Gerhard Richter – Seestück

Gerhard Richter: “Seestück, (See-See)“, Offset print after the oil painting of the same title from 1970, Catalogue Raisonné: 244, size: 60 x 60 cm

Gerhard Richter: “Seestück (See-See)”, 1970, Offsetdruck nach dem gleichnamigen Ölgemälde, Catalogue Raisonné: 244. Format: 60 x 80 cm. Preis auf Anfrage

“Schließe dein leibliches Auge, damit du mit dem geistigen Auge zuerst siehest dein Bild. Dann fördere zutage, was du im Dunkeln gesehen, daß es zurückwirke auf andere von außen nach innen” – was Caspar David Friedrich zur Geburt des Bildes notierte und gleichzeitig zur Anweisung für den Landschaftsmaler machte, ist von Gerhard Richter so weit nicht entfernt, wie es klingt. Richters “leibliches Auge” ist die Kamera, und was sein “geistiges Auge” dann reproduziert, hat er, um allen Mißverständnissen vorzubeugen, in einer Notiz von 1986 so beschrieben: “Meine Landschaften sind ja nicht nur schön oder nostalgisch, romantisch oder klassisch anmutend wie das verlorene Paradies, sondern vor allem ,verlogen’ (wenn ich auch nicht immer die Mittel fand, gerade das zu zeigen), und mit ,verlogen’ meine ich die Verklärung, mit der wir die Natur ansehen, die Natur, die in all ihren Formen stets gegen uns ist, weil sie nicht Sinn noch Gnade, noch Mitgefühl kennt, weil sie nichts kennt, absolut geistlos, das totale Gegenteil von uns ist, absolut unmenschlich ist.” Eine Paraphrase zu Thomas Buddenbrook, der am Strand von Travemünde die breiten Wellen der Ostsee nur so interpretieren kann: “Endlos, zwecklos, öde und irr”. “Malerei ist die Schaffung einer Analogie zum Unanschaulichen und Unverständlichen, das auf diese Weise Gestalt annehmen und verfügbar werden soll. Deshalb sind gute Bilder auch unverständlich”, schreibt Richter. Das ist die Lehre der doppelsichtigen, der ,verlogenen’ Bilder.

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