Francis Bacon – "Die Zeit heilt die Wunden nicht"

Francis Bacon: "Portrait of Peter Beard", 1975/76, signiert______________________________________

Francis Bacon: “Portrait of Peter Beard”, 1975/76, Radierung und Aquatinta auf Arches Papier, signiert, Artist Proof, neben der lim. Auflage von 145 Exemplare, Bildformat: 38 x 28 cm. Preis auf Anfrage – klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Ohne Zweifel gehört Francis Bacon, 1909 in Dublin geboren und 1992 in Madrid gestorben, zu den aufregendsten Malern in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Von Hause aus Autodidakt, verdingte er sich zunächst mit Entwürfen für Möbel und Innendekorationen. In ästhetischer Hinsicht stand er schon Ende der zwanziger Jahre in der Faszination von Pablo Picasso. Kaum eine Ausstellung ließ er aus; diese Kunst beeindruckte ihn tief. Im Protest über den Stil einiger Kreuzigungsbilder seines Malerfreundes Roy de Maistre (1894-1968), griff er 1933 selbst zu Pinsel und Farbe und schuf seine ersten Bilder. Es brauchte aber in der Folge viele Jahre, bis er seinen künstlerischen Weg zu sich selber gefunden hatte. Dabei halfen ihm die Bilder anderer Künstler, die ihn beeindrucktsen. Wichtige Stationen belegen seine Entwicklung: die frühen Kreuzigungen, die Papst-Serien nach Velásquez, die Studien zu van Gogh bis hin zu seinen Triptychen. Nicht zuletzt sind es inmitten dieses Netzwerkes die dauerhaft gemalten Porträts von Freunden, in denen sich konsequent die Spur zum späteren Werk auslegte.

Francis Bacon: "After Three Studies for a Self-Portrait", 1983, signiertFrancis Bacon: “After Three Studies for a Self-Portrait”, 1983, Original Offset-Lithograph auf Arches Bütten. Lim. Auflage 60 Exemplare, hier AP, Artits Proof, Blattformat: 33.2 x 88.5 cm, signiert mit Bleistift unten rechts von Francis Bacon, bezeichnet links unten: EA (Épreuve d’artiste), gerahmt wie Abb. Nach dem Tryptichon Ölgemälde auf Leinwand, (heute im Besitz des Honolulu Museum of Art, Hawaii, USA). Herausgeber Michael Archimbaud, Paris, für Edition Librairie Seguier, Paris. Ausgezeichneter Zustand. Preis auf Anfrage – klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

New York, 13.11.2013. Für 142,4 Millionen US $ incl. Aufgeld ersteigerte der New Yorker Kunsthändler William Acquavella im Auftrag eines Kunden das Triptychon „Three Studies of Lucian Freud“ von Francis Bacon. Die Kunstwelt hat einen neuen Auktionsrekord, dieser Bacon ist das teuerste Gemälde der Welt. Damit löst es Edvard Munchs „Der Schrei“ ab.

 

Francis Bacon, Triptych inspired by Oresteia of Aeschylus, 1981, Lithographie, signiert Francis Bacon: “Triptych inspired by Oresteia of Aeschylus”, 1981, Original -Lithographie, Blattformat: je 53 x 104 cm / 20.8 x 40.9 in, Bildformat: je 30 x 40 cm / 11.5 x 15.7 in, handsigniert in Bleistift unten rechts, nummeriert links unten, lim. Auflage 150 arabisch und 25 römisch nummerierte Exemplare. Gedruckt bei Arts Litho, Paris, France, und herausgegeben von Editions La Difference, Paris, 1981. Das Blatt ist unten links mit dem Trockenstempel des Druckers “Arts-Litho Paris” versehen. Hier angeboten No 20 /150. Literatur: Bervillé, Marc/Tacou, Alexandre: Francis Bacon – Estampes, Collection Alexandre Tacou, Paris 2008, Wvz.-Nr. 12. Ausgezeichneter Zustand. Preis auf Anfrage – klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Bacon setzte sich vornehmlich mit der Darstellung des menschlichen Körpers auseinander, löste sich vom Surrealismus und entwickelte einen völlig eigenen Stil, in denen er den Mensch als drangsalierte Kreatur in undefinierten Räumen zeigte. Mit sezierendem Blick erzählen die Werke des Malers von einem Leben, das schon früh von der Gewalt und der Vernichtung der zwei Weltkriege geprägt ist. „Es gab so viel Krieg in meinem Leben“, bekennt Francis Bacon in seinem letzten Interview drei Monate vor seinem Tod.

