahlende und dabei eintönige Fantasielandschaft „Road House“ aus dem Jahr 1991, bravouröse 193 auf 248 cm groß heraus, die einen Rekordpreis von 11.925.000 US-Dollar (8,7 Mio. Euro, Taxe 9,1-11,5 Mio. US-Dollar) realisierte. Am Dienstag hatte das Werk “Race Riot” (Rassenunruhen) von Warhol bei Christie’s fast 63 Millionen Dollar eingebracht. “White Marilyn” wiederum erzielte mehr als 41 Millionen Dollar. Ein Rekordpreis wurde im vergangenen November für Warhols Arbeit “Silver Car Crash (Double Disaster)” gezahlt: mehr als 105 Millionen Dollar.

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Peter Doig: “Roadhouse”, 1991

Die Frühlingsauktionen von Kunst aus der Nachkriegszeit und von Zeitgenossen wurden in diesem Jahr bei Christie’s und Sotheby’s von dem US-Maler Barnett Newman dominiert. Sein Gemälde “Black Fire I” kam am Dienstag für mehr als 84 Millionen Dollar unter den Hammer. Einen weiteren Auktionsrekord brachten diee originalen Mobiles des 1976 gestorbenen Amerikaners Alexander Calder – ein Verkaufsschlager in jedem Museumsladen. Sie wurden jetzt für gut 25,9 Millionen Dollar verkauft und erzielten damit mehr als doppelt so viel wie erwartet. “Untitled” von Mark Rothko lag mit 66,2 Millionen ebenfalls über den Erwartungen. Zu den Highlights der Auktion gehörte darüber hinaus das Bild “Three Studies for a Portrat of John Edwards” von Francis Bacon, dass mit 80,8 Millionen Dollar Verkaufspreis den Erwartungen gerecht wurde. Allerdings in Anbracht dessen, dass ein ähnliches Triptychon von Bacon vor einem halben Jahr für überraschende 142,4 Millionen Dollar zum teuersten je versteigerten Bild wurde, wird die Volatilität des Kunstmarktes um so deutlicher.

Einen Tag nach der Rekordauktion bei Christie’s hat auch Konkurrent Sotheby’s ordentlich Umsatz gemacht. Das New Yorker Auktionshaus verzeichnete am Mittwochabend 14. Mai 2014 (Ortszeit) mehrere Auktionsrekorde, so auch für die deutsche Künstlerin Rosemarie Trockel, deren Auktionsrekord mehr als vervierfacht wurde. Ihr Bild „untitled“ aus der Mitte der 80er Jahre ging für fast fünf Millionen Dollar weg. Trockels bisherige Bestmarke lag bei knapp 1,2 Millionen Dollar. Das drei Meter breite Bild der 61 Jahre alte Künstlerin aus dem Ruhrgebiet zeigt als immer wiederkehrende Motive links ein Wollknäuel und rechts einen Hasenkopf.

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Highlights der New Yorker Moderne-Auktionen. Frühjahr 2014

Pablo Picasso

Pablo Picasso: “Tête de Marie-Thérèse (1932-34), Oil on canvas
Photo: Courtesy Sotheby’s.

Paris / New York, 7. Mai 2014. Reges, aber wählerisches Interesse bestimmte die Abendauktion für Impressionisten und Moderne am 7. Mai 2014 bei Sotheby’s New York. Fünfzig Lose wurden zugeschlagen, 36 davon für mehr als 1 Million US-Dollar (717.566 Euro), vier für mehr als 10 Mio. US-Dollar (7,17 Mio. Euro). Insgesamt wurde ein Umsatz von 219.010.001 US-Dollar (157,15 Mio. Euro) erreicht, weniger als vergangenen Mai, als 60 Lose zugeschlagen und ein Umsatz von 230 Mio. US-Dollar erzielt worden waren. Erwartet worden war ein Ergebnis von 218,1-317,95 Mio.US-Dollar. Wie schon bei Christie’s einen Abend zuvor, wo mit 285,8 Mio. US-Dollar bei 47 zugeschlagenen Losen ein wesentlich stärkeres Ergebnis erzielt worden war, wurden auch bei dieser Auktion keine neuen Künstlerrekorde aufgestellt. Fünf Lose waren durch Garantien abgesichert.

Mit Pablo Picassos „Composition avec femme aux cheveaux mi-longs” aus dem Jahr 1930, eines von 12 Werken  aus dem Nachlass von Jan Krugier, erlebte der Abend einen fulminanten Auftakt. Krystna Gmurzynska von der Zürcher und St. Moritzer Galerie Gmurzynska   erstand das Bild für 2.285.000 US-Dollar (1,63 Mio. Euro, Schätzpreis 900.000-1.2 Mio. US-Dollar). Elf der 12 eingereichten Werke aus dem Krugier-Konvolut wurden zugeschlagen, insgesamt erzielte der Verkauf 32,9 Mio. US-Dollar (23,6 Mio. Euro) und damit deutlich mehr als der zuvor geschätzte Höchstpreis von  28,6 Mio.US-Dollar (20,52 Mio. Euro). Wie schon bei Christie’s am Vorabend, war Picasso mit 13 Werken auch bei Sotheby’s stark vertreten, erreichte jedoch wegen ambitionierter Schätzpreise keine so gute Nachfrage: Fünf der eingereichten Arbeiten blieben ohne Zuschlag. Dessen ungeachtet erwies sich Picassos „Le Sauvetage” (1932) als Toplos: Der Zuschlag erfolgte bei 21.525.000 US-Dollar (15,44 Mio. Euro, Schätzpreis 14-18 Mio. US-Dollar), ein entschlossener Telefonbieter konnte sich nach längerem Wettstreit durchsetzen. Das Ergebnis übertraf auch das Top-Los des Vorabends bei Christie’s, wo Claude Monets „Nympheas“ 27 Mio. US-Dollar erreicht hatte. Insgesamt wurden mit den verkauften Werken von Picasso 62 Mio. US-Dollar (44,48 Mio. Euro) erzielt.

