Fernand Léger – und die kühle, mechanische Seite der Moderne

Fernand Leger - Femmes et Enfants a l'Accordeon, ca. 1955

Fernand Léger: “Femmes et Enfants a l’Accordeon”, ca. 1955, Orignal-Serigraphie, signiert unten rechts, nummeriert unten links,  Drucksignatur im Bild unten rechts: “F.L.50.5”, Symbol oben links, lim. Auflage 200 Exemplare, Format: 45.7 × 34 cm, Preis auf Anfrage – klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Fernand Leger-La-Danseuse

Fernand Léger: “La Danseuse”, ca. 1955, Farblithografie, signiert im Druck, in Bleistift nummeriert, lim. Auflage 180 Exemplare, Format: 66 x 50 cm. Für Bestellungen und Anfragen, klicken Sie hierAnfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Fernand Léger:"La Grande Margot.", 1951, Original- Farblithografie. Saphire 111. Signiert und nummeriert. Exemplar 68/75. Auf Velin von Arches (mit Wasserzeichen). 48 x 35 cm (18,8 x 13,7 in). Papier: 65,5 x 50,3 cm.Herausgegeben von Galerie Louise Leiris, Paris.

Fernand Léger:”La Grande Margot.”, 1951, Original- Farblithografie,Saphire 111, signiert und nummeriert. Lim. Auflage 75 Exemplare.  Auf Velin von Arches (mit Wasserzeichen). Format 48 x 35 cm. Papier: 65,5 x 50,3 cm. Herausgegeben von Galerie Louise Leiris, Paris. Für Bestellungen und Anfragen, klicken Sie hierAnfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Fernand Léger  (1881-1955)  ist einer der großen Maler des vergangenen Jahrhunderts. Nach impressionistischen Anfängen beginnt Léger 1909, sich die Darstellungsmittel des Kubismus anzueignen. Um 1920 setzt ein allmählicher Wandel in Bildsprache und -inhalt ein: Maschinenästhetik und kubistische Formzerlegung reduzieren sich mehr und mehr. Objekte und Figuren werden allmählich organischer aufgefaßt. Dennoch ist für Léger nach wie vor auch das Menschenbild nur darstellerisches Mittel, er kümmert sich nicht um Proportionen oder Ähnlichkeiten, ausschlaggebend ist die plastische Qualität. Léger will die Umwelt durch Farbe und Form neu erfassen. Hierfür prägt er den Begriff des »nouveau réalisme«.

Die besondere Leistung von Fernand Léger bestand darin, dass er die Flut von Information und Innovation seiner Zeit erkannte und in seiner Kunst umsetzte. Bis zum Zweiten Weltkrieg konnte er seiner Kreativität freien Lauf lassen – es entstanden, unter Anlehnung an Le Corbusier, das Bauhaus und die russischen Konstruktivisten Gemälde, Kostüme, Bühnenbilder, und ein erster Film ohne Drehbuch: “Le Ballet méchanique”. Nach seiner Rückkehr aus dem New Yorker Exil war er der Würdigung der kunstinteressierten Öffentlichkeit sicher. Léger verstand es, in seiner Begeisterung für die kühle, mechanische Seite der Moderne, der neuen Kunst eine Form zu verleihen, die gerade auch für amerikanische Augen besonders attraktiv war. Sein Wirken spannt einen Bogen vom kubistisch geprägten frühen, bis zum heiteren, das große Format suchende Spätwerk.

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Fernand Léger:”Les Constructeurs”, 1951, Original-Farblithografie, lim. Auflage 75 Exemplare auf Bütten, nummeriert und handsigniert. Werkverzeichnis Mourlot 113. Ungerahmt.  (Auf Wunsch im handgearbeiteten Rahmen mit Echtweißgoldauflage 74 x 64,5). Preis auf Anfrage. Klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

 

Fernand Léger:"Marie l'acrobate", 1948, Original- Farblithografie, signiert, nummeriert, Lim. Aufllage 75 Exemplare gedruckt bei Murlot, Paris, veröffentlicht von Louise Leiris, Paris. Denis Bloch Fine Art_______________________________________________