Francis Bacon, Triptychon 1974-1977, rechts Blatt, signiert

Francis Bacon: “Triptychon 1974-1977, rechtes Blatt”, 1981, Radierung und Aquatinta auf Guarro Papier, vom Künstler in Bleistift signiert, rechts unten, nummeriert links unten. Lim. Auflage 99 Exemplare, + 15 Exemplare H.C. + 15 E.A. Hier angeboten: 13/99. Bildformat: 29,4 x 38,5 cm, Blattformat: 49,5 x 65 cm. Herausgeber: Verlag, Barcelona. Reference: Tacou n°13. Preis auf Anfrage – klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Die intensive Beschäftigung mit malerischen Gestaltungsmöglichkeiten dokumentiert sich gleichermaßen im Studiencharakter der Arbeiten wie deren serieller Anlage. Erste Ölbilder, wie die Arbeit Crucifixion von 1934 entstehen. Doch malt Bacon zunächst nur sporadisch und zerstört viele seiner Werke wieder. Aus der Zeit zwischen 1929 und 1944 bleiben lediglich 15 Gemälde erhalten. Nach vernichtenden Kritiken erster Werke zieht Bacon sich zurück und gibt die Malerei zunächst auf. Erst in der Arbeit Three Studies for Figures at the Base of a Crucifixion, die 1945 in der Londoner Gallery Lefevre ausgestellt wird, sieht Bacon rückblickend den eigentlichen Beginn seiner künstlerischen Laufbahn. Wie auch in späteren Arbeiten mit engem Bezug zu Fotovorlagen und thematisch um Greuel, Martyrium, Angst und Krieg kreisend, entwickelt er skulptural geprägte figürliche Szenarien, die in der Nachkriegsöffentlichkeit große Aufmerksamkeit erregen.
Francis Bacon: "Study for a Portrait of John Edwards from the Triptych 1986-1987", 1987, signiert, nummeriertFrancis Bacon: “Study for a Portrait of John Edwards from the Triptych 1986-1987”, 1987, Radierung und Aquatinta auf Arches Bütten, vom Künstler in Bleistift signiert, rechts unten, nummeriert links unten. Lim. Auflage 99 Exemplare, + 15 Exemplare H.C. + 15 E.A. Bildformat: 68 x 50.3 cm, Blattformat: 94.5 x 68 cm. Herausgeber: Verlag, Barcelona. Literature:  Tacou, Alexandre. Francis Bacon, Estampes. Editions Bervillé. Reference: Tacou 23. Preis auf Anfrage – klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

 

Francis Bacon
Francis Bacon:
 “Sitzenden Figur”, 1983, Original-Lithografie, lim. Auflage 99 Exemplare, signiert mit Bleistift unten rechts von Francis Bacon, nummeriert unten links. Blattformat: 101.5 x 66 cm, gerahmt. Preis auf Anfrage – klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Bacon beteiligt sich an zahlreichen, auch internationalen Gruppen- ausstellungen. Mit seinem Gemälde 1946 wendet er sich stärker linear-malerischen Kompositionen zu. Seine Werke finden Anklang bei Sammlern, erste Museumsankäufe werden getätigt. 1949 beendet Bacon in London seine Serie der sechs Köpfe (Head I-VI), in der erstmalig die Figur des schreienden Papstes erscheint. Die Porträtserien der 50er Jahre lassen sich als Studien gesellschaftlicher Deformation des Individuums lesen. Bacon setzt bei fotografischem Material an, das ihm seine Freunde (u.a. John Deakin, George Dyer, John Edwards) liefern. Bewusst löst er die Individualität durch einen zerstörerischen Malduktus, durch brachiale Spuren der Malerei auf, die im Zentrum seines Interesses steht. Er fügt die Figuren in begrenzende Räume ein, stellt subtile Bezüge zu einzelnen Gegenständen im Raum her oder schreibt die Portraitierten käfigähnlichen Konstruktionen ein. Daneben entstehen Landschaftsdarstellungen und Figurendarstellungen unter freiem Himmel mit weitläufigen räumlichen Szenarien.