Georges Braque___________________________________

Georges Braque (1882 – 1963): VERRE ET GUITARE, 1912, Charcoal, pencil, faux bois paper, brown paper, and chalk on cardboard

 

Georges Braques „Verre et guitare“ (1912), ebenfalls aus der Krugier-Einreichung, realisierte 629.000 US-Dollar (451.349 Euro, Schätzpreis 400.000-600.000 US-Dollar), es war zuletzt im Mai 2004 bei Sotheby’s New York für 456.000 US-Dollar zugeschlagen worden. Fernand Légers „Les Maisons“ (1922), das vor Krugier u.a. dem Schriftsteller Sommerset Maugham gehört hatte, ging für 3.973.000 US-Dollar (2,85 Mio. Euro, Schätzpreis 2,5-3,5 Mio. US-Dollar) an einen Telefonbieter, der sich gegen die New Yorker Händlerin Nancy Whyte durchsetzte. Eine weitere Arbeit von Picasso, „Portrait de Marie-Thérèse” (1932), wurde für 4.869.000 US-Dollar (3,49 Mio. Euro, Schätzpreis 3-4 Mio. US-Dollar) ebenfalls einem Telefonbieter zugeschlagen, der sich gegen den Londoner Händler Simon Theobold durchsetzte. Das Werk war zuletzt im November 2000 für 1,1 Mio. US-Dollar bei Sotheby’s New York verkauft worden.

Henri MatisseHenri Matisse La Séance du Matin (1924).

Picasso alter Freund und Rivale  Henri Matisse feierte an diesem Abend weniger glorreiche Erfolge. „La séance du matin“ (1924), das durch eine Garantie abgesichert war und zuletzt im Mai 1986 für 1 Mio. US-Dollar bei Sotheby’s New York verkauft worden war, ging für 19.205.000 US-Dollar (13,78 Mio. Euro, Schätzpreis 20,3 Mio. US-Dollar) an einen Käufer aus Asien. Insgesamt trugen Käufe aus dem asiatischen Raum 63,9 Mio. US-Dollar (45,85 Mio. Euro) zum Gesamtergebnis des Abends bei. Auch einige impressionistische Arbeiten kamen an dem von Kunst des 20. Jahrhunderts dominierten Abend unter den Hammer, darunter Alfred Sisleys „Les Carrieres a veneux au soleil-le matin” (1888), das für  3.749.000 US-Dollar (2,69 Mio. Euro, Schätzpreis 2-3 Mio. US-Dollar) zugeschlagen wurde und Claude Monets dramatisches „Sur la falaise à Pourville” (1882)  aus dem Bestand des Metropolitan Museum of Art, das für 8.229.000 US-Dollar (5,9 Mio. Euro, Schätzpreis 5-7 Mio. US-Dollar) an einen Telefonbieter ging, der sich gegen den Londoner Händler  Jonathan Green von der Green Gallery durchsetzte. Pierre-Auguste Renoirs „La Toilette” (1885) wurde für 3.525.000 US-Dollar (2,52 Mio. Euro, Schätzpreis 4-6 Mio. US-Dollar) zugeschlagen. Und Claude Monets „Le pont japonais” (1918-24) ging für 15.845.000 US-Dollar an einen Telefonbieter (11,36 Mio. Euro, Schätzpreis 12-18 Mio. US-Dollar). Zuletzt war es im Mai 1997 bei Sotheby‘s New York eingereicht, aber nicht verkauft worden.

Auch dreidimensionale Arbeiten waren stark vertreten, unter anderem mit vier Bronzen von Alberto Giacometti, einschließlich seiner ikonischen „Femme de Venise V“ (1958), die für 8.789.000 US-Dollar (6,3 Mio. Euro, Schätzpreis 6-8 Mio. US-Dollar) zugeschlagen wurde. Bei Christie’s war am Vorabend eine Bronze aus derselben Serie, „Femme de Venise IV”, für 12,7 Mio. Dollar (Schätzpreis 10,1 Mio. US-Dollar) versteigert worden.

Giacomettis „La Place” (1948) brachte 13.045.000 (9,36 Mio. Euro, Schätzpreis 12-18 Mio. US-Dollar) ein. Die Plastik war zuletzt im Mai 2000 für 4,5 Mio. US-Dollar von der Morton F. Neumann Family Collection verkauft worden. Ein Gemälde von Giacometti, „Atelier I“ (1950), das durch eine Garantie abgesichert war, wurde für 3.861.000 US-Dollar (2,77 Mio. Euro, Schätzpreis 3-4 Mio. US-Dollar) zugeschlagen. Insgesamt erbrachten die fünf zugeschlagenen Giacomettis 35,1 Mio. US-Dollar (25,18 Mio. Euro). Auguste Rodins Marmorksulptur „Eve” (1900-1901) erzielte 4.869.000 US-Dollar (3,49 Mio. Euro, Schätzpreis 4-6 Mio. US-Dollar), Hans Arps „Tête au nez rouge”, ebenfalls aus der Krugier-Einreichung, erzielte 485.000 US-Dollar (348.019 Euro, Schätzpreis 400.000-600.000 US-Dollar) und ging an die Zürcher Händlerin Doris Ammann, die auch Giacomettis Bronze „Nu debout“ (1955) für 5.989.000 US-Dollar (4,29 Mio. Euro, Schätzpreis 3,5-4,5 Mio. US-Dollar) ersteigerte und den New Yorker Händler Maxwell Davidson überbot.

Unter fünf Gemälden von Joan Miró erwies sich „Sans titre” (1947), das während eines Aufenthalts in New York entstand (Miró wurde gefilmt, als er das Bild malte), als am erfolgreichsten. Der Zuschlag kam bei 8.005.000 US-Dollar (5,74 Mio. Euro, Schätzpreis 4-6 Mio. US-Dollar) für einen jungen Bieter aus dem asiatischen Raum, der sich mit dem Handy am Ohr gegen drei weitere Bieter durchsetzte. Die letzte Überraschung des Abends bescherte erneut ein Picasso von Krugier: „Femme dans un rocking-chair“ (1956), das mit 6.325.000 US-Dollar (4,53 Mio. Euro) den Schätzpreis von 2-3 Mio. US-Dollar deutlich übertraf. Das Bild war vergangenen November erfolglos bei Christie’s New York eingereicht worden, damals mit einer Taxe von 8-12 Mio. US-Dollar.

