Francis Bacon – und die Zeit heilt die Wunden nicht

Francis Bacon: "Study after Velazquez's Portrait of Pope Innocent, Head VI", 1949, Oil on canvas, 93.2 x 76.5 cm; Arts Council of Great Britain, LondonFrancis Bacon: “Study after Velazquez’s Portrait of Pope Innocent, Head VI”, 1949, Oil on canvas, 93.2 x 76.5 cm, Arts Council of Great Britain, London. Fragen Sie hier nach unserer aktuellen Preisliste zu Werken des Künstlers – klicken Sie hier!

Als Francis Bacon im April 1992 während einer Reise in Madrid an einem Herzinfarkt starb, da gehörte er schon zu den am teuersten gehandelten Künstlern der Welt. Bis heute ist er als der wohl bedeutendste britische Maler des Jahrhunderts anerkannt. Anmerken ließ sich Bacon seinen Ruhm zu Lebzeiten nie. Von der etablierten Gesellschaft hielt er sich fern, die Kunstwelt und der Medienrummel waren nicht sein Ding. Trotz seines Reichtums lebte er in einem kleinen Häuschen im Londoner Stadtteil South Kensington, sein Atelier glich einer Rumpelkammer. Sein Alterswerk war etwas ruhiger und gelassener geworden, doch mit seinen beängstigenden, bedrückenden Werken hatte er die Welt entweder fasziniert oder abgestoßen. Eine seiner namhaftesten Gegnerinnen war Großbritanniens frühere Premierministerin Margret Thatcher. Sie bezeichnete ihn als “den Mann, der diese fürchterlichen Bilder malt”.

Als er zum ersten Mal seine Homosexualität offen zeigte, schickte der Vater ihn 1926 zur Arbeit in ein Londoner Büro. Doch Bacon setzte sich nach Berlin ab, zog anschließend weiter nach Paris. Es waren die Jahre, in denen der Autodidakt seine ersten Versuche als Maler wagte. Um Geld zu verdienen, arbeitete er als Kellner und Diener, später schuf er sich ein Einkommen mit Innenarchitektur-Designs wie etwa Möbelentwürfen. In den Dreißiger Jahren versuchte er, sich als Künstler zu etablieren. Als das nicht klappte, wurde er professioneller Roulette-Spieler. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg war die Welt bereit für seine Werke. Sein 1944 entstandenes Triptychon “Drei Studien zu Figuren am Sockel einer Kreuzigung” löste bei einer Ausstellung im Folgejahr heftige Diskussionen aus, wodurch sein Name bekannter wurde.

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