Fernand Léger:”Marie l’acrobate”, 1948, Original- Farblithografie, signiert, nummeriert, lim. Aufllage 75 Exemplare, gedruckt bei Mourlot, Paris, veröffentlicht von Louise Leiris, Paris. Preis auf Anfrage. Für Anfragen, klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Fernand Leger:" La Femme et la Fleur", 1954, Original-Lithographie, signiert

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Fernand Leger:” La Femme et la Fleur”, 1954, Original-Lithographie, signiert und bezeichnet EA, Artist Proof neben der limitierten Auflage von 75 Exemplaren, gedruckt auf Arches Bütten bei Mourlot, Paris. Herausgegeben von der Galerie Louise Leiris, Paris. (Saphire 136). Format: 76 x 56.5 cm. Preis 14.500 (inkl. MwSt. und Versand innerhalb Europas).  Klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

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Fernand Léger: Aquatinta-Radierung “Le Compotier – Die Obstschale”, Farbradierung und Aquatinta aus den frühen 50er Jahren. Lim. Auflage 300 Exemplare auf Bütten, nummeriert und mit Tinte handsigniert. Werkverzeichnis Maeght 1403. Ungerahmt 55,5 x 76 cm (Auf Wunsch im handgearbeiteten Rahmen mit Echtgoldauflage und entspiegeltem Glas 78,5 x 91 cm). Preis auf Anfrage. Klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

 

Fernand Léger:"La Chaise", 1955. Farblithografie Saphire 139,signiert und nummeriert, im Stein monogrammiert und datiert "51". lim. Auflage 75 Exemplare 75, auf Velin von Arches (mit Wasserzeichen). Format: 676,5 x 56,5 cm. Herausgegeben von Galerie Louise Leiris, Paris. kettererFernand Léger:“La Chaise”, 1951, Farblithografie Saphire 139, signiert und nummeriert, im Stein monogrammiert und datiert “51”. lim. Auflage 75 Exemplare 75, auf Velin von Arches (mit Wasserzeichen). Format: 676,5 x 56,5 cm. Herausgegeben von Galerie Louise Leiris, Paris. Preis auf Anfrage: Für Bestellungen und Anfragen, klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Besonderes Augenmerk verdient das sich auf die amerikanische Dimension beziehende OEuvre von Léger. Mehrfach war der Künstler in den USA, zuletzt in den Jahren zwischen 1940 und 1945, im New Yorker Exil. Er war von diesem riesigen Land, seiner Architektur, Dynamik und Modernität tief beeindruckt und schuf dort einige seiner zentralen Gemälde. Darüber hinaus wird der bemerkenswerten Wirkung auf die amerikanische Kunst nachgespürt, vornehmlich auf Roy Lichtenstein und Ellsworth Kelly, aber auch auf Robert Rauschenberg, Al Held, Jasper Johns, James Rosenquist, Frank Stella und Andy Warhol.


Fernand Léger: "Chevreuse Aout", 1951, Original-Farblithografie, lim. Auflage 200 Exemplare,gedruckt auf Arches script watermarked Papier bei Jean Bruller, markiert mit B unten links, handsigniert mit blauer Tinte von Fernand Lèger, Masterworks Fine Art Inc.Fernand Léger: “Chevreuse Aout”, 1951, Original-Farblithografie, lim. Auflage 200 Exemplare, gedruckt auf Arches script watermarked Papier bei Jean Bruller, markiert mit B unten links, handsigniert  mit blauer Tinte von Fernand Lèger. Format: 27.9 cm x 24.8 cm. Preis auf Anfrage. Für Bestellungen und Anfragen, klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Fernand Léger:" L'Homme au Chandail stler Leger", 1956, Original- Lithographie, lim. Auflage 450 Exemplare, Forrmat: 30,0 x 40,0 cm, Markowicz Fine Art,Fernand Léger:” L’Homme au Chandail”, 1956, Lithographie auf Arches nach einer Gemälde von 1924 von Fernand Léger (Sammlung Leonce Rosenberg und Louis Carré), bei Mourlot für die Ausstellung des Künstlers im Museum der Kunsthandwerke von Paris gedruckt. Im Stein signiert. Limitierte Auflage 450 Exemplaren, mit Bleistift nummeriert. Bildformat: 92,5 x 65,5 cm, Blattformat: 101,5 x 76 cm. Preis auf Anfrage. Für Bestellungen und Anfragen, klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