Joan MiroJoan Miró. “Sans titre” (1947)

 

Paris / New York, 6. Mai 2014. 47 verkaufte Lose, 285.879.000 US-Dollar (205.476.173 Euro) Umsatz: Mit der Abendauktion von Impressionisten und Moderner Kunst legte Christie’s New York am 6. Mai einen soliden, aber unspektakulären Auktionsauftakt hin. Nur sechs der 53  Lose wurden nicht zugeschlagen, das Gesamtergebnis entsprach den erwarteten 243,7-359,1 Mio. US-Dollar und übertraf das Vorjahresergebnis (158.5050.000 US-Dollar bei 44 verkauften Losen) mit Leichtigkeit. Von den 47 zugeschlagenen Losen erzielten 43 mehr als 1 Million US-Dollar (718.752 Euro), 18 davon passierten die 5-Millionen-Dollar-Marke (3.593.761  Euro) und neun erzielten mehr als 10 Millionen US-Dollar (7.187.522 Euro). Neue Künstlerrekorde wurden nicht aufgestellt. Fünf der eingereichten Werke waren durch Garantien abgesichert, vier davon durch Christie’s finanziert.

Erfolgsgaranten des Abends waren drei hochkarätige Konvolute, darunter acht Gemälde der Moderne aus dem Nachlass von Viktor und Marianne Langen, die mit 79,8 Mio. US-Dollar (ca. 57,35 Mio. Euro, Schätzpreis 73,5-105 Mio. US-Dollar) das höchste Ergebnis erzielten. Sieben Gemälde, Skulpturen und Silberarbeiten aus dem Nachlass des Magnaten und Philanthropen Edgar M. Bronfman brachten über 21 Mio. US-Dollar ein (ca. 15 Mio. Euro, Schätzpreis 22,2-34 Mio. US-Dollar), vier Gemälde aus der Sammlung der Familie Clark realisierten 40,9 Mio. US-Dollar (ca. 29 Mio. Euro, Schätzpreis 41,5-60,5 Mio. US-Dollar). Eröffnet wurde Abend mit den von Langen eingereichten Werken, Los 1: „Composition: nu sur la plage” (1933) von Pablo Picasso, das für 2.517.000 US-Dollar (1,8 Mio.  Euro, Schätzpreis 1-1,5 Mio. US-Dollar) zugeschlagen wurde. Eine weitere Einreichung von Langen, Wassily Kandinskys mikroskopische Abstraktion „Pointes noires“ (1937, Los 4) erzielte 5.765.000 US-Dollar (ca. 4 Mio. Euro, Schätzpreis 4-6 Mio. US-Dollar). Ein weiterer Kandinsky (Los 17) von Langen, die frühe Komposition „Strandszene“ (1909), brachte 17.189.000 US-Dollar (12,35 Mio. Euro, Schätzpreis 8-12 Mio. US-Dollar). Ersteigert wurde das Kunstwerk  – wie der Löwenanteil des Abends– von einem anonymen Telefonbieter – Christie’s zufolge beteiligten sich an diesem Abend Bieter aus 36 Ländern, eine genauere Zuordnung der Verkäufe wollte das Auktionshaus nicht vornehmen.

Ein ebenfalls starkes Ergebnis im Bereich Moderne erzielte Georges Braques „Atelier I“ (1949, Los 6), das zugunsten des American Hospital of Paris für 4.645.000 US-Dollar (3,33 Mio. Euro, Schätzpreis 4-6 Mio. US-Dollar) unter den Hammer kam und von einer nicht näher identifizierten Dame in der ersten Reihe ersteigert wurde. Das Gemälde aus einer Serie von acht späten Werken des Künstlers war zuletzt in der Braque-Werkschau im Pariser Grand Palais ausgestellt worden. Ein weiterer Braque, „Le Modèle“ (1939, Los 14), realisierte 9.125.000 US-Dollar (6,55 Mio. Euro, Schätzpreis 8-12 Mio. US-Dollar). Ein bemerkenswertes Portrait von Amedeo Modigliani, „Jeune homme roux assis” (1919, Los 5), übertraf als eines der wenigen versteigerten Werke die Erwartungen und ging für 17.637.000 US-Dollar (12,67 Mio. Euro) an einen Telefonbieter, der u.a. den New Yorker Händler Maxwell Davidson IV. überbot. Das Kunstwerk war zuletzt im November 1960 für 21.000 Pfund bei Sotheby’s London versteigert worden. Gut repräsentiert auch die Impressionisten. Pierre Auguste Renoirs charmantes „Les deux soeurs“ (ca. 1890-95, Los 7) wurde für 8.005.000 US-Dollar zugeschlagen (5,75 Mio. Euro, Schätzpreis 4-6 Mio. US-Dollar). Eine frühere und ambitioniertere Komposition „Jeunes filles courant au volant“ (1887, Los 10) kam für 11.365.000 US-Dollar (8,16 Mio. Euro, Schätzpreis 10-15 Mio. US-Dollar) unter den Hammer. Der Renoir war eines der Highlights aus der Sammlung Clark. Der Star war hier jedoch Claude Monets „Nymphéas“ (1907, Los 8), das für 27.045.000 US-Dollar (19,43 Mio. Euro, Schätzpreis 25-35 Mio. US-Dollar) an einen Telefonbieter ging und nunmehr zu den acht teuersten je bei einer Auktion verkauften Werken des Künstlers zählt. Ein Teil des Erlöses soll dem Lieblingsmuseum Clark-Familie, der Corcoran Gallery of Art in Washington D.C. zugute kommen.

