Kunst in der DDR – Grenzgänger, Einzelgänger, Rebellen

Carlfriedrich Claus, »Aurora Experimentalraum«, 1993 © Carlfriedrich Claus Für eine Videodokumentation zeigt Carlfriedrich Claus, wie durch beidhändiges Schreiben seine Sprachblätter entstehen.

Kunst in der DDR.

Carlfriedrich Claus, »Aurora Experimentalraum«, 1993, © Carlfriedrich Claus. Für eine Videodokumentation zeigt Carlfriedrich Claus, wie durch beidhändiges Schreiben seine Sprachblätter entstehen.

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Das ist eigentlich das Beste an guter Ost-Kunst: Sie zwingt zur Langsamkeit. DDR-Bürger waren Meister im Zwischen-den-Zeilen-Lesen. Das ist einerseits eine schwere Hypothek für die Rezeption ihrer Kunst nach 1989 gewesen. Von allen Wunschprojektionen befreit, musste sie plötzlich für sich stehen, im direkten Vergleich mit oft plakativeren West-Kollegen. Doch auch das eine Erkenntnis: Viele Werke überzeugen formal und intellektuell – beim zweiten Blick. Die relative Erfolglosigkeit vieler DDRKünstler nach der Wiedervereinigung auf dem Kunstmarkt begünstigte vorschnelle Urteile. Epigonal sei die Kunst aus dem Osten, ideologisch belastet und formal hoffnungslos von gestern. Eines kann man aus solchen Verdikten jedenfalls lernen: Kunst, die unter den Bedingungen einer Diktatur entsteht, begreift man nicht beim schnellen Hinschauen.

 

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