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Fernand Léger: „Les Amoureux dans la Rue – aus der Serie "La Ville", 1959, Original - LithographieFernand Léger: “Les amoureux” aus der Serie “La Ville”, 1959, Original-Lithografie gedruckt bei Mourlot, Paris, Auflage 180 Exemplare, Format Blatt: 66 x 50,8 cm. Preis auf Anfrage. Für Bestellungen und Anfragen, klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Fernand Léger – La Ville, Portfolio mit 29 Lithographien, das Léger 1954 begann. Nach seinem Tod 1955 wurde die Serie von Fernand Mourlot and Mme Nadia Léger 1959 fertiggestellt. Jedes Motiv stellt einen ganz bestimmten Ort in Paris dar, den Fernand Léger im Gedächtnis hatte. Das verwendete Druckverfahren bei Mourlot war der Steindruck nach Aloys Senefelder (1771-1834) auf Original Arches® – Papier. Das Blattformat beträgt jeweils 66 x 50,8 cm. Sie können bei uns das komplette Portfolio oder einzelne Lithografien daraus, bestellen. Für Bestellungen und Anfragen, klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

02 Dec. 14

Fernand Léger: „La Rue – aus der Serie  “La Ville”, 1959, Original – Lithographie, lim. Auflage 180 Exemplare, drucksigniert, nummeriert in Bleistift, Blattformat : 66 x 50,8 cm, gedruckt by Mourlot, Paeris, Herausgeber Tériade, Paris. Ref.: Saphire, page 238. Für Bestellungen und Anfragen, klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Fernand Léger: „La Pompe à l'Essence – aus der Serie "La Ville", 1959, Original - LithographieFernand Léger: „La Pompe à l’Essence  – aus der Serie  “La Ville”, 1959, Original – Lithographie, lim. Auflage 180 Exemplare, drucksigniert, nummeriert in Bleistift, Blattformat : 66 x 50,8 cm, gedruckt by Mourlot, Paris. Herausgeber Tériade, Paris. Ref.: Saphire, page 238. Für Bestellungen und Anfragen, klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Fernand Léger: "Le Zoo – aus der Serie "La Ville", 1959, Original - LithographieFernand Léger: “Le Zoo – aus der Serie  “La Ville”, 1959, Original – Lithographie, lim. Auflage 180 Exemplare, drucksigniert, nummeriert in Bleistift, Blattformat : 66 x 50,8 cm, gedruckt by Mourlot, Paris. Herausgeber Tériade, Paris. Ref.: Saphire, page 238. Für Bestellungen und Anfragen, klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Fernand Léger : « Femme à la cruche » 1928, Aquatinta in FarbenFernand Léger : « Femme à la cruche » 1928, Aquatinta in Farben, hergestellt von Jacques VILLON (1879-1949), (pseudonyme de Gaston Duchamp), Herausgeber Chalcographie du Louvre Verlag (Paris). Unbekannte Auflage auf Arches Papier, Bildformat: 31 x 47 cm, Blattformat: 50 x 66 cm. Ref.: Ginestet n°E 660, Saphire S. 249. Für Bestellungen und Anfragen, klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

 

Fernand Léger: „L'enfant à l'accordéon“, 1953, Original- Serigrafie und AquatintaFernand Léger: „L’enfant à l’accordéon“, 1953, Original- Serigrafie und Aquatinta, handsigniert von Fernand Léger, nummeriert,  lim. Auflage 75   Exemplare, Bildformat: 56.5 x 47.2 cm, Blattformat: 68.6 cm x 55.9 cm, gerahmt. Druck: Haasen, Paris. Reference: Saphire, Lawrence, Fernand Leger, The Complete Graphic Work, 1978, gelistet als No 127, Seite 204-05. Für Bestellungen und Anfragen, klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

 

Fernand Léger:"Partie de campagne", 1952, Lithografie herausgegeben von der Revue Verve 27/28, gedruckt bei Mourlot - in der Mitte gefaltet, Format: 35x52 cm, Auflage 6000, signiert in der Platte. place-des-arts.com/

Fernand Léger:”Partie de campagne”, 1952, Lithografie, erschienen in der Revue Verve 27/28, gedruckt bei Mourlot – in der Mitte gefaltet, Format: 35×52 cm, Auflage 6000, signiert in der Platte. Preis auf Anfrage. Für Bestellungen und Anfragen, klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

 Fernand Léger, Original-Ausstellungsplakat 1955, Musée de Lyon, Format: 76x52 cm, Auflage 800 Exemplare

Fernand Léger, Original-Ausstellungsplakat 1955, Musée de Lyon, Format: 76×52 cm, Auflage 800 Exemplare. Preis auf Anfrage.  Für Bestellungen und Anfragen, klicken Sie hier: Anfragen an Art Galerie Nolden/H – Paris

Fernand Léger Film  ›Ballet mécanique‹, 1924 • 19’00 Min. 