Eines von vier Losen, das durch eine Garantie von Christie’s abgesichert war, Paul Cézannes „Marronniers et ferme du Jas de Bouffan“ (ca. 1876, Los 12), ging für 4.645.000 US-Dollar (3,33 Mio.Euro, Schätzpreis 4-6 Mio. US-Dollar) an einen Telefonbieter. Zuletzt war es im April 1985 aus dem Nachlass von Florence Gould für 907.500 US-Dollar bei Sotheby’s New York versteigert worden. Ein weiterer Picasso – insgesamt waren 13 Werke des Künstlers eingereicht worden, nur eines blieb ohne Zuschlag – „Mangeuse de pastèque et homme écrivant” (May 1965, Los 21), eine Trophäe aus dem Nachlass von Edgar Bronfman, erzielte 8.005.000 US-Dollar (5,75 Mio. Euro, Schätzpreis 7-10 Mio. US-Dollar). Der Berlin Galerist Aeneas Bastian ersteigerte das Werk, das Bronfman 1965 bei der New Yorker Samuel Kootz Gallery gekauft hatte. „Ich kann Ihnen nicht sagen, für wen wir das Bild gekauft haben“, bemerkte Bastian beim Verlassen der Auktion, „nur so viel: Es geht an eine private Sammlung, meiner Meinung nach für einen guten Preis.“

Ein weiteres Highlight aus dem Bronfman-Konvolut, Edgar Degas‘ Bronze „Le Tub“ (Los 22) blieb als eines der wenigen Lose des Abends bei 2,8 Mio. US-Dollar (2,01 Mio. Euro, Schätzpreis 4-6 Mio. US-Dollar) ohne Zuschlag. Durchweg stark dagegen Picasso, von dem Werke aus verschiedenen Perioden angeboten wurden, darunter „Nature Morte au filet de pêche“ (1925, Los 27), das für 9.013.000 US-Dollar (6,47 Mio. Euro, Schätzpreis 6-8 Mio. US-Dollar) zugeschlagen wurde und „Portrait de femme (Dora Maar)“ (1942, Los 29), das 22.565.000 US-Dollar erzielte (16,21 Mio. Euro, Schätzpreis 25-35 Mio. US-Dollar) und an den Chicagoer Händler Paul Gray von der Richard Gray Gallery ging. Beide Picassos stammten aus dem Langen-Konvolut. Den niedrigsten Hammerpreis erzielte „Verre et carte à jouer” (1914, Los 28), das einmal Douglas Cooper gehört hatte und für 665.000 US-Dollar (477.970 EuroSchätzpreis 600-800.000 US-Dollar) an den New Yorker Händler David Nash ging.

Insgesamt erzielten die zwölf zugeschlagenen Werke von Picasso an diesem Abend 88.941.000 US-Dollar (63.926.543,5 Euro).

Bei den dreidimensionalen Arbeiten ragte Alberto Giacomettis Bronzeabguss „Femme de Venise IV“ (Los 33) heraus, hervorgegangen aus einer Serie von neun Plastiken, die der Künstler 1956 für den französischen Pavillon der Kunstbiennale von Venedig angefertigt und später in Bronze gegossen hatte. Paul Gray machte auch hier das höchste Gebot, die Arbeit wurde bei 12.709.000 US-Dollar zugeschlagen (9,13 Mio. Euro, Schätzwert 10-18 Mio. US-Dollar). Gray setzt sich gegen die New Yorker Händler Dominique Levy und Robert Mnuchin durch. Zuletzt war die Plastik im Juni 2000 bei Sotheby’s London für 1.873.500 Pfund verkauft worden. Joan Mirós brillant komponierte Abstraktion „Le serpent à coquelicots traînant sur un champ de violettes peuplé par des lézards en deuil“ (1947, Los 34) wechselte für 12.485.000 US-Dollar (8.97 Mio. Euro, Schätzpreis 12-18 Mio. US-Dollar) den Besitzer. Die Surrealisten waren lediglich durch zwei Lose vertreten, darunter Salvador Dalís fantastische Landschaft „Moment de transition“ (1934, Los 37), das 9.125.000 US-Dollar erzielte (6,55 Mio. Euro, Schätzpreis 10-14 Millionen US-Dollar). Das Gemälde wurde 1936 im Rahmen von Dalís Soloausstellung in der New Yorker Julie Levy Gallery 1936 erstmals ausgestellt.

Reges, aber wählerisches Interesse bestimmte die Abendauktion für Impressionisten und Moderne am 7. Mai 2014 bei Sotheby’s New York. Fünfzig Lose wurden zugeschlagen, 36 davon für mehr als 1 Million US-Dollar (717.566 Euro), vier für mehr als 10 Mio. US-Dollar (7,17 Mio. Euro). Insgesamt wurde ein Umsatz von 219.010.001 US-Dollar (157,15 Mio. Euro) erreicht, weniger als vergangenen Mai, als 60 Lose zugeschlagen und ein Umsatz von 230 Mio. US-Dollar erzielt worden waren. Erwartet worden war ein Ergebnis von 218,1-317,95 Mio.US-Dollar.

Wie schon bei Christie’s einen Abend zuvor, wo mit 285,8 Mio. US-Dollar bei 47 zugeschlagenen Losen ein wesentlich stärkeres Ergebnis erzielt worden war, wurden auch bei dieser Auktion keine neuen Künstlerrekorde aufgestellt. Fünf Lose waren durch Garantien abgesichert.

Mit Pablo Picassos „Composition avec femme aux cheveaux mi-longs” aus dem Jahr 1930, eines von 12 Werken  aus dem Nachlass von Jan Krugier, erlebte der Abend einen fulminanten Auftakt. Krystna Gmurzynska von der Zürcher und St. Moritzer Galerie Gmurzynska   erstand das Bild für 2.285.000 US-Dollar (1,63 Mio. Euro, Schätzpreis 900.000-1.2 Mio. US-Dollar). Elf der 12 eingereichten Werke aus dem Krugier-Konvolut wurden zugeschlagen, insgesamt erzielte der Verkauf 32,9 Mio. US-Dollar (23,6 Mio. Euro) und damit deutlich mehr als der zuvor geschätzte Höchstpreis von  28,6 Mio.US-Dollar (20,52 Mio. Euro).

Wie schon bei Christie’s am Vorabend, war Picasso mit 13 Werken auch bei Sotheby’s stark vertreten, erreichte jedoch wegen ambitionierter Schätzpreise keine so gute Nachfrage: Fünf der eingereichten Arbeiten blieben ohne Zuschlag. Dessen ungeachtet erwies sich Picassos „Le Sauvetage” (1932) als Toplos: Der Zuschlag erfolgte bei 21.525.000 US-Dollar (15,44 Mio. Euro, Schätzpreis 14-18 Mio. US-Dollar), ein entschlossener Telefonbieter konnte sich nach längerem Wettstreit durchsetzen. Das Ergebnis übertraf auch das Top-Los des Vorabends bei Christie’s, wo Claude Monets „Nympheas“ 27 Mio. US-Dollar erreicht hatte. Insgesamt wurden mit den verkauften Werken von Picasso 62 Mio. US-Dollar (44,48 Mio. Euro) erzielt.

