Gerhard Richter – Kleiner Akt

Gerhard Richter: "Kleiner Akt", 1967, Öl auf Leinwand, 130 cm x 80 cm, Werkverzeichnis: 165

Gerhard Richter: “Kleiner Akt”, 1967, Öl auf Leinwand, 130 cm x 80 cm, Werkverzeichnis: 165

Für Gerhard Richter stellte sich in den 1960er Jahren die Frage, wie in einer künstlerischen Konkurrenzsituation angesichts der millionenfachen Medienbilder, Malerei überhaupt noch möglich ist? In dieser Zeit, als die Malerei als zeitgemäßes Medium zum ersten Mal abgeschrieben wurde. Als Künstler wie Andy Warhol – spielerisch, publikumswirksam und erfolgreich – mit den Möglichkeiten moderner Massenmedien experimentierten. Richter nahm diese Herausforderung an, indem er an der traditionellen Malerei mit Ölfarbe auf Leinwand festhielt, diese Malerei aber mit den Eigenschaften des konkurrierenden Mediums der Fotografie ausstattete. Richter misstraute der Fotografie – also übermalte er sie. Er ist der Überzeugung, dass scheitern muss, wer die Wirklichkeit abzubilden versucht – deshalb verwendet er Fotos nur als Vorlage, um daraus eine eigene Wirklichkeit zu schaffen. Für Richter konnte Malerei nur dann weiterhin ihre Bedeutung bewahren, wenn sie sich den veränderten Bedingungen des neuen Medienzeitalters anpasste. Diesen scheinbaren Widerspruch einer Malerei, die selbst Fotografie sein will, hat Gerhard Richter in einem Interview mit Rolf Schön 1972 so aufgelöst: „Es geht mir ja nicht darum, ein Foto zu imitieren, ich will ein Foto machen. Und wenn ich mich darüber hinwegsetze, dass man unter Fotografie ein Stück belichtetes Papier versteht, dann mache ich Fotos mit anderen Mitteln, nicht Bilder, die was von einem Foto haben.“ Als solcherart definierte Fotografien – und damit losgelöst aus den Traditionen der eigenen Gattung – hat die Malerei im Werk von Gerhard Richter überleben können.

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