In ›Ballet mécanique‹ choreographiert Fernand Leger Alltagsgegenstände zu einem ›Tanz der Objekte‹. An der Fertigstellung des ›Films ohne Handlung‹ ist auch der Surrealist Man Ray beteiligt. Die gleichnamige Musik wurde von George Antheil entwickelt. Neben Hupen und Sirenen wurden auch 16 mechanische Klaviere und drei Flugzeugpropeller in die Komposition integriert.

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Zu Fernand Léger

Fernand Léger wird am 4.2.1881 im normannischen Argentan geboren. Er geht von 1897 bis 1899 bei einem Architekten in Caen in die Lehre und arbeitet anschliessend als Architekturzeichner in Paris. Nach dem Militärdienst 1902-1903 bewirbt er sich an der Pariser Ecole des Beaux-Arts, wird dort abgelehnt, aber zur Ecole des Arts Décoratifs zugelassen. Als freier Schüler arbeitet er in den Ateliers von Léon Gérôme und Gabriel Ferrier sowie in der Académie Julian. Die grosse Cézanne-Retrospektive 1907 macht, wie auf die gesamte Pariser Avantgarde, auch auf Léger grossen Eindruck und bestimmt in den folgenden Jahren seinen Malstil.

Im Salon des Indépendants von 1911 stellt er sein erstes eigenständiges Werk aus, eine dichte Komposition von Kuben, Zylindern und Kugeln, das mit dem Diktum Cézannes ernst macht und die gesamte Naturerscheinung auf stereometrische Grundgebilde zurückführt. Unter dem Einfluss von Robert Delaunay beginnt Léger die Farbe einzuführen, wobei die Intensität der farbigen und formalen Kontraste zum Stilprinzip wird. Angeregt durch die italienischen Futuristen werden die Kompositionen facettenreich und härter im formalen Ausdruck, die Analogie Mensch-Maschine beginnt sich ab 1913 immer deutlicher abzuzeichnen, die Figuren bestehen ganz aus zylinderförmigen Gliedern und gleichen Robotern. Zum entscheidenden Erlebnis wird für Léger der Kriegsdienst. Im Schützengraben begegnet er dem Mann aus dem Volk, der – wie er selbst – in eine höchst gefährliche, spannungsgeladene Maschinerie eingespannt, wie ein «Automat» reagiert. Léger beschreibt diese Wende später so:

«Ich hatte Paris mitten in einer Phase der Abstraktion, der malerischen Befreiung verlassen. Ohne Übergang fand ich mich Schulter an Schulter mit dem ganzen französischen Volk; unter die Pioniere versetzt, meine neuen Kameraden waren Bergleute, Erdarbeiter, Holzfäller und Metallarbeiter… Gleichzeitig war ich geblendet von dem offen in der Sonne liegenden Bodenstück einer 75er Kanone, von der Magie des Lichts aus blankem Metall. Es war mehr als genug, um mich die abstrakte Kunst von 1912 bis 1913 vergessen zu lassen.»

Die präzise ablaufende Kriegsmaschinerie zeigt Léger den «Dynamismus der Mechanik», den er auch nach dem Krieg in Bildern mit Maschinenteilen umsetzt. Aber auch der Mensch wird diesem Wandel unterworfen. Stammen die Figuren der Vorkriegszeit und auch noch während des Krieges mit ihren Kolben und Zylinderteilen aus den Arsenalen des Futurismus und Orphismus, so werden die neuen Menschen vollkommen mechanisiert und wie KunstFiguren aus plastischen, metallisch glänzenden, standardisierten Volumina zusammengesetzt.