Georges Braques „Verre et guitare“ (1912), ebenfalls aus der Krugier-Einreichung, realisierte 629.000 US-Dollar (451.349 Euro, Schätzpreis 400.000-600.000 US-Dollar), es war zuletzt im Mai 2004 bei Sotheby’s New York für 456.000 US-Dollar zugeschlagen worden. Fernand Légers „Les Maisons“ (1922), das vor Krugier u.a. dem Schriftsteller Sommerset Maugham gehört hatte, ging für 3.973.000 US-Dollar (2,85 Mio. Euro, Schätzpreis 2,5-3,5 Mio. US-Dollar) an einen Telefonbieter, der sich gegen die New Yorker Händlerin Nancy Whyte durchsetzte.

Eine weitere Arbeit von Picasso, „Portrait de Marie-Thérèse” (1932), wurde für 4.869.000 US-Dollar (3,49 Mio. Euro, Schätzpreis 3-4 Mio. US-Dollar) ebenfalls einem Telefonbieter zugeschlagen, der sich gegen den Londoner Händler Simon Theobold durchsetzte. Das Werk war zuletzt im November 2000 für 1,1 Mio. US-Dollar bei Sotheby’s New York verkauft worden.

Picasso alter Freund und Rivale  Henri Matisse feierte an diesem Abend weniger glorreiche Erfolge. „La séance du matin“ (1924), das durch eine Garantie abgesichert war und zuletzt im Mai 1986 für 1 Mio. US-Dollar bei Sotheby’s New York verkauft worden war, ging für 19.205.000 US-Dollar (13,78 Mio. Euro, Schätzpreis 20,3 Mio. US-Dollar) an einen Käufer aus Asien. Insgesamt trugen Käufe aus dem asiatischen Raum 63,9 Mio. US-Dollar (45,85 Mio. Euro) zum Gesamtergebnis des Abends bei.

Auch einige impressionistische Arbeiten kamen an dem von Kunst des 20. Jahrhunderts dominierten Abend unter den Hammer, darunter Alfred Sisleys „Les Carrieres a veneux au soleil-le matin” (1888), das für  3.749.000 US-Dollar (2,69 Mio. Euro, Schätzpreis 2-3 Mio. US-Dollar) zugeschlagen wurde und Claude Monets dramatisches „Sur la falaise à Pourville” (1882)  aus dem Bestand des Metropolitan Museum of Art, das für 8.229.000 US-Dollar (5,9 Mio. Euro, Schätzpreis 5-7 Mio. US-Dollar) an einen Telefonbieter ging, der sich gegen den Londoner Händler  Jonathan Green von der Green Gallery durchsetzte. Pierre-Auguste Renoirs „La Toilette” (1885) wurde für 3.525.000 US-Dollar (2,52 Mio. Euro, Schätzpreis 4-6 Mio. US-Dollar) zugeschlagen. Und Claude Monets „Le pont japonais” (1918-24) ging für 15.845.000 US-Dollar an einen Telefonbieter (11,36 Mio. Euro, Schätzpreis 12-18 Mio. US-Dollar). Zuletzt war es im Mai 1997 bei Sotheby‘s New York eingereicht, aber nicht verkauft worden.

Auch dreidimensionale Arbeiten waren stark vertreten, unter anderem mit vier Bronzen von Alberto Giacometti, einschließlich seiner ikonischen „Femme de Venise V“ (1958), die für 8.789.000 US-Dollar (6,3 Mio. Euro, Schätzpreis 6-8 Mio. US-Dollar) zugeschlagen wurde. Bei Christie’s war am Vorabend eine Bronze aus derselben Serie, „Femme de Venise IV”, für 12,7 Mio. Dollar (Schätzpreis 10,1 Mio. US-Dollar) versteigert worden.

Giacomettis „La Place” (1948) brachte 13.045.000 (9,36 Mio. Euro, Schätzpreis 12-18 Mio. US-Dollar) ein. Die Plastik war zuletzt im Mai 2000 für 4,5 Mio. US-Dollar von der Morton F. Neumann Family Collection verkauft worden. Ein Gemälde von Giacometti, „Atelier I“ (1950), das durch eine Garantie abgesichert war, wurde für 3.861.000 US-Dollar (2,77 Mio. Euro, Schätzpreis 3-4 Mio. US-Dollar) zugeschlagen. Insgesamt erbrachten die fünf zugeschlagenen Giacomettis 35,1 Mio. US-Dollar (25,18 Mio. Euro).

Auguste Rodins Marmorksulptur „Eve” (1900-1901) erzielte 4.869.000 US-Dollar (3,49 Mio. Euro, Schätzpreis 4-6 Mio. US-Dollar), Hans Arps „Tête au nez rouge”, ebenfalls aus der Krugier-Einreichung, erzielte 485.000 US-Dollar (348.019 Euro, Schätzpreis 400.000-600.000 US-Dollar) und ging an die Zürcher Händlerin Doris Ammann, die auch Giacomettis Bronze „Nu debout“ (1955) für 5.989.000 US-Dollar (4,29 Mio. Euro, Schätzpreis 3,5-4,5 Mio. US-Dollar) ersteigerte und den New Yorker Händler Maxwell Davidson überbot.

Unter fünf Gemälden von Joan Miró erwies sich „Sans titre” (1947), das während eines Aufenthalts in New York entstand (Miró wurde gefilmt, als er das Bild malte), als am erfolgreichsten. Der Zuschlag kam bei 8.005.000 US-Dollar (5,74 Mio. Euro, Schätzpreis 4-6 Mio. US-Dollar) für einen jungen Bieter aus dem asiatischen Raum, der sich mit dem Handy am Ohr gegen drei weitere Bieter durchsetzte.

Die letzte Überraschung des Abends bescherte erneut ein Picasso von Krugier: „Femme dans un rocking-chair“ (1956), das mit 6.325.000 US-Dollar (4,53 Mio. Euro) den Schätzpreis von 2-3 Mio. US-Dollar deutlich übertraf. Das Bild war vergangenen November erfolglos bei Christie’s New York eingereicht worden, damals mit einer Taxe von 8-12 Mio. US-Dollar.

