Gerhard Richter – Ema (Akt auf einer Treppe) 1966

Gerhard Richter: "Ema (Akt auf einer Treppe)", 1966, Öl auf Leinwand, 200 cm x 130 cm, Werkverzeichnis: 134. Museum Ludwig, Köln, Deutschland. © Gerhard Richter

Gerhard Richter: “Ema (Akt auf einer Treppe)”, 1966, Öl auf Leinwand, 200 cm x 130 cm, Werkverzeichnis: 134. Museum Ludwig, Köln, Deutschland. © Gerhard Richter

Faszinierend ist die Feinheit dieses Aktes seiner ersten Frau, die Gerhard Richter 1957 in Westdeutschland geheiratet hatte, die aber erst 1961 auf Umwegen dorthin übersiedelte. Er malte Marianne Eufinger (Ema) zwei Jahre nach seinem Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie 1964. Einen ersten Studienabschluss hatte er bereits 1956 an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste, wo er Wandmalerei studiert hatte, erworben. Nach Dresden kehrte er übrigens erst im Dezember 1986 zurück.

Marianne alias Ema ist die Mutter seiner ältesten Tochter Babette (Betty), die am 30. Dezember 1966 geboren wird. “Ema” ist ein Akt par exellence. Es zeigt die schwangere Frau. Seine Ästhetik, möglich durch die Unschärfe, hat etwas Archaisches in psychologischer Hinsicht. Das Bild ist von grosser Intimität, die zarten Farben ermöglichen sie.

„Die Frau auf der Treppe” ist der Titel des neuen Romans von Bernhard Schlink: eine Geschichte über Rechthaben und Mitleiden, Besitz und Verlust, echte und falsche Nähe, und einer Utopie, die ebenso Wirklichkeit zu sein scheint. Der Autor des Weltbestsellers „Der Vorleser“, hat dabei das Ölgemälde von Gerhard Richter: „Ema (Akt auf der Treppe)” von 1966 zum Anlass und Mittelpunkt gewählt, eines der Foto-Bilder des Künstlers. Richter verwendet Fotos nur als Vorlage, um daraus eine eigene Wirklichkeit zu schaffen – oder er übermalt Fotografien ganz einfach, denn er misstraut der Fotografie. Gerhard Richter ist der Überzeugung, dass scheitern muss, wer die Wirklichkeit abzubilden versucht. Angesichts der millionenfachen Medienbilder, die uns ihre Wirklichkeit vermitteln wollen, hielt Richter stets an der traditionellen Malerei mit Ölfarbe auf Leinwand fest. Aber er interpretierte sie neu, in dem er sie mit den Eigenschaften des konkurrierenden Mediums der Fotografie ausstattete und sich damit der Herausforderung der Massenmedien entgegenstellte.

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