Egon Schiele – Biografie

Egon Schiele

Biografie Egon Schiele

1890

12. Juni: Egon Schiele wird als Sohn eines Bahnbeamten in Tulln/Donau (Österreich-Ungarn) geboren.

1906

Oktober: Nach einer Ablehnung durch die Wiener Kunstgewerbeschule, einer der Zentren des Wiener Jugendstils, beginnt er, an der Akademie der Bildenden Künste zu studieren.

1907

Beginn der Freundschaft mit Gustav Klimt.

Schieles frühe Werke sind stark vom Impressionismus und dem “Wiener Secessionismus” geprägt.

1909

Schiele zeigt vier seiner Arbeiten auf der “Internationalen Kunstschau Wien 1909”.

Aufgrund starker Konflikte mit seinem im akademischen Historismus des 19. Jahrhunderts verhafteten Lehrer tritt er aus der Akademie aus und gründet mit Gleichgesinnten die “Neukunstgruppe”.

1910

Auf Anraten des Architekten Otto Wagner (1841-1918) beginnt er, Persönlichkeiten des Wiener Kulturlebens zu porträtieren, und schreibt in den folgenden Jahren auch expressionistische Gedichte.

1911

Schiele hat seine erste Einzelausstellung in einer Wiener Galerie und wird im gleichen Jahr von der Münchener Künstlervereinigung “Sema” aufgenommen. Schiele findet zu seinem eigenen Stil und entwickelt eine Form des Expressionismus, die von Direktheit und einer oftmals depressiven Grundstimmung geprägt ist. Schiele zieht mit seiner Lebensgefährtin ins böhmische Krumau (heute: Ceský Krumlov), die Heimat seiner Mutter. Seine wilde Ehe und seine Aktdarstellungen junger Mädchen aber stoßen bei der Bevölkerung auf Ablehnung. Er sieht sich gezwungen, kurz darauf nach Neulengbach bei Wien umzuziehen.

1912

Er zeigt seine Werke auf zahlreichen Ausstellungen, u.a. auf der des “Blauen Reiters” in München und in der “Wiener Secession”. April: Schiele wird wegen des Verdachts auf Verführung einer Minderjährigen verhaftet. Obwohl die Schuld nicht bewiesen werden kann, bleibt er 24 Tage inhaftiert, eines seiner Bilder wird öffentlich verbrannt. Im “Selbstporträt als Gefangener” dokumentiert er diese Erfahrungen.

1915

Nach der Trennung von seiner bisherigen Lebensgefährtin heiratet er Edith Harms.

Er wird zum Militär einberufen, kann seinen Dienst aber in Wiener Dienststellen und später im Heeresgeschichtlichen Museum ableisten.

1917

Schiele beteiligt sich an der Auswahl von Werken junger Künstler für die “Kriegsausstellung 1917” und entwickelt mit Arnold Schönberg, Klimt und anderen das nicht realisierte Projekt einer Arbeitsgemeinschaft “Kunsthalle”. Zahlreiche Ausstellungen in ganz Europa.

1918

Die 49. Ausstellung der “Wiener Secession”, die Schiele und seinen Künstlerfreunden gewidmet ist, bringt künstlerisch und auch materiell den ersten großen Erfolg. In dieser letzten Schaffenszeit mäßigt sich seine Expressivität im zeichnerischen Duktus und in der Farbverwendung. Eine dem Naturvorbild sich annähernde Gestaltung zeichnet sich ab. 31. Oktober: Egon Schiele stirbt in Wien an der Spanischen Grippe.

Egon Schiele: „Stehendes Mädchen“, 1914, Kreide auf Papier

Aus: “Mein Weg mit Egon Schiele”, Heinrich Benesch, Kunstsammler, 1862-1947:

“… Ich … fand einen schlanken, jungen Mann von mehr als mittlerer Größe und aufrechter, ungezierter Haltung; blasses, aber nicht krankhaftes, schmales Gesicht, große dunkle Augen und üppiges, halblanges, dunkelbraunes, emporstehendes Haar. Sein Verhalten war ein wenig scheu, ein wenig zaghaft und ein wenig selbstbewußt. Er sprach nicht viel, aber wenn man ihn ansprach, war sein Gesicht immer von dem Schimmer eines leisen Lächels erhellt … Schiele war nicht nur als Künstler, sondern auch als Mensch ungewöhnlich. Der Grundzug seínes Wesens war ernst, aber nicht ein düsterer, melancholischer, kopfhängerischer, sondern der ruhige Ernst des von seiner geistigen Aufgabe erfüllten Menschen. Die Dinge des Alltags konnten ihn nicht anfechten; sein Blick war immer über sie hinweg, auf ein hohes Ziel gerichtet. Dabei war er durchaus humoristisch veranlagt und zum Scherzen geneigt; seine Lustigkeit war aber niemals geräuschvoll … Ich habe ihn in den acht Jahren unserer Bekanntschaft nicht ein einziges Mal zornig oder auch nur ungehalten gesehen, oder bei ihm eine verdrossene Miene beobachtet. Er wartete geduldig, bis irgendwoher die Hilfe kam, und sie kam immer, wenn auch in zwölfter Stunde. Er war nicht nur ein bildender Künstler, sondern auch ein Lebenskünstler im vollsten Sinn des Wortes. Wenn ein Wiener Kunstkritiker anläßlich der 25. Wiederkehr von Schieles Todestag schrieb: sein kurzes Leben ist tragisch umdüstert, so gibt das einen ganz falschen Begriff von Schieles Lebensführung. Tragisch ist nur was man tragisch nimmt, und Schiele nahm nichts tragisch…”

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