Die nächste Auktion mit Gegenwartskunst steht am 12. Mai bei Christie’s New York an.

 

Reges, aber wählerisches Interesse bestimmte die Abendauktion für Impressionisten und Moderne am 7. Mai 2014 bei Sotheby’s New York. Fünfzig Lose wurden zugeschlagen, 36 davon für mehr als 1 Million US-Dollar (717.566 Euro), vier für mehr als 10 Mio. US-Dollar (7,17 Mio. Euro). Insgesamt wurde ein Umsatz von 219.010.001 US-Dollar (157,15 Mio. Euro) erreicht, weniger als vergangenen Mai, als 60 Lose zugeschlagen und ein Umsatz von 230 Mio. US-Dollar erzielt worden waren. Erwartet worden war ein Ergebnis von 218,1-317,95 Mio.US-Dollar.

Wie schon bei Christie’s einen Abend zuvor, wo mit 285,8 Mio. US-Dollar bei 47 zugeschlagenen Losen ein wesentlich stärkeres Ergebnis erzielt worden war, wurden auch bei dieser Auktion keine neuen Künstlerrekorde aufgestellt. Fünf Lose waren durch Garantien abgesichert.

Mit Pablo Picassos „Composition avec femme aux cheveaux mi-longs” aus dem Jahr 1930, eines von 12 Werken  aus dem Nachlass von Jan Krugier, erlebte der Abend einen fulminanten Auftakt. Krystna Gmurzynska von der Zürcher und St. Moritzer Galerie Gmurzynska   erstand das Bild für 2.285.000 US-Dollar (1,63 Mio. Euro, Schätzpreis 900.000-1.2 Mio. US-Dollar). Elf der 12 eingereichten Werke aus dem Krugier-Konvolut wurden zugeschlagen, insgesamt erzielte der Verkauf 32,9 Mio. US-Dollar (23,6 Mio. Euro) und damit deutlich mehr als der zuvor geschätzte Höchstpreis von  28,6 Mio.US-Dollar (20,52 Mio. Euro).

Wie schon bei Christie’s am Vorabend, war Picasso mit 13 Werken auch bei Sotheby’s stark vertreten, erreichte jedoch wegen ambitionierter Schätzpreise keine so gute Nachfrage: Fünf der eingereichten Arbeiten blieben ohne Zuschlag. Dessen ungeachtet erwies sich Picassos „Le Sauvetage” (1932) als Toplos: Der Zuschlag erfolgte bei 21.525.000 US-Dollar (15,44 Mio. Euro, Schätzpreis 14-18 Mio. US-Dollar), ein entschlossener Telefonbieter konnte sich nach längerem Wettstreit durchsetzen. Das Ergebnis übertraf auch das Top-Los des Vorabends bei Christie’s, wo Claude Monets „Nympheas“ 27 Mio. US-Dollar erreicht hatte. Insgesamt wurden mit den verkauften Werken von Picasso 62 Mio. US-Dollar (44,48 Mio. Euro) erzielt.

Georges Braques „Verre et guitare“ (1912), ebenfalls aus der Krugier-Einreichung, realisierte 629.000 US-Dollar (451.349 Euro, Schätzpreis 400.000-600.000 US-Dollar), es war zuletzt im Mai 2004 bei Sotheby’s New York für 456.000 US-Dollar zugeschlagen worden. Fernand Légers „Les Maisons“ (1922), das vor Krugier u.a. dem Schriftsteller Sommerset Maugham gehört hatte, ging für 3.973.000 US-Dollar (2,85 Mio. Euro, Schätzpreis 2,5-3,5 Mio. US-Dollar) an einen Telefonbieter, der sich gegen die New Yorker Händlerin Nancy Whyte durchsetzte.

Eine weitere Arbeit von Picasso, „Portrait de Marie-Thérèse” (1932), wurde für 4.869.000 US-Dollar (3,49 Mio. Euro, Schätzpreis 3-4 Mio. US-Dollar) ebenfalls einem Telefonbieter zugeschlagen, der sich gegen den Londoner Händler Simon Theobold durchsetzte. Das Werk war zuletzt im November 2000 für 1,1 Mio. US-Dollar bei Sotheby’s New York verkauft worden.

Picasso alter Freund und Rivale  Henri Matisse feierte an diesem Abend weniger glorreiche Erfolge. „La séance du matin“ (1924), das durch eine Garantie abgesichert war und zuletzt im Mai 1986 für 1 Mio. US-Dollar bei Sotheby’s New York verkauft worden war, ging für 19.205.000 US-Dollar (13,78 Mio. Euro, Schätzpreis 20,3 Mio. US-Dollar) an einen Käufer aus Asien. Insgesamt trugen Käufe aus dem asiatischen Raum 63,9 Mio. US-Dollar (45,85 Mio. Euro) zum Gesamtergebnis des Abends bei.

Auch einige impressionistische Arbeiten kamen an dem von Kunst des 20. Jahrhunderts dominierten Abend unter den Hammer, darunter Alfred Sisleys „Les Carrieres a veneux au soleil-le matin” (1888), das für  3.749.000 US-Dollar (2,69 Mio. Euro, Schätzpreis 2-3 Mio. US-Dollar) zugeschlagen wurde und Claude Monets dramatisches „Sur la falaise à Pourville” (1882)  aus dem Bestand des Metropolitan Museum of Art, das für 8.229.000 US-Dollar (5,9 Mio. Euro, Schätzpreis 5-7 Mio. US-Dollar) an einen Telefonbieter ging, der sich gegen den Londoner Händler  Jonathan Green von der Green Gallery durchsetzte. Pierre-Auguste Renoirs „La Toilette” (1885) wurde für 3.525.000 US-Dollar (2,52 Mio. Euro, Schätzpreis 4-6 Mio. US-Dollar) zugeschlagen. Und Claude Monets „Le pont japonais” (1918-24) ging für 15.845.000 US-Dollar an einen Telefonbieter (11,36 Mio. Euro, Schätzpreis 12-18 Mio. US-Dollar). Zuletzt war es im Mai 1997 bei Sotheby‘s New York eingereicht, aber nicht verkauft worden.