Francis Bacon Study-after-Velazquezs-Portrait-of-Pope-Innocent-x-Francis Bacon: ‘Study after Velazquezs Portrait of Pope Innocent X, 1953, Öl auf Leinwand, 153 cm × 118 cm. Des Moines Art Center, Des Moines, Iowa, USA. Copyright © Des Moines Art Center

1953 malt Bacon seine Study after Velazquez’s Portrait of Pope Innozent X und die achtteilige Serie Study for a Portrait. Bacon hat erste Einzelausstellungen in New York und London, 1954 gefolgt von der Teilnahme an der Biennale in Venedig. In London entsteht 1956 Bacons erstes Selbstportrait. Mit dem Bild etabliert sich der Typus der sitzenden Figuren: »in sich gekehrt, mit verschränkten Händen, die häufig zwischen den übereinander geschlagenen Beinen verschwinden, mit Gliedmaßen, die eine Art Knoten bilden, angespannt und unsicher zugleich« (Hervé Vanel 1996).
Francis Bacon, Portrait of George Dyer Crouching, 1966, Lithograph Francis Bacon: “Portrait of George Dyer Crouching”, 1966, Original- Lithographie, lim. Auflage 1000 Exemplare, unsigniert, Format: 33,5 x 25 cm. Preis auf Anfrage – klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Francis Bacon, Three Studies for Self-Portrait, 1981, Original-Lithographie auf Arches Bütten, signiert Francis Bacon: “Three Studies for Self-Portrait”, 1981, Original-Lithographie auf Arches Bütten, signiert, nummeriert, lim. Auflage 150 Exemplare. Blattformat: 47 x 104.1 cm. Preis auf Anfrage – klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

 

1962 organisiert die Tate Gallery eine große Retrospektive mit 92 Gemälden Bacons, für die Three Studies for a Crucifixion entsteht. Bacon lernt im selben Jahr Alberto Giacometti in London kennen, wird 1965 zeitgleich mit diesem in London ausgestellt. 1963 und 1965 zeigt die Marlborough Gallery Francis Bacon gemeinsam mit Henry Moore. Bacon malt 1964 das erste große Triptychon Three Figures in a Room und das erste Portrait seines Freundes und Modells George Dyer. Nach dem Tod der Freunde George Dyer (1971) und John Deakins (1972) beschäftigt sich Bacon in zahlreichen Arbeiten mit dem Thema des Selbstbildnisses. Zugleich beginnt er mit der Serie der sog. »Schwarzen Triptychen«. Er entwirft klarere Bildkompositionen, die Farbpalette ändert sich zugunsten starker Kontraste, auch leuchtender Orange- und Rottöne. 1975 erscheinen zeitgleich mit einer Bacon-Ausstellung in New York die ersten Künstlerinterviews, die David Sylvester zwischen 1962 und 1974 führt. Bacons Gespräche über die Malerei werden zu einer wesentlichen Quelle für die Maler des 20. Jahrhunderts.

Francis Bacon: "Oedipe & the Sphinx after Ingres", 1983

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Francis Bacon: “Oedipe & the Sphinx after Ingres”, 1983, Original-  Lithographie, lim. Auflage 150 Exemplare, signiert in Bleistift rechts unten, nummeriert links unten. Blattformat: 117 x 89.5 cm. Preis auf Anfrage – klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

»Mit 77 Jahren liefert Bacon uns etwas ganz Neues. (…) Eine neue Sparsamkeit der Mittel und eine extreme Vereinfachung der Kompositionsweise scheinen eine wirkungsvolle Synthese zu bilden. Dies wird deutlich in der neueren Studie nach einem menschlichen Körper, in der nachdrücklichen Nacktheit der Malerei.« (Piguet 1987).

Auf einer Reise anlässlich einer Velazquez-Ausstellung stirbt Francis Bacon am 28. April 1992 in Madrid. Am 13.11.2013 wird Francis Bacon zum teuersten Maler der Welt. Für 142,4 Millionen US $ incl. Aufgeld ersteigerte der New Yorker Kunsthändler William Acquavella im Auftrag eines Kunden das Triptychon „Three Studies of Lucian Freud“ von Francis Bacon.

Francis Bacon's Three Studies of Lucian Freud.Francis Bacon’s Three Studies of Lucian Freud. Copyright © the artwork owner

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Literature: Francis Bacon ou le Portrait de l’homme désespécé de Didier Anzieu et Michèle Monjauze. – Francis Bacon, La chambre noire : La photographie, le film et le travail du peintre de Martin Harrison et Daniel Bruycker. – Bacon : Monstre de peinture de Christophe Domino.

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