Gerhard Richter – Alle Zweifel in Schönheit aufgelöst

Gerhard Richter, 8.8.1989 [Lake Michigan] 1989 15 cm x 10.2 cm Oil on colour photograph Copyright © Gerhard Richter

Gerhard Richter:”Lake Michigan”, 1989, aus der Serie übermalte Fotografien: Wasserlandschaften, Öl auf Fotografie, Format :15 x 10 cm. Copyright ©  Gerhard Richter

Zwei Jahren arbeiteten drei Teams an einem internationalen Ausstellungsprojekt, der Retrospektive Gerhard Richter, Panorama, anlässlich seines 80. Geburtstages am 9. Februar 2012. Jede Werkphase im 50-jährigen Schaffen des Malers sollte präsent sein. Tate Modern, London, machte den Anfang, gefolgt von der Neuen Nationalgalerie, Berlin, und danach das Centre Pompidou, Paris. Zeitgleich eröffnete die Ausstellung “Gerhard Richter – Editionen 1965-2011” im Me Collectors Room, Berlin. Sie zeigte seine Druckgrafiken, Künstlerbücher und Fotoeditionen, wie beispielsweise die Arbeiten mit dem berühmten Motiv “Ema (Akt auf der Treppe)” von 1966. In Dresden versammelte die Kunsthalle im Lipsiusbau unter dem Titel „Atlas“ mehr als 15 000 Fotografien, Skizzen, Entwürfe. Richter selbst war in der Nationalgalerie mit dabei, er gilt als ein sehr konzentrierter Arbeiter, beschäftigte sich mit den Hängungen und bereitete für die einzelnen Ausstellungen die jeweiligen Raum-Modelle mit vor. Berlin jedoch, wartete mit einer Überraschung auf: Richters umstrittener 15-teiliger RAF-Zyklus „18. Oktober 1977“, benannt nach der Todesnacht in Stammheim, wurde in einen anderen Kontext gestellt, ausgegliedert aus dem Gesamtwerk. Er fand Tür an Tür mit den Romantikern um Caspar David Friedrich in der Alten Nationalgalerie seinen Platz. „Wir wollen ihn einmal in die Tradition des Historienbildes stellen“, erklärten die Verantwortlichen, „und Fragen zur Darstellung geschichtlicher Ereignisse eröffnen.“ Hat Richter nun sogar das Historiengemälde mit den Mitteln der fotografischen Massenmedien neu belebt?

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