Auch dreidimensionale Arbeiten waren stark vertreten, unter anderem mit vier Bronzen von Alberto Giacometti, einschließlich seiner ikonischen „Femme de Venise V“ (1958), die für 8.789.000 US-Dollar (6,3 Mio. Euro, Schätzpreis 6-8 Mio. US-Dollar) zugeschlagen wurde. Bei Christie’s war am Vorabend eine Bronze aus derselben Serie, „Femme de Venise IV”, für 12,7 Mio. Dollar (Schätzpreis 10,1 Mio. US-Dollar) versteigert worden.

Giacomettis „La Place” (1948) brachte 13.045.000 (9,36 Mio. Euro, Schätzpreis 12-18 Mio. US-Dollar) ein. Die Plastik war zuletzt im Mai 2000 für 4,5 Mio. US-Dollar von der Morton F. Neumann Family Collection verkauft worden. Ein Gemälde von Giacometti, „Atelier I“ (1950), das durch eine Garantie abgesichert war, wurde für 3.861.000 US-Dollar (2,77 Mio. Euro, Schätzpreis 3-4 Mio. US-Dollar) zugeschlagen. Insgesamt erbrachten die fünf zugeschlagenen Giacomettis 35,1 Mio. US-Dollar (25,18 Mio. Euro).

Auguste Rodins Marmorksulptur „Eve” (1900-1901) erzielte 4.869.000 US-Dollar (3,49 Mio. Euro, Schätzpreis 4-6 Mio. US-Dollar), Hans Arps „Tête au nez rouge”, ebenfalls aus der Krugier-Einreichung, erzielte 485.000 US-Dollar (348.019 Euro, Schätzpreis 400.000-600.000 US-Dollar) und ging an die Zürcher Händlerin Doris Ammann, die auch Giacomettis Bronze „Nu debout“ (1955) für 5.989.000 US-Dollar (4,29 Mio. Euro, Schätzpreis 3,5-4,5 Mio. US-Dollar) ersteigerte und den New Yorker Händler Maxwell Davidson überbot.

Unter fünf Gemälden von Joan Miró erwies sich „Sans titre” (1947), das während eines Aufenthalts in New York entstand (Miró wurde gefilmt, als er das Bild malte), als am erfolgreichsten. Der Zuschlag kam bei 8.005.000 US-Dollar (5,74 Mio. Euro, Schätzpreis 4-6 Mio. US-Dollar) für einen jungen Bieter aus dem asiatischen Raum, der sich mit dem Handy am Ohr gegen drei weitere Bieter durchsetzte.

Die letzte Überraschung des Abends bescherte erneut ein Picasso von Krugier: „Femme dans un rocking-chair“ (1956), das mit 6.325.000 US-Dollar (4,53 Mio. Euro) den Schätzpreis von 2-3 Mio. US-Dollar deutlich übertraf. Das Bild war vergangenen November erfolglos bei Christie’s New York eingereicht worden, damals mit einer Taxe von 8-12 Mio. US-Dollar.

Die nächste Auktion mit Gegenwartskunst steht am 12. Mai bei Christie’s New York an.

 

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Mehr als 50 Mio. Euro für Bacon-Gemälde bei Christie’s

Francis Bacon "Portrait of George Dyer Talking"'1966________________________________________

London/Paris, 15.02.2104. Bei einer Kunstversteigerung des Londoner Auktionshauses Christie’s sind gestern Abend erneut Millionensummen gezahlt worden. Ein Porträt von Francis Bacon (1909-1992), das seinen vermutlich durch Suizid umgekommenen Geliebten George Dyer zeigt, erzielte die Höchstsumme von 42,2 Millionen Pfund (51,3 Millionen Euro). Es ist der höchste Preis, der bei einer Auktion für ein einzelnes Bacon-Bild gezahlt wurde. Sein Triptychon „Lucian Freud“ hatte im November in New York 142 Millionen Dollar eingebracht. Gerhard Richters „Abstraktes Bild“ aus dem Jahr 1989 wechselte gestern für 19,5 Millionen Pfund den Besitzer. Erst am Vortag war beim konkurrierenden Londoner Auktionshaus Sotheby’s Richters Ölgemälde „Wand“ für 17,4 Millionen Pfund (21,4 Mio. Euro) zugeschlagen worden.

Gerhard Richter: Wand, 1994, Öl auf Leinwand, 240 cm x 240 cm Werkverzeichnis: 806

Gerhard Richter: Wand, 1994, Öl auf Leinwand, 240 cm x 240 cm Werkverzeichnis: 806

Siebzehn Werke knackten die 1-Million-Pfund-Marke, sieben Künstlerrekorde wurden aufgestellt, nur acht der 48 Lose blieben unverkauft. Insgesamt übertraf das Ergebnis auch deutlich den Umsatz der entsprechenden Auktion vergangenen Februar, der bei 65 verkauften Losen 81,6 Millionen Pfund betragen hatte.

Der blutjungen New Yorker Künstler Lucien Smith war am Donnerstag zum dritten Mal diese Woche und nun auch bei Christie’s in London vertreten, sein „Secret Lives of Men“ (2012) aus seiner Serie von Regenbildern, die er mit mit Farbe befüllten Feuerlöschern gemalt hat, erzielte 158.500 Pfund (192.925 Euro) und übertraf erneut den Schätzwert von 30.000 bis 40.000 Pfund deutlich. Von dem etwas älteren Marktfavoriten Oscar Murillo kam ebenfalls schon relativ früh ein Gemälde zur Versteigerung „Untitled (Burrito)” (2011). In Öl, Ölstift und Erde auf Leinwand ausgeführt und von einem grellgelb buchstabierten „Burrito“ dominiert, ging es für stattliche 194.500 Pfund (236.744 Euro, Taxe 20.000-30.000 Pfund) an einen Telefonbieter. „Untitled (Twins)“, ein aus Ton gefertigtes Figurenpaar der britischen Bildhauerin Rebecca Warren erzielte zudem einen beachtlichen Erfolg und ging für 266.500 Pfund (324.382 Euro, Taxe 80.000-120.000 Pfund) an einen Telefonbieter aus dem asiatischen Raum.

Auch eine Reihe von Werken aus der Hand von Künstlern, die nach der Teilnahme an der epochalen Ausstellung „Sensation: Young British Artists from the Saatchi Collection“ 1997 in der Royal Academy als YBA berühmt wurden (und, als die Ausstellung in New York gezeigt wurde, eine große Kontroverse entfachten) kamen zur Versteigerung. Von Jenny Saville etwa ein größeres Selbstportrait als Akt, „Plan“ (1993), das ihren Torso und ihre Oberschenkel für eine Fettabsaugung markiert zeigt und für die Rekordsumme von 2.098.500 Pfund (2,55 Mio. Euro, Taxe 800.000-1,2 Mio. Pfund) an denselben Telefonbieter ging, der die Londoner Kunsthändlerin Pilar Ordovas überbot.

Chris Ofilis „Popcorn Tits” (1996) mit Elefantendung und Glitter auf Leinwand ausgeführt, schaffte 386.500 Pfund (470.445 Euro, Taxe 400.000-600.000 Pfund) und ging an den Londoner Händler Hugh Gibson, während Gary Humes „Vicious“ (1994), das den Umriss einer glänzenden Männerfigur vor üppiger Landschaft zeigt, mit 410.500 Pfund (499.658 Euro, Taxe 300.000-400.000 Pfund) ebenfalls einen Rekord aufstellte. Damien Hirst’s zweiteilige Arbeit „Adam and Eve (Breaking Open the Head)” (1994-2003), zwei abgetrennte und in Formaldehyd konservierte Stierköpfe, die brutal mit Spiegelglassplittern dekoriert sind, erzielte dagegen nur 380.000 Pfund (462.533 Euro, Taxe 500.000-700.000 Pfund) und war dem Markt offenbar zu grausam beziehungsweise zu teuer.Eine Arbeit des YBA-Malers Peter Doig, „Tour de Charvet” (1995), die Skifahrer in einer Winterlandschaft zeigt, übertraf wiederum alle Erwartungen und wurde für 2.378.500 Pfund (2,89 Mio. Euro, Taxe 900.000-1,2 Mio. Pfund) an einen Telefonbieter zugeschlagen. Ein weiterer Hinweis darauf, dass die YBA, auch wenn sie nicht mehr so auratisch wie noch in den 90ern wahrgenommen werden, in Zukunft doch noch weiter an Wert gewinnen könnten.

Der Hunger auf Malerei schien dessen ungeachtet unersättlich. Bridget Riley’s „Chant 2“ (1967) wurde für die Rekordsumme von 2.882.500 Pfund (3,5 Mio. Euro, Taxe 2,5-3,5 Mio. Pfund) der Londoner Händlerin Pilar Orvovas zugeschlagen. Es war 1968 im Britischen Pavillon der Biennale von Venedig vertreten und zuletzt in der großen Riley-Retrospektive der Tate Britain 2003 zu sehen. Bei Sotheby’s London war das Bild im Juli 2008 für 2.561.250 Pfund verkauft worden.Auch klassische europäische Nachkriegskunst erzielte gute Ergebnisse. Pierre Soulages Ölgemälde „Peinture195x155cm., 7 fevier 1957”, das ein wenig an Franz Kline erinnert, schaffte 3.666.500 Pfund (4,46 Mio. Euro, Taxe 2-3 Mio. Pfund) und Nicolas de Staels „Slinute“, eine farbintensive Landschaft unter rotem Himmel von 1953, erzielte 2.882.500 Pfund (3,5 Mio. Euro, Taxe 1-1,5 Mio. Pfund).

Zu guter letzt wurde ein Micky-Maus-Bild des Briten Damien Hirst für 902.000 Pfund versteigert; der Erlös kommt einem Kinderhilfswerk zugute.

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Sotheby’s startet mit Rekord ins Neue Jahr 2014

pablo picasso composition au minotaureLondon/Paris, 5.2.2104.  Das Bild “Composition au Minotaure” von Pablo Picasso (1936), das aus der Sammlung Krugier stammte, wurde am Mittwoch, den 5. Februar 2014 um 12,48 Millionen Euro verkauft – ein neuer Rekord für eine Picasso-Arbeit auf Papier.

Mit rund 260 Millionen Euro Gesamtumsatz überrundete Sotheby’s den Konkurrenten Christie’s bei den Impressionismus-Auktionen in London.

215,8 Millionen Pfund, umgerechnet knapp 260 Millionen Euro: So viel Geld setzte Sotheby’s an zwei Tagen mit seinen “Impressionismus & Moderne”-Auktionen um. Konkurrent Christie’s, der von Dienstag 04.02.2104 bis Freitag, 07.02.2014 mit mehreren Versteigerungen um Käufer im selben Segment buhlte, blieb mit rund 200 Millionen Pfund (240 Millionen Euro) auf dem zweiten Platz. Ein Trumpf bei Sotheby’s war das Gemälde “Le Boulevard Montmartre, matinée de printemps” des Malers Camille Pissarro: Das Bild wurde um umgerechnet 23,65 Millionen Euro versteigert, ein Rekord für den Künstler.

Im Vergleich der beiden Abendauktionen hatte Christie’s allerdings noch die Nase vorn: Mit Gemälden von Juan Gris und Picasso und Magritte als Highlights kam  setzte man 212,7 Millionen Euro um, mehr als bei Sotheby’s (196,4 Millionen Euro).

René Magrittes "Les chasseurs au bord de la nuit"In der Sparte Surrealismus freute man sich über ein Top-Ergebnis für René Magrittes “Les chasseurs au bord de la nuit” (Jäger am Rande der Nacht) aus dem Jahr 1928. Es brachte umgerechnet 7,9 Millionen Euro ein.

Das Auktionshaus holte dann aber bei der Tages-Auktion am Donnerstag auf: Mit der Sammlung des Schweizer Galeristen Jan Krugier, die schwerpunktmäßig aus Werken großer Moderner Meister aus Papier besteht, hatte man noch einen massiven Trumpf in der Hand. In Summe wechselte Kunst um 63 Millionen Euro den Besitzer – der höchste Umsatz, den Sotheby’s je bei einer Tagesauktion verbucht hatte. Neben Picassos Bild „Composition au Minotaure“, das umgerechnet 12,5 Millionen Euro erzielte – ein Rekord für einen Picasso auf Papier – kamen Werke von Goya, Degas, Giacometti, Van Gogh und anderen zur Versteigerung. Rund 90 Millionen Euro wurden für die 119 Werke in Summe bezahlt.

 

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