Gerhard Richter – Malen gegen den Strom

Gerhard Richter, Frau Baker, 1965, 46 cm x 40 cm, Werkverzeichnis: 80-13, Öl auf Leinwand Copyright © Gerhard Richter

Gerhard Richter, Frau Baker, 1965, 46 cm x 40 cm, Werkverzeichnis: 80-13, Öl auf Leinwand

Gerhard Richter (*1932) waren die Welterlösungsfantasien der Avantgarde stets fremd, weder mochte er die Kunstideologen in Dresden, wo er studiert hatte, noch die Stilwächter in seiner neuen Heimat Düsseldorf. Weder abstrakt noch figürlich, weder richtig noch falsch wollte er malen. Künstlerischer Zeitgeschmack war etwas, das Richter stets mit knappem Lob oder Unverständnis ignorierte, als sei er nicht selbst ein bedeutender zeitgenössischer Maler, sondern Anstreicher, der auch mal ins Museum geht und deswegen eine Meinung hat. Aus diesen Manövern, sich gegen die schnaubende Neugier des Kunstmarkts mit geschickten Drehungen unangreifbar zu machen, entwickelte Gerhard Richter dann seine dynamische Wendung zur Kunst, die elegant auf das Herz ihres Wesens zustieß: das Schöne. Er verstand sich auch nicht als Erfinder, Erzieher oder Rebell. Und so wurde aus ihm ein Meister der ästhetischen Abrüstung: Auf seinen Bildern verpufft das Heroische, jede klare Botschaft verliert sich hinter einem Schleier der Unschärfe. Er meidet das Grelle, seine Kunst kühlt, und gerade das scheint der Gegenwart besonders lieb zu sein. In Richters Bilderwelt ist Frieden.


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