Der schwarze Chauffeur könnte auch als Bühnenbild für den Film «Metropolis» von Fritz Lang dienen: im rechten Bildteil befindet sich eine stilisierte Apparatur aus Kolbenteilen, Kugeln, Gestänge, durchzogen von einem glänzenden metallischen (Lauf)-band, während links eine rudimentäre Gliederpuppe, die den «manichini» de Chiricos verwandt ist, in einem abgegrenzten Bezirk hantiert. Noch abstrakter agieren in Die drei Figuren die mehr maschinen- als menschenähnliche Röhrenwesen, die in ein ungegenständliches, an Purismus und De Stijl orientiertes Bildgefüge eingebaut sind.

Die Studie für Frau mit Kind bereitet ein Hauptwerk dieser Phase vor. Sind die Figuren auf früheren Bildern teilweise noch durch geometrische Felder verdeckt und in ihrer körperlichen Substanz bis zur Unkenntlichkeit zersplittert, präsentiert sich diese Maschinen-Frau dem Betrachter frontal in voller Grösse. Die blauen Flächen wandeln sich zu voluminösen Formen. Die abstrakten Elemente haben hier alle einen gegenständlichen Bezug, eine gegliederte Tür, ein Möbelstück mit Schubladen, ein Geländer, hinter dem ein Stillleben deutlich wird. Die Figur ruht auf einem in die Fläche geklappten Liegestuhl mit rhombischer Musterung. Ihr Kleid ist in einfache grosse Volumina umgewandelt, die durch die starke Plastizität wie eine Panzerung wirken. Das Gesicht ist maskenhaft starr, aber im Unterschied zu den gesichtslosen Roboterfiguren doch als menschliches Antlitz erkennbar.

Der Mechanisierung des Menschen wird in einigen Bildern der Zwanzigerjahre durch eine verstärkte Anthropomorphisierung der Maschinenfigur konterkariert, wie sie Der Mechaniker deutlich zeigt (Griebel). Vor einem abstrakten Hintergrund mit harten, geometrischen Formen und einigen wenigen Farbakzenten hebt sich vollplastisch, muskulös und in den Farben fast naturalistisch, ein nach links blickender Mann mit nackten kräftigen Armen und einer Zigarette in der klobigen Hand ab. Zweifellos sind solche Bilder von dem damals aufkommenden klassizistischen Revival mitgetragen. In der Betonung des mechanischen Charakters der Figuren bleibt Léger aber seinem ursprünglichen Ansatz treu, indem er die menschliche Figur in ihrer Mechanik blosslegt und den industriellen Gegenständen im Bild angleicht. Solche Bilder sind Vorläufer einer neuen Beschäftigung mit der menschlichen Figur, die ab 1930 einsetzt, und in der, ähnlich wie in Picassos neo-klassizistischen Bildern, die Figur monumentalisiert und statisch erscheint. Die drei Musikanten zeigen ein auf engstem Raum zusammengestelltes Trio, das nicht nur durch die Instrumente (Tuba, Akkordeon, Cello), sondern auch durch die Kleidung und die Kopfbedeckungen kontrastreich charakterisiert ist.

1940 entschliesst sich Léger, in die USA auszuwandern, wo er an verschiedenen Universitäten unterrichtet. Es entsteht eine Vielzahl von neuen Arbeiten, in denen er, angeregt durch die Lichtreklame des Broadway, noch einmal die «reine Farbe» aufgreift, die er nun als frei schwebende Farbfelder über die Figurenkomposition zieht. Nach Kriegsende kehrt der Künstler nach Frankreich zurück und tritt in die Kommunistische Partei ein. In den nun folgenden Bildern betont er den sozialen Aspekt der Kommunikation und Verständigung. Die Darstellungsweise ist plakativ, fast naiv vereinfacht und zeigt wieder klare Raumdefinitionen. Neben seiner Malerei beschäftigt sich Léger weiterhin mit Dekorationen, Bühnenbildern, Glasfensterentwürfen, Wandbildern und Keramiken. Kurz vor seinem Tod vollendet er eine Raumausstattung mit Skulpturen, Keramiken und einem Mosaik für die «Gaz de France» bevor er am 17.8.1955 in Gif-sur-Yvette stirbt.

Lit.: George Bauquier/Nelly Maillard (Hrsg.), «Fernand Léger. Catalogue raisonné de l’œuvre peint» 1903-1931, 4 Bde., Paris 